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Filmkritik - Oktoberfest (0)
 
 

Oktoberfest

DVD / Blu-ray :: IMDB (7,3)
Regie: Johannes Brunner
Darsteller: Olivia Pascal, Mina Tander
Laufzeit: 100min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: ?????
Verleih: Movienet Film
Filmstart: 01. September 2005
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Der letzte Tag des Oktoberfestes. In den überfüllten Zelten steigt die Stimmung mit dem Alkoholpegel und die Musik spielt dazu. Die Menschenmassen wollen sich noch einmal so richtig amüsieren, wollen mit dem Maßkrug anstoßen, auf den Bänken tanzen, mit Fremden verbrüdern oder sich von Night Fly, Olympia Looping oder Star World in die Luft wirbeln lassen. Doch hinter den Kulissen passieren Dramen und Komödien, spielt das Schicksal mit dem Einzelnen und seinen Erwartungen Poker. Max (August Schmölzer), Chef der Wiesnkapelle „Die Isarspatzen“, genießt seit zehn Jahren die sechzehn Tage auf der Bühne im Hofbräuzelt, wo er hoch über Tausenden von begeisterten Besuchern den Taktstock schwingt, sie anheizt und ganz in der tobenden Menge aufgeht. Ganz anders seine Frau Birgit (Barbara Rudnik), die sich als Bedienung zwischen den Bänken hindurchkämpft und nur noch müde an die unerfüllten Wünsche von Heim und Kindern denkt. Max und Birgit führen eine abgeliebte Ehe, Routine - das einzige, was vom einstigen Herzklopfen geblieben ist. Als Birgit ihren Mann dabei beobachtet, wie er sich mit einer willigen Engländerin unter der Bühne vergnügt, trifft sie eine längst fällige Entscheidung. Birgit wird einen Neuanfang wagen, während Max weiter auf „seiner Bühne“ stehen wird, immer wieder, weil´s so schön – und das sein Leben ist. In der Küche des Hofbräuzeltes arbeiten die beiden Kameruner Talla und Njaga, sie wissen nicht mehr, wie viele Teller und Krüge sie in die Spülmaschine geschoben haben, sind aber gut drauf. Talla ist in Birgit verliebt, traut sich aber erst in letzter Minute, sich ihr schüchtern zu nähern – ohne ihre verzweifelte Lage auszunutzen, spendet er ihr Trost und gibt ihr die Kraft, sich von ihrem gleichförmigen Leben zu befreien. Drei Italiener sind mit dem Auto nach München gekommen, um Fabrizios (Alessandro Riceci) Junggesellenabschied zu feiern, sie wollen es noch einmal so richtig krachen lassen, mit möglichst vielen blonden Frauen. Gianni (Antonio Prisco) schwärmt von den deutschen Mädchen, während Alessandro (Marco Basile) noch seiner verflossenen Liebe nachtrauert. Bald trifft das Trio auf die Freundinnen Katrin (Mina Tander) und Lisa (Julia Dietze) aus Hamburg, die schon schnell hemmungslos mit ihnen flirten. Katrin verliebt sich in Fabrizio, der spontan auf der Bühne für sie den Gefangenenchor aus „Nabucco“ schmettert. Die kalte Dusche lässt jedoch nicht auf sich warten. Lisa schnappt ihr den hübschen Jungen vor der Nase weg, reizt ihre Verführungskünste bis zum Letzten aus und Fabrizio derart, dass er jegliche Kontrolle verliert und gewalttätig wird. Und für Gianni werden die blonden Deutschen uninteressant, als er im Festzelt plötzlich eine Bekannte aus Italien wiedertrifft. Alessandro verguckt sich in die zurückhaltende Japanerin Tamiko, die ihn aus seiner Melancholie reißt. Zwei Seelenverwandte, die sich trotz Sprachschwierigkeiten verstehen, ein kurzer Moment der Zärtlichkeit, ohne Zukunft. Denn Tamiko ist mit ihrem frisch Angetrauten Takeshi auf Hochzeitsreise. Zu Beginn des Abends sitzen sie noch mit großen Augen inmitten des Wahnsinns um sie herum, nippen etwas zögerlich am Bierkrug. Als Takeshi sich von einer Gruppe Engländer zum Trinken animieren lässt, hat dies fatale Folgen. Er verlässt das Zelt, und Tamiko, die Takeshi nicht mehr finden kann, tritt mit Alessandro einen Flug „auf goldenen Flügeln“ an. Am Ende finden sich die Flitterwöchner wieder. Um ein heftiges Stück Erfahrung mit Europa reicher. Der kleine Marc (Rick Nadler) und seine große Schwester Jenny (Samira Bedewitz) kommen mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen zur