Filmkritik - Road to Guantanamo (2006)
 
 

Road to Guantanamo

DVD / Blu-ray :: :: IMDB (7,6)
Original: The Road To Guantanamo
Regie: Michael Winterbottom, Mat Whitecross
Darsteller: Rizwan Ahmed, Farhad Harun
Laufzeit: 95min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Dokumentation (Großbritannien)
Verleih: Falcom Media
Filmstart: 21. September 2006
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Am 10. September 2001 kehrt Asif Iqbals Mutter aus Pakistan zurück, wo sie eine Braut für ihren Sohn gefunden hat. Neun Tage später bricht Asif in das kleine Dorf in der Nähe von Faisalabad im Pandschab auf, in dem seine zukünftige Frau lebt. Als der von ihm ausgewählte Trauzeuge dort anruft, um seine Teilnahme an der Hochzeit abzusagen, wendet sich Asif an seinen Freund Ruhel Ahmed in Tipton. Ruhel springt bereitwillig als Trauzeuge ein und fliegt einige Tage später mit seinen Freunden Shafiq Rasul und Monir Ali nach Pakistan. In Karachi treffen die vier Jungs zusammen, genießen ein paar Tage am Strand und auf Basaren und Märkten und besuchen schließlich gemeinsam mit Shafiqs pakistanischem Cousin Zahi eine Moschee. Ein Imam fordert sie auf, nach Afghanistan zu reisen und dort humanitäre Hilfe zu leisten. Die Fahrt nach Kandahar kostet nur 2,50 Pfund, nicht einmal 4 Euro, und alle fünf melden sich freiwillig. Am nächsten Tag schon sitzen sie im Bus nach Kandahar. Nach einer durchfahrenen Nacht erreicht der Konvoi Quetta im Nordwesten Pakistans, wo ihr Bus einen Mann überfährt und der Fahrer flüchtet. Mit einem zweiten Bus erreichen sie die afghanische Grenze, von wo sie mit einem Taxi nach Kandahar gelangen. Dort treffen sie gegen Mitternacht ein – gerade als in der Ferne die ersten US-Bomben zu fallen beginnen. Am nächsten Morgen geht es weiter in die Hauptstadt Kabul, wo der schwer erkrankte Asif einen Arzt aufsuchen muss. Ziellos wandern die fünf jungen Männer durch die Stadt; die Verständigung mit den Einheimischen ist schwierig. Urdu ist nur ihre dritte Sprache und sie verstehen weder Paschtu noch Dari. In den Bergen der Umgebung geht die Bombardierung weiter. Die Freunde wollen so schnell wie möglich nach Pakistan zurückkehren und bezahlen einen Minibus, der sie zusammen mit einigen anderen zur Grenze zurückbringen soll. Doch stattdessen fährt man sie nach Norden, durch die Berge bis nach Kundus. Plötzlich sitzen sie in einer der letzten Taliban-Hochburgen im Norden fest, die von den Truppen der Nordallianz unter der Führung von General Dostum umzingelt ist. Sie werden in ein Haus in den Hügeln außerhalb der Stadt gebracht, wo sie alle durch verunreinigtes Trinkwasser schwer erkranken. Weiter passiert nichts. Schließlich bringt man sie zurück nach Kundus. Die Stadt wird täglich von Kampfflugzeugen der US-Armee bombardiert und Streitkräfte der Taliban strömen in die Stadt, aber nach zwei Wochen gelingt es der UNO, einen Waffenstillstand auszuhandeln. Die Taliban willigen ein, zunächst alle Ausländer aus der Stadt ausreisen zu lassen. Monir ist nicht in der Nähe der anderen, als man ihm befiehlt, einen Lastwagen zu besteigen, der ihn aus der Stadt bringt. Man hört nie wieder von ihm. Die anderen vier hören, dass man Ausländern sicheres Geleit zugesichert hat, und so besteigen sie einen Lastwagen-Konvoi Richtung Kandahar. Die Fahrzeuge werden nachts von amerikanischen Kampfflugzeugen bombardiert, die meisten Reisenden getötet oder verstümmelt. Auch Zahids Lastwagen wird getroffen: seine Freunde finden ihn blutüberströmt, aber lebendig. Truppen der Nordallianz nehmen die vier gefangen. Zusammen mit hunderten anderen Gefangenen werden sie gefesselt und in Container gepfercht. Ruhel, Shafiq und Zahid haben Glück: ihr Container hat Seitenwände aus Zeltleinwand. Asif ergeht es schlechter, sein Gefängnis ist aus Metall und luftdicht abgeriegelt; die Gefangenen ersticken allmählich. Auch Asif verliert das Bewusstsein, und als er wieder zu sich kommt, sind die Seitenwände von Kugeln durchlöchert. Viele Gefangene sind tot – entweder erschossen oder erstickt. Asif hat eine Schusswunde davongetragen. Um zu überleben, muss er das mit Blut vermischte Kondenswasser von den Wänden des Containers lecken. Die vier Männer werden zehn Tage lang im Gefängnis von Sheberghan festgehalten und dort von Mitarbeitern des Roten Kreuzes besucht, die die britische Botschaft in Karatschi verständigen. Trotzdem fliegen die US-Streitkräfte, die das Gefängnis leiten, die drei Briten am 28. Dezember zu einem Internierungslager auf dem Luftwaffenstützpunkt Kandahar aus, wo sie von US-Soldaten und Angehörigen der britischen Militär-Spezialeinheit SAS geschlagen und verhört werden. Zahid bleibt zurück und landet schließlich in einem pakistanischen Gefängnis. Am 13. Januar 2002 werden Asif und Shafiq nach Guantanamo Bay in Kuba gebracht, wo man sie in den Freilicht-Käfigzellen von Camp X-Ray gefangenhält. Ruhel folgt ihnen am 10. Februar. Einige Monate später werden die Freunde in das neu errichtete Camp Delta verlegt, ein Gefängnis aus Metallcontainern. Während ihrer Gefangenschaft werden alle drei immer wieder von US-Soldaten und dem britischen Geheimdienst MI5 verhört und zahlreicher Vergehen beschuldigt; mehrere hundert Male werden sie gefoltert. Im Mai taucht ein Video einer Kundgebung auf, an der Osama Bin Laden und Mohammed Atta, der Anführer der Flugzeugentführer vom 11. September, teilgenommen haben. Das FBI behauptet, die drei Briten auf den Aufnahmen identifiziert zu haben, doch der MI5 kann diese Anschuldigungen schließlich entkräften: tatsächlich war Shafiq zur fraglichen Zeit bei einem Elektronik- Fachmarkt beschäftigt, Asif und Ruhel mussten in Tipton ihre Bewährungsauflagen erfüllen. Am 5. März 2004 werden Sahfiq, Asif und Ruhel nach über zwei Jahren in Guantánamo schließlich nach England zurückgebracht und in London von einer Anti-Terror-Einheit in der Hochsicherheits-Polizeistation Paddington Green verhört. Am nächsten Tag stellt man das Verfahren ohne Anklage ein und lässt sie frei.

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