Filmkritik - Pans Labyrinth (2006)
 
 

Pans Labyrinth

Original: Pan´s Labyrinth | El Laberinto del Fauno
Regie: Guillermo del Toro
Darsteller: Ivana Baquero, Sergi Lopez
Laufzeit: 115min
FSK: ab 16 Jahren
Genre: Drama, Fantasy, Mystery (Mexiko, Spanien, USA)
Verleih: Senator Film Verleih
Filmstart: 22. Februar 2007
Bewertung: 7,8 (11 Kommentare, 10 Votes)
Eine Erzählerstimme berichtet von einem magischen Königreich, wo vor langer Zeit eine Prinzessin von der menschlichen Welt träumte, von blauem Himmel, Sonnenschein und einer sanften Brise. Eines Tages konnte sie ihren Hütern entkommen. Doch in der Außenwelt löschten die Strahlen der Sonne ihr Gedächtnis aus und sie starb an Auszehrung. Ihr Vater allerdings, der König, gab den Glauben nie auf, dass sie zurückkehren würde - vielleicht in einer anderen Gestalt, an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit. Spanien 1944, fünf Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges. Die Truppen des faschistischen Generals Franco haben gesiegt, aber noch immer gibt es Rebellen, die sich in den Bergen versteckt halten und gegen das Regime kämpfen. Eine Wagenkolonne bewegt sich durch die Landschaft: Angehörige des Militärsbegleiten Carmen, die neue Ehefrau ihres Capitans Vidal, zu dem entlegenen Posten, den er kommandiert. Carmens erster Mann, ein Schneider, ist vor einiger Zeit gestorben, sie hat den Capitan geheiratet und erwartet ein Kind von ihm. In Carmens Begleitung befindet sich ihre elfjährige Tochter Ofélia. Als die Wagenkolonne wegen eines Übelkeitsanfalls der Mutter anhält, entdeckt Ofélia im Wald eine steinerne Statue. Ein ungewöhnlich großes Insekt erregt ihre Aufmerksamkeit, als es aus der Mundöffnung der Statue krabbelt. Als die Wagenkolonne sich wieder in Bewegung setzt, fliegt das Insekt ihr nach. "15 Minuten zu spät!" bemerkt Vidal nach einem Blick auf seine Taschenuhr, als die Wagenkolonne eintrifft. Ofélia begrüßt er mit einem starken Händedruck, der dem Mädchen Schmerzen verursacht. Ofélia erblickt das Insekt und folgt ihm geradewegs durch ein steinernes Tor in einen labyrinthischen Garten. Kurze Zeit später beobachtet sie, wie ein Arzt der Haushälterin Mercedes ein Päckchen übergibt. Zwei Männer, Vater und Sohn, die festgenommen wurden, werden von Vidal verhört. Das Schriftstück, das man bei ihnen fand, wird als kommunistische Propaganda eingestuft, obwohl sie beteuern, es handele sich um einen alten Almanach. Vidal tötet den Jungen durch brutale Schläge ins Gesicht und erschießt den Vater. Als sich im Rucksack der beiden ein erlegtes Kaninchen findet– ebenso wie sie es zuvor vergeblich beteuert hatten–, meint Vidal kalt zu seinen Untergebenen, sie sollten beim nächsten Mal bessere Arbeit leisten. In der Nacht kommt das Insekt zu Ofélia und verwandelt sich in eine Fee mit menschlichen Gesichtszügen. Die Fee bringt das Mädchen in das Labyrinth, wo sie einem Faun begegnet, der freudig ihre Rückkehr begrüßt. Dieser stellt sich als Pan vor, nennt Ofélia Prinzessin und sich selbst ihren Diener. Er müsse sicher sein, dass sie keine Sterbliche geworden sei, verkündet er. Deshalb habe sie drei Aufgaben zu bewältigen, bevor es wieder Vollmond würde. Welches die Aufgaben seien, würde sie aus einem Buch erfahren, dass er ihr mitgibt. Am Abend zieht Ofélia sich ins Bad zurück, wo sie das Buch versteckt hat und schlägt es auf. Ihre erste Aufgabe ist es, von einer Kröte, die sich im Stumpf eines Baumes eingenistet hat und diesen dadurch am Blühen hindert, einen Schlüssel zu erlangen. Ofélia kriecht durch einen unterirdischen Gang und sieht sich plötzlich der Kröte gegenüber, die größer ist als sie selbst. Durch ihr unerschrockenes Auftreten gelingt es Ofélia, den Schlüssel zu bekommen. Später folgt sie der Fee erneut ins Labyrinth, wo sie den Schlüssel an Pan aushändigt. Als Ofélia das Buch zum zweiten Mal öffnet, färben sich dessen Seiten blutrot, zur selben Zeit windet sich ihre Mutter in heftigen Schmerzen und fängt an zu bluten. In der Nacht kommt Pan an Ofélias Bett. Sie habe die Aufgabe nicht ausführen können, weil ihre Mutter krank sei, sagt das Mädchen. Pan gibt ihr eine Wurzel, die sie unter das Bett ihrer Mutter legen solle, das würde deren Genesungsprozess beschleunigen. Außerdem erklärt Pan Ofélia die zweite Aufgabe: sie soll den Schlüssel in ein bestimmtes Schloss stecken und auf dem Weg dorthin