Filmkritik - Mit Herz und Hand (2005)
 
 

Mit Herz und Hand

DVD / Blu-ray :: IMDB (7,9)
Original: The Worlds Fastest Indian
Regie: Roger Donaldson
Darsteller: Bruce Greenwood, Daniel Sing
Laufzeit: 127min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Drama, Sport, Biografie (Japan, Neuseeland, Schweiz, USA)
Verleih: Universum Film
Filmstart: 26. Oktober 2006
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Burt Munro (Sir ANTHONY HOPKINS) mag über 60 Jahre alt sein. Aber sein Lebenstraum ist jung und wild: der Motorradfan und geniale Techniktüftler aus der neuseeländischen Provinzstadt Invercargill ist ein Paradebeispiel für "Kiwi Ingenuity". "Kiwi -Genialität", wie die sich selbst als "Kiwis" bezeichnenden Neuseeländer ihre charakteristische Findigkeit stolz nennen. Denn grenzenloses Selbstvertrauen und das Talent, unkonventionell simple Lösungen für komplexe Probleme zu finden, wird Neuseeländern traditionell zugeschrieben. Burts Traum ist jedoch in der Tat ziemlich ungewöhnlich: Er will in den amerikanischen Salztonebenen in Bonneville / Utah, dem Austragungsort der "Speed Week" mit seinem 46 Jahre alten Motorrad, einer Indian Scout mit 600 ccm, Baujahr 1920, einen Landgeschwindigkeitsrekord brechen (übrigens aus einer Serie, die nur noch bis 1931 hergestellt wurde). Doch der Weg von Invercargill in die amerikanischen Salzwüsten ist weit - und teuer, obwohl seine treuen Freunde immer wieder für die Überfahrt sammeln, reicht es nie. Und als Burts Geliebte Fran (ANNIE WHITTLE) ihm Geld anbietet, ist dieser viel zu sehr Gentleman, um es anzunehmen. Erst die Diagnose einer Herzkrankheit ändert auf einen Schlag alles. Burt erkennt, dass er nicht mehr viel Zeit hat, seinen Lebenstraum zu erfüllen. Moralische Unterstützung erhält er dabei von Tom (AARON MURPHY), dem kleinen Nachbarssohn, der trotz der Zweifel seiner spießigen Eltern den Glauben an Burt und seiner verrückten Pläne nicht aufgibt. Er verpfändet sein Haus, gibt seiner Indian den letzten Schliff, baut eine Frachtkiste für sie und verdingt sich als Koch auf einem Schiff nach Amerika. Dort ist seine erste Station Hollywood, wo er darauf warten muss, dass der amerikanische Zoll sein Motorrad freigibt. Die nette Dame an der Hotelrezeption begrüßt den über amerikanischen Verkehr und Sitten staunenden Hinterwäldler Neuseeland ironisch lächelnd mit "Welcome to Hollyweird!". Die Dame, die auf den Namen Tina Washington (CHRIS WILLIAMS) hört, entpuppt sich im Laufe von Burts Los Angeles-Aufenthalt nicht nur als hilfreich in allen möglichen Situationen (Gebrauchtwagenkauf, Zoll), sondern auch als Transvestit. Aber Burt Munro sieht den Menschen ins Herz und das ist bei Tina aus purem Gold. Kauzig, liebenswert, simpel und von entwaffnender Offenheit - so erobert der Kiwi die Herzen der Amerikaner. Der nächste ist der Hispano Fernando (PAUL RODRIGUEZ), bei dem Burt einen gebrauchten Wagen kauft. Für ein Spottgeld, weil er selbst so lange an dem alten Vehikel herumschraubt, bis es funktioniert. Fernando ist von dem eigenwilligen Kunden so begeistert, dass er ihn am Liebsten einstellen würde. Doch Burt will nach Utah. Wenigstens nimmt er nach einigen lebensgefährlichen Manövern auf amerikanischen Straßen von Fernando folgenden wichtigen Rat an: "Nicht nur hier in Amerika, sondern überall auf der Welt sollte der Fahrer immer zur Straßenmitte hin sitzen. Wenn Sie da nicht sind, sind Sie auf der falschen Straßenseite." Als Burt von Hollywood Abschied nimmt, lässt er mit Tina und Fernando zwei neue Freunde zurück. Der nächste, der ihm auf seinem Weg nach