Festwiese. Marc ist glücklich über ein paar Stunden mit seinem Vater Richard (Peter Lohmeyer), Jenny dagegen sauer, sie möchte lieber mit ihrem Freund zusammen sein. Auch Richard freut sich auf die Zeit mit seinen Kindern. Schließlich muss er seine Kinder um sechs Uhr abends wieder bei der Mutter abliefern. Doch alles kommt anders. Zufällig läuft ihm seine Geliebte (und Schülerin) Sophie (Philippine Pachl), die so alt ist wie seine Tochter, über den Weg. Er lässt seine Kinder alleine, um sich mit Sophie auszusprechen. Jenny trifft ihren Freund und verliert dabei ihren Bruder aus den Augen. Als Richard zurück kommt, beginnt ihre gemeinsame Suche nach Marc. Erst jetzt wird sich Richard seiner Verantwortung als Vater bewusst. Sein Sohn Marc freundet sich auf seinem Streifzug über das Festgelände mit Karl (Arndt Schwering-Sohnrey), dem Sohn der Geisterbahn-Chefin Maria (Hildegard-Kuhlenberg) an. Maria kämpft um die Existenz des Traditionsbetriebes. Ihr Leben ist wie das ihres kranken Vaters Edmund (Gunnar Möller) mit der Tradition der Schaustellerei verbunden. Seit Jahrzehnten gehört die Geisterbahn zum Oktoberfest, hat aber inzwischen gegen Publikumsknaller mit der Beschleunigung eines Kampfjets keine Chance. „Auf Tradition gibt es eben keinen Kredit“. Das erfährt sie von ihrem Kollegen und Konkurrenten Bäumler (Rudolf W. Brem). Der hat ein Auge auf sie geworfen und vor Jahren Hilfe versprochen, wenn sie es nicht schaffen sollte. Ihre Durchsetzungskraft, der unbedingte Wille, das Geschäft allein zu führen, nachdem ihr Mann sie im Stich gelassen hat, imponierte ihm. Er will ihr kein Geld leihen: Wenn sie ihm die Bahn verkauft, kann sie als Geschäftsführerin weiter bei ihm arbeiten. Dazu bräuchte sie aber die Unterschrift ihres Vaters, der sie wohl verweigern wird. Für Edmund symbolisiert die Geisterbahn sein Lebenswerk und er sorgt noch einmal dafür, dass die Lichter wunderbar leuchten. Er stirbt an diesem Abend, vielleicht der richtige Zeitpunkt. Die Reise ins Jenseits tritt er mit der Geisterbahn an, eine versöhnliche Geste und ein würdiger Abschied, ein leises Adieu auf den letzten Weg. Marias Tochter Rena (Anna Brüggemann) hat für sich schon längst beschlossen, dass mit der Schaustellerei nach diesem Oktoberfest Schluss ist. Sie will mit der unsteten Herumzieherei aufhören und ein neues, eigenes Leben außerhalb dieser Welt beginnen. Und wieder mischt der Zufall die Karten neu. Sie begegnet Frank (Christoph Luser), einem merkwürdigen, aggressiven jungen Mann im Rollstuhl, der sie anschnauzt, als durch ihre Schuld sein Handy zu Boden fällt und sie ihm helfen will. Rena ist fasziniert von seiner Ausstrahlung und auch Frank fühlt sich von Rena angezogen. Sie verabreden sich, genießen die Aussicht von der Bavaria und Rena zeigt ihm die geheimnisvolle Welt unter der Zeltstadt. Wenn Frank sich unbeobachtet fühlt, ruft er die Polizeiwache des Oktoberfests an und verunsichert die Besatzung mit dubiosen Hinweisen und versteckten Drohungen. Bei Kraitmair (Branko Samarovski),dem Chef der Polizeiwache, werden schreckliche Erinnerungen an das dunkelste Kapitel der Oktoberfestgeschichte wach, das Attentat von 1980. Er wird jedoch dafür sorgen, dass diesmal das größte Volksfest der Welt nicht nur fröhlich, sondern auch friedlich ist und bleibt. Erst sehr spät orten die Polizisten den Anrufer Frank - der ein seltsames Spiel spielt - der sich aber auch in Rena verliebt hat und nicht weiß, wie er ihr die Wahrheit offenbaren soll, ohne dass sie ihn verachtet. Wenn die Musik ein letztes Mal aufspielt, langsam die Lichter der Wies`n erlöschen und sich wieder die Sterne in den Pfützen spiegeln, ist es Zeit zu gehen. Für die Italiener, für Richard, Takeshi und Tamiko, Lisa und Katrin - die hier nur ein paar Stunden verbrachten, für Maria, Rena, Birgit und Frank – die vielleicht nie mehr hierher kommen werden, und auch für diejenigen wie Max, Talla und Kraitmair, die das Fest am Laufen halten. Bis zum nächsten Jahr...

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