keinesfalls von dem reichhaltig gedeckten Tisch essen, den sie sehen wird – ihr Leben wird davon abhängen. Auf ihrem Weg kommt Ofélia an Pale Man vorbei, einem gesichtslosen Wesen, das unbeweglich an einem Tisch sitzt. Als sie trotz der Warnung von einer Handvoll Trauben nascht, erwacht Pale Man zum Leben und verfolgt sie. Die Feen, die ihr den Weg zu dem richtigen Schloss gewiesen haben, versuchen ihn abzulenken, bezahlen dafür aber mit ihrem eigenen Leben. Ofélia gelingt es, in letzter Sekunde zu entkommen. Währendessen haben die Haushälterin Mercedes und der Arzt die Rebellen im Wald aufgesucht. Einer von ihnen ist Pedro, Mercedes' Bruder. Der Arzt behandelt die Verwundeten, wendet sich aber gegen den Plan, Vidal zu töten - dann würde die Regierung nur einen neuen Befehlshaber entsenden. Mercedes händigt ihrem Bruder einen Schlüssel aus, der ihm Zugang zum Vorratsraum der Truppen verschafft. Ofélia, die nach der Wurzel unter dem Bett schaut, hört mit an, wie Vidal zu dem Arzt sagt, wenn es Komplikationen bei der Geburt gäbe und er wählen müsse, dann solle er das Baby retten - "es wird meinen Namen tragen!" Durch eine Sprengung der Partisanen ist ein Zug entgleist, Vidal erfährt von einem der Arbeiter, dass die Partisanen nichts mitgenommen haben, es ging ihnen nur darum, die Armee aufzuhalten. Nach einem Feuergefecht mit den Partisanen im Wald werden Schwerverletzte von Vidal und seinen Männern erschossen, ein Leichtverletzter wird in den Lagerraum gebracht, wo Vidal ihm die Instrumente zeigt, mit denen er ihn foltern wird. Der Mann stottert und Vidal bietet ihm an, wenn er ohne zu stottern bis Drei zählen könne, würde er ihn laufenlassen. Der Mann versucht es, bei der Zahl Drei jedoch versagt seine Stimme. Vidal lässt den gefolterten Gefangenen von dem Arzt untersuchen. Der Partisan gesteht dem Arzt, dass er geredet hat und bittet ihn, ihn sofort zu töten. Der Arzt gibt ihm eine Spritze. In der Arzttasche entdeckt Vidal eine Ampulle, die genauso aussieht wie jene, die seine Männer bei einer Lagerstelle der Partisanen fanden. Daraufhin erschießt Vidal den Arzt. Zwischenzeitlich hat Vidal Ofélia unter dem Bett ihrer Mutter entdeckt, wo sie die Wurzel mit Wasser versorgte. Ofélia beteuert, dass die Wurzel zur Genesung der Mutter beigetragen hätte. Doch die Mutter glaubt ihr nicht, wirft die Wurzel ins Kaminfeuer und verkündet, "Magie gibt es nicht!". Unmittelbar danach sieht und hört sie, wie sich die Wurzel qualvoll im Feuer windet. In diesem Moment setzen ihre Wehen ein. Nachdem der Schrei des Neugeborenen zu hören ist, teilt der Militärarzt Capitan Vidal mit, dass seine Frau bei der Geburt gestorben ist. Im Anschluss an das Begräbnis fragt Vidal Mercedes, wie gut sie den Arzt kannte und ob es vielleicht einen zweiten Schlüssel zu dem Vorratsraum gäbe – das Schloss sei schließlich unversehrt gewesen, nachdem die Partisanen ihn ausgeräumt hätten. Mercedes weicht aus und beschließt daraufhin, aus dem Haus zu fliehen. Sie gibt Ofélias Drängen nach, sie mitzunehmen, doch sie laufen Vidal und seinen Männern direkt in die Arme. Vidal präsentiert Mercedes seine Folterwerkzeuge, doch als er ihr den Rücken zuwendet, gelingt es ihr, sich von ihren Fesseln zu befreien und ihm mit dem Messer das Gesicht zu zerschneiden. Auf der Flucht wird sie im Wald von Soldaten gestellt, doch plötzlich fallen Schüsse, die Partisanen retten sie und beginnen mit ihrem Angriff auf den Stützpunkt. Pan, dem Ofélia zuvor gestanden hat, bei der zweiten Aufgabe versagt zu haben, kommt erneut zu ihr, um ihr eine letzte Chance zu geben. Sie soll mit ihrem neugeborenen Bruder in das Labyrinth kommen. Dort verlangt er von ihr das Baby: das Portal würde sich nur öffnen durch das Blut eines Unschuldigen – "nur ein kleiner Tropfen!" Vidal, der Ofélia gefolgt ist (und der Pan nicht sehen kann), nimmt das Baby an sich und schießt auf Ofélia. Auf dem Rückweg läuft er den Partisanen in die Hände und wird von Mercedes' Bruder erschossen. Ofélia sieht plötzlich Licht, sie findet sich in einer riesigen Halle wieder. "Erhebe Dich, mein Kind!" sagt ein alter, weißhaariger Mann auf einem Thron zu ihr, "Du hast Dein eigenes Blut vergossen, eher als das eines Unschuldigen. Das war die abschließende Aufgabe – und die wichtigste." Noch einmal sehen wir die schwer verletzte Ofélia und hören die Stimme des Erzählers...