Utah aus der Patsche hilft, ist der Indianer Jake (SAGINAW GRANT). Denn Burt kann seine gestrandete Indian nicht allein manövrieren, nachdem ein Reifen an seinem Anhänger geplatzt ist. Jake hilft ihm aus der Patsche und gewährt dem Neuseeländer Obdach für eine Nacht, schenkt ihm ein glücksbringendes Amulett und steckt ihm am nächsten Morgen ein uraltes Mittel gegen seine Prostata-Beschwerden zu - gemahlene Hundehoden. Derart gestärkt macht sich Burt unverdrossen auf die Weiterfahrt, obwohl der Ast, den er als Radersatz unter seinen Anhänger geklemmt hat, nur ein Provisorium sein kann. Doch Rettung naht in Gestalt der patenten Witwe Ada (DIANE LADD), die in einem kleinen abgelegenen Haus irgendwo am Highway lebt. Auf ihrem Grundstück befinden sich jede Menge Schrottautos, die der selbsternannten Künstlerin als Materialquelle für ihre ungewöhnlichen Kunstobjekte dienen. Sie bietet ihm nicht nur die Achse aus einem alten Ford und ein Schweißgerät an - sondern auch ein warmes Bett mit sich selbst als Schlafbegleitung. Als Burt am nächsten Morgen wieder aufbricht, tut er das nicht, ohne Ada zu versprechen, auf dem Rückweg wieder bei ihr hereinzuschauen. Auf der Fahrt macht sich sein krankes Herz wieder bemerkbar und Burt erleidet einen leichten Infarkt. Doch so kurz vor dem Ziel lässt er sich nicht mehr abbringen - nicht einmal vom drohenden Tod. An einer Tankstelle, irgendwo zwischen Los Angeles und Bonneville, trifft Burt auf den jungen Vietnam-Soldaten Rusty (PATRICK FLUEGER). Rusty erweist sich als unterhaltsamer Beifahrer und zusammen fahren sie nach Bonneville, wo bereits die "Speed Week" (Geschwindigkeitswoche) begonnen hat. Hier lernt Burt als erstes den Rennfahrer Jim Moffet (CHRIS LAWFORD) kennen, der ihm schon bald eine große Hilfe sein wird. Denn Burt hat keine Ahnung, dass er für die "Speed Week" eine Anmeldung benötigt. Die Anmeldefrist ist natürlich längst verstrichen ... Burt ist verzweifelt! Sollte ihm so kurz vor seinem Ziel die Bürokratie einen Strich durch die Rechnung machen? Jim Moffet versucht die Organisatoren umzustimmen. Doch als nächstes melden sich die Mitarbeiter der "Speed Week", die für die Sicherheitsbestimmungen der antretenden Maschinen zuständig sind. Burts Indian erweist sich als reines Sicherheitsrisiko. Sie verfügt weder über die vorgeschriebenen Hochgeschwindigkeitsreifen noch ist ein Bremsfallschirm an ihr installiert. Ihre 42 Jahre alten Bremsen sind mehr als antiquiert. Und statt im vorgeschriebenen feuerfesten Anzug will Burt in seiner alten Anzugshose (in die Socken gestopft) starten und dazu ein schwarzes Hemd aus neuseeländischer Wolle ("wasserfest und feuerfest") tragen. Die Sicherheitsinspektoren sind skeptisch. Können und dürfen sie Burt an den Start schicken? Wieder bricht für Burt, den die Gemeinschaft der Geschwindigkeitsfanatiker von Bonneville längst in ihr Herz geschlossen hat, eine Welt zusammen. Gemeinsam bangt man dem Entschluss der Kommission entgegen. Nach einigen quälenden Stunden der Unsicherheit steht endlich fest: Burt darf seine Maschine auf die Rennstrecke schieben. Aber wird die alte Maschine diesem einmaligen Härtetest standhalten? Einen Unfall oder größere Reparaturen kann sich Burt nicht leisten. Er hat Ideen für zwei und Lebensfreude für drei - aber keine Zeit mehr. Am nächsten Morgen rollt Burt seine Maschine an den Start. Der Himmel wölbt sich wolkenlos über der Salzfläche. Jetzt oder nie! Aber wird er lebend von seiner geliebten Indian steigen? Burt setzt alles auf eine Karte....

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