Filmkritik - Nabucco - Wiener Staatsoper (2001)
 
 

Nabucco - Wiener Staatsoper

Regie: Fabio Luisi, Günter Krämer
Darsteller: Giacomo Prestia, Miroslav Dvorsky
Laufzeit: 126min
FSK: ???
Genre: Musik
Filmstart: 01. Januar 2001
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Nabucco - Giuseppe Verdis großer Durchbruch und bis heute beim Publikum nicht zuletzt wegen des wohl berühmtesten aller Opernchöre "Va, pensiero" ein andauernder Erfolg, ist hier in einer nachdenklichen Inszenierung der Wiener Staatsoper von 2001 zu sehen. Dirigent Fabio Luisi befreit das Stück von den musikalischen Banalitäten der gängigen Aufführungspraxis und wandelt Verdis Musiksprache ins Expressive. Auf der Bühne betont Günter Krämer das zwischenmenschliche Element der großen biblischen Geschichte über den Machtverlust eines Königs. Seine Konzentration auf den filigranen Symbolismus des Textes wird vom raren Bühnenbild unterstützt, das mit seinem geringen Mobiliar die Aufmerksamkeit ganz auf die Charaktere setzt: die Oper wird Familiensaga innerhalb eines großen politischen Zusammenhangs. Dieser zeigt Nabucco als smarten Populisten und macht die jahrtausendealte Bedrohung des jüdischen Volkes deutlich, wenn die Kostüme der Gefangenen an Bilder osteuropäischer Juden vor dem Holocaust erinnern. Eine intelligente Produktion mit herausragenden Sängern, allen voran der große Bariton Leo Nucci als Nabucco, Sopranistin Maria Guleghina in der herausfordernden Rolle der Abigaille und Mezzo Marina Domashenko als deren konkurrierende Schwester Ferena.

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