Kommentare

(11) k168173 vergibt 9 Klammern · 20. März 2007
2 Tage nach dem Film denk ich noch an ihn, weil er so schön und brutal war. Punktabzug, weil es mir anfangs schwer fiel, in die Story "reinzukommen" (fing gleich an mit der Fee).
(10) Teilzeitelf vergibt 8 Klammern · 12. März 2007
[spoiler enthalten] Mir hat der Film sehr gut gefallen. Besonders das Ende, eine winzige Scene (Sicht vom Hauptman auf das Mädel) läßt die Frage aufkommen ob das Mädel nicht einfach verrückt ist und nichts von ihren Fantasy Erlebnissen wirklich passiert ist. Abzüge gibts von mir für übertriebene Gewalt z.B. Flaschenscene, Nachschüsse, detailreiche Darstellung des Sterbens an den zugefügten Verletzungen. (z.B. der Arzt). Dennoch ein richtig guter Mix aus Horror, Drama und Fantasy.
(9) pinni vergibt 8 Klammern · 06. März 2007
Ein sehr sehr schöner Film, der die Zustände im Franco Regime auf beiden Seiten sehr schön darstellt und durch die Fantasiewelt Ofelias noch deutlich unterstreicht. Ein Film der den Eintritt auf jeden Fall wert war. Und die 3!! Oscars gehen auch in Ordnung. 2 Punkte Abzug weil die Stelle mit der Wange ja eigentlich nciht nötig war...
(8) belgier vergibt 8 Klammern · 04. März 2007
der film ist sehr schön gemacht und einfach mitreißend. @ poker.event: wenn du den film nicht gut fandest, haste evtl das alles nicht so verstanden oder dir sind einfach nur die schönen bilder nicht aufgefallen die über die leinwand gewandert sind ;)
(7) Tobias vergibt 8 Klammern · 01. März 2007
das interessante an dem film ist, dass die monster wieder niedlich werden zum menschen:)
(6) NeedfulThings vergibt 2 Klammern · 01. März 2007
keine ahnung was alle an dem finden...meiner meinung nach ein lausiger film!
(5) Sweet-girly vergibt 8 Klammern · 26. Februar 2007
toller film, echt empfehlenswert!!!! der hat ja sogar 3 oscars bekommen.
(4) Franziska vergibt 9 Klammern · 25. Februar 2007
Einfach super!Aufjedenfall sehenswert!
(3) SinaCena vergibt 10 Klammern · 23. Februar 2007
Wunderschöner, sehr vielschichtiger Film der zu Nachdenken anregt.. Super!
(2) k163371 vergibt 8 Klammern · 23. Februar 2007
supere film!!!
(1) guinea-pig · 26. Januar 2007
Story und Bilder lassen viel erhoffen. Zudem hat der Film 5 Oscar-Nominierungen erhalten. Bin mal gespannt...
 

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