Filmkritik - Lemming (2005)
 
 

Lemming

DVD / Blu-ray :: IMDB (6,7)
Regie: Dominik Moll
Darsteller: Jacques Bonnaffe, Michel Cassagne
Laufzeit: 130min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Frankreich)
Verleih: Alamode Film
Filmstart: 13. Juli 2006
Bewertung: 10,0 (3 Kommentare, 3 Votes)
Alles scheint bestens geordnet im Leben von Alain und Bénédicte Getty. Vor kurzem erst sind sie in eine neue Stadt im Süden Frankreichs gezogen. Alain entwickelt dort als Ingenieur eine revolutionäre fliegende Überwachungskamera und Bénédicte lebt sich als vorläufige Hausfrau im adretten Eigenheim am Stadtrand ein. Gelassen sieht das glückliche Paar der Zukunft entgegen. Aber eines Abends beginnt ihre heile Welt aus den Fugen zu geraten. Erst verstopft ein halbtoter Lemming die Spüle. Wie kommt das in Skandinavien heimische Tier ausgerechnet in ihre südfranzösische Küche? Die Gettys stehen vor einem Rätsel. Der mysteriöse Nager kündigt das schleichenden Eindringen des Irrationalen in ihr bisher wohl geordnetes Leben an. Am gleichen Abend laden sie Alains Chef, Richard Pollock und seine Frau Alice zum Essen ein. Aber die Begegnung wird fatale Folgen für die traute Harmonie des jungen Paares haben. Denn anders als bei den mustergültig verliebten Gettys wird die Ehe der Pollocks von Hass und Verachtung bestimmt. Das Dinner wird zum Desaster. Von Anfang an ist die Stimmung frostig. Alice versteckt sich hinter ihrer Sonnenbrille und schweigt hartnäckig. Dann beschimpft sie ihren Mann vor den Gastgebern, dass er sie mit Nutten betrüge und schleudert ihm ein Glas Wein ins Gesicht. Auf dem Weg zur Tür verspricht sie den Gettys eine zerrüttete Ehe. Ihre Gehässigkeit beginnt, das junge Glück zu vergiften. Offenbar hat Alice aber Gefallen am Angestellten ihres Mannes gefunden. Denn schon am nächsten Tag taucht sie in Alains Büro auf und versucht, ihn zu verführen: "Sie können mit mir machen, was sie wollen", lockt sie. Alain muss hart mit sich kämpfen, um der Versuchung nicht nachzugeben. Wenig später besucht Alice auch Bénédicte und bringt sie dazu, an der Treue ihres Gatten zu zweifeln. Als Alice sich kurz darauf selbst umbringt ist das nicht das Ende, sondern der Beginn ihrer verheerenden Wirkung auf Bénédicte. Der starre Blick der Sterbenden und ihr rachsüchtiger Geist beginnen nun, von Bénédicte Besitz zu ergreifen. Als seine junge Frau aggressiver und unberechenbarer wird, gleitet die Musterehe langsam dem Alptraum entgegen. Unaufhaltsam bahnt sich der Wahnsinn seinen Weg in Alains Alltag. Nach dem Tod von Alice bricht Alain mit seinem Chef zu einer Geschäftreise auf. Während sich Pollock auf seinem Hotelzimmer mit Call-Girls amüsiert, ruft Alain seine Frau an. Eine fremde Stimme schreit, er solle zur Hölle fahren. Er macht sich beunruhigt noch in der gleichen Nacht auf den Rückweg. Zuhause angekommen hört Alain seltsame Geräusche. Als er die Tür zur Küche öffnet, steht er in einem Meer von schreienden Lemmmingen und fällt erschreckt rückwärts die Treppe runter. Am nächsten Tag wacht er mit gebrochenem Arm und zerkratztem Gesicht im Krankenhaus auf. Er sei vermutlich am Steuer eingeschlafen, erklärt ihm Bénédicte. Die Invasion der Lemminge? Sie wird vom Arzt als Unfalltrauma abgetan. Zur Erholung fahren Alain und Bénédicte in die Berge. Aber auch in der paradiesischen Umgebung an einem malerischen See wächst das Unbehagen. Bénédicte scheint sich mehr und mehr in die verstorbene Alice zu verwandeln. Bald weiß Alain nicht mehr, wen er vor sich hat. Als er am nächsten Morgen am See aufwacht, ist seine Frau mit dem Auto verschwunden. Zuhause trifft er ein leeres Haus vor. Bald muss er von der unbeteiligt wirkenden Bénédicte erfahren, dass sie eine Affäre mit Pollock begonnen hat. Mit Hilfe seiner fliegenden Spionage-Kamera verschafft sich Alain bald die nötigen Bild-Beweise. Aber schon längst versteht Alain die Welt nicht mehr. Im Sog der Schicksalsschläge verliert der gebeutelte Mustergatte seine Kontrolle. Seine Frau wird mehr und mehr zu einer Fremden. Sie manipuliert ihn mit ihrem morbiden erotischen Verwandlungsspiel so, dass er sich als ihr ferngesteuerter Handlanger zum Mord an Pollock antreiben lässt. Gibt es für Alain einen Ausweg aus der Spirale von Wahnsinn und Alptraum? Tatsächlich treten nach dem Mord wieder scheinbar normale Verhältnisse ein : Bénédicte erwacht wie aus einem langen Traum, Alain erkennt seine junge musterhafte Frau wieder, Pollocks Tod wird als Selbstmord abgetan. Sogar die mysteriöse Präsenz des Lemmings findet eine rationale Erklärung.

Kommentare

(3) Thanatos77 vergibt 10 Klammern · 29. Juli 2006
also ein super film finde ich
(2) Ixperte vergibt 10 Klammern · 26. Juli 2006
also ich bin auch ganz hin und her gerissen. entweder man muss ne 10 oder ne 1 geben. dazwischen gibts nichts. der film scheint zwar erst langweilig, lässt einen durch seine eigene erzählweise aber auch nicht los. auf jeden fall keine leichte kost.
(1) SVoigt2000 vergibt 10 Klammern · 20. Juli 2006
Topbewertung. Das ist wirklich ganz großartiges, anspruchsvolles Kino!!! Einer der besten Filme, die ich dieses Jahr gesehen habe.
 

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