Filmkritik - Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler (2006)
 
 

Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler

Original: Mein Führer | My führer
Regie: Dani Levy
Darsteller: Helge Schneider, Ulrich Mühe
Laufzeit: 95min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Komödie (Deutschland)
Verleih: X-Verleih
Filmstart: 11. Januar 2007
Bewertung: 7,7 (10 Kommentare, 10 Votes)
Es ist der 25. Dezember 1944, Berlin liegt in Trümmern. Der totale Krieg scheint total verloren. Reichspropagandaminister Dr. Joseph Goebbels (Sylvester Groth) weiß, dass ein Ruck durchs Land gehen muss, und er hat auch schon eine Idee. Der Führer (Helge Schneider) soll vor den Pappkulissen eines unzerstörten Berlins eine flammende Neujahrsrede halten, mit der er die Massen wieder für den Krieg mobilisiert und die von den Kameras der Wochenschau ins ganze Land getragen wird. Der Schwachpunkt: Adolf Hitler ist nur noch ein matter Abglanz seiner alten „Größe“, demoralisiert und deprimiert verkriecht er sich in seinem Arbeitszimmer und meidet jede Öffentlichkeit. Der einzige Mann, der da noch helfen kann, ist der jüdische Schauspieler Adolf Grünbaum (Ulrich Mühe), der Hitler am Anfang seiner politischen Karriere Schauspielunterricht gegeben hat. So wird der überraschte Grünbaum im Konzentrationslager Sachsenhausen ausfindig gemacht und in die Reichskanzlei gebracht. Bevor Goebbels ihn empfängt und in seinen Plan einweiht, wird Grünbaum erst einmal zum Duschen geschickt und mit einem Schinken-Käse-Brot versorgt. Grünbaum nimmt den Auftrag an, unter der Bedingung, dass seine Frau Elsa (Adriana Altaras) und seine Kinder Adam, Judith, Jakob und Benny aus dem Lager geholt werden und mit ihm zusammen unter einem Dach leben dürfen. Goebbels stimmt zu. Grünbaum zu seiner Frau: „Hitler ist am Boden. Ich habe ihn gesehen, er ist gebrochen. Ich habe noch keinen Plan, aber lass mich doch mit der Situation spielen.“ Zum Auftakt der gemeinsamen Arbeit bringt Grünbaum seinem Schützling einen Trainingsanzug und verordnet ihm Lockerungsübungen. Grünbaum arbeitet tagsüber mit dem Führer, abends muss er sich vor seiner Familie rechtfertigen, die nicht einsehen will, dass er die Gelegenheit den Führer zu ermorden nicht nutzt. Doch Grünbaum begreift die Unternehmung mit jüdischem Sinn für Humor als Spiel: „Ich helfe ihm doch nicht, ich unterrichte ihn nur.“ Gleich am ersten Tag kommt es zu einem Zwischenfall, als der Führer seinen Lehrer massiv provoziert: „Warum wehren Sie sich nicht? Warum wehrt sich der Jude nicht?“ Grünbaum verliert die Nerven, schlägt zu und Hitler geht bewusstlos zu Boden. Erschrocken denkt Grünbaum, sein letztes Stündlein habe geschlagen. Doch als Hitler wieder zu sich kommt, hat es keine Konsequenzen für Grünbaum. Was beide nicht wissen: ihr Tun wird durch eine Spiegelwand von Goebbels, Speer (Stefan Kurt), Himmler (Ulrich Noethen) und Bormann (Udo Kroschwald) eobachtet. Einer ist besonders besorgt, was dieser Jude dort mit dem Führer anstellt: Albert Speer. Er kann es kaum mit ansehen. Inzwischen beginnt Grünbaum mit tiefenpsychologischen Übungen, in deren Verlauf sich Hitler in seine schwierige Kindheit zurückversetzt. Die Gelegenheit ist günstig, als der Führer die Augen schließt: Heimlich greift Grünbaum nach einem eisernen Briefbeschwerer und holt aus, um Hitler zu erschlagen. Als dieser jedoch in seine Erinnerungen verstrickt zu weinen beginnt, und Grünbaum hinter dem menschenverachtenden Monster nur noch den kläglichen Menschen sieht, lässt er die Mordwaffe sinken. So verschieben sich im Laufe der Tage die Kräfteverhältnisse zwischen dem „großen“ Führer und dem „kleinen“ jüdischen Schauspieler immer wieder, und die emotionale Achterbahnfahrt hinterlässt ihre Spuren im Gesicht von Grünbaum. Grünbaum spürt seine wachsende Wichtigkeit und fordert einen höheren Preis – die Freilassung aller Gefangenen in Sachsenhausen. Goebbels ist außer sich vor Wut über diesen Erpressungsversuch und lässt Grünbaum samt seiner Familie ins Lager zurückbringen. Als Hitler einen Lehrerwechsel jedoch ablehnt und „seinen“ Juden zurückfordert, ist Goebbels gezwungen einzulenken. Er holt Grünbaum wieder in die Reichskanzlei und geht zum Schein auf seine Forderung ein. Mit Himmler plant Goebbels unterdessen ein Attentat auf den labilen Führer: Unter der Rednertribüne soll eine Bombe platziert und Grünbaum als Attentäter denunziert werden. Inzwischen eskalieren auch die Arbeitssitzungen, Grünbaum treibt Hitler dazu, auf allen vieren über den Boden zu krabbeln und wie ein Hund zu bellen. Keine Erniedrigung geht Hitler zu weit, der zunehmend sein Innerstes nach außen kehrt und immer wieder von den Demütigungen durch seinen gewalttätigen Vater spricht. Draußen zeigen sich seine Gefolgsmänner zunehmend besorgt über den Gang der Dinge, doch Goebbels versichert, dass der Führer nicht zum Affen gemacht, sondern nur nach modernsten Regeln der Schauspielkunst unterrichtet werde. Albert Speer, der Goebbels belauscht aber nur einen Teil verstanden hat, warnt Hitler vor Grünbaums angeblichen Attentatsplänen, als dieser in einem Schaumbad Entspannung sucht. Hitler will es nicht glauben, stellt aber Grünbaum noch in der Nacht zur Rede. Schnell lässt er sich von der Unsinnigkeit dieser Anschuldigung überzeugen. Seine Stimmung schlägt um und er beginnt am Ehelager der Grünbaums zu jammern: „Ich bin so allein, der Jahreswechsel, die Weltlage, die vielen Toten …“. Wie ein Kind, das einen schlechten Traum hat, kriecht der Führer unter die Decke der Grünbaums, wo ihm Elsa Grünbaum erst ein jüdisches Schlaflied singt, um ihm später im Schlaf das Kissen aufs Gesicht zu drücken. Nur knapp kann sie von ihrem Mann daran gehindert werden, ihn zu ersticken: „Du machst dasselbe wie er: Du tötest einen wehrlosen Menschen“, wirft Grünbaum ihr vor. Am nächsten Morgen ist der große Tag der Rede gekommen. Bei den letzten Vorbereitungen für den Auftritt wird versehentlich der halbe Schnauzer von Hitler gekappt, was den Führer so sehr erregt, dass er seine Stimme verliert. Nun soll Grünbaum unter der Rednertribüne per Mikrofon zu den Massen sprechen, während oben der Führer nur die passende Gestik und Mimik dazu liefert. Nach einer Weile beginnt Grünbaum jedoch vom Text der einstudierten Rede abzuweichen, und präsentiert dem Volk eine ganz andere Interpretation der Lage Deutschlands, die aus Hitlers Mund oben auf der Tribüne die Menge sichtlich verwundert...

Kommentare

(10) Oikalyptusbonbo vergibt 10 Klammern · 18. Februar 2007
TOLL... KLASSE FILM... ENDLICH EINER MAL EIN NICHT SO GESCHMACKLOSER
(9) k272823 vergibt 10 Klammern · 15. Februar 2007
der film is einfach nur klasse! der führer wird so mies hochgenommen!!
(8) k160549 vergibt 3 Klammern · 09. Februar 2007
Helge konnte den Film leider auch nicht retten. Lohnt sich wirklich nicht zu sehen. Obwohl ich Helge wirklich gerne sehe. Der Film ist schlichtweg langweilig und dämlich. Die drei Klammern sind nur für Helge :) Der hat seine Sache wirklich Super gemacht-wie immer.
(7) Element vergibt 8 Klammern · 05. Februar 2007
Die Verniedlichung Adolf Hitlers, von einem einst geprügelten Kind zum unerbittlich gewordenen Judenvernichter, ist natürliche schwere Kost! Dennoch erregt die Figur gerade soviel Mitleid beim Zuschauer, das man trotz allem ernsten Hintergrundes einfach lachen muß! Helge Schneider mimt die cholerisch-tragisch-komische Figur grandios und ich bin froh das man nach 60 Jahren den Mut gefunden hat sich diesem Thema mal von einer anderen, humoristischen Seite zu widmen.
(6) verhoeven vergibt 3 Klammern · 21. Januar 2007
Fand ihn teils langweilig, teils dumm. Und dazu Originalaufnahmen und KZ Szenen? Naja, komsch wars nicht, ein Drama wars auch nicht. Kurz: Das war gar nichts.
(5) jayem vergibt 4 Klammern · 13. Januar 2007
viel viel viel zu viel pseudo Gutmenschartiges Rumgesülze um auf pseudo intellektueller weise den Nazionalsozialismus zu verachten. entweder Comedy oder Drama . Beides geht nicht. auf keinem Fall ! mich hat der Film nur gelangweilt. alles war total vorherzusehen. irgendwie pseudomäßig . Helge Schneider hat die sache zwar gut gemacht aber jede geste und jeder witz hat man schon 10 sekunden vorher gemerkt. außerdem waren so gut wie keinen witze dabei. gerade noch 4 Punkte
(4) Freiwild vergibt 10 Klammern · 12. Januar 2007
Als annonymer Helge fan muss der Film einfach angesehen werden! Und jede Kritik die ich bisher gehört und gelesen habe war gut... also warum nicht!;-)
(3) k163371 vergibt 10 Klammern · 08. Januar 2007
nur har har !!!!
(2) ehcbaer vergibt 10 Klammern · 06. Januar 2007
War gestern in der Vorpremiere... es ist kein Klamaukfilm. Dani Levy hat durchaus eine Hintergrundgeschichte verdeutlicht. Helge ist natürlich in bestform. unbedingt sehenswert!
(1) T-Flow vergibt 9 Klammern · 06. Januar 2007
Echt klasse Film! Helge Schneider in Topform. Man sollte allerdings viel Spaß verstehen und über Kleinigkeiten lachen können. :o)
 

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