Filmkritik - Latter Days (2003)
 
 

Latter Days

DVD / Blu-ray :: IMDB (7,3)
Regie: C. Jay Cox
Darsteller: Steve Sandvoss, Amber Benson
Laufzeit: 107min
FSK: ???
Genre: Drama (USA)
Verleih: Pro Fun
Filmstart: 28. April 2005
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Christian (Wes Ramsey) ist ein junger Schwuler in West Hollywood. Sexy, gut aussehend, ein Abziehbild vieler Schwuler in Amerika. Party ist für ihn ein Dauerthema, Männer sowieso. Keine Gelegenheit wird ausgelassen, um neue Bekanntschaften möglichst noch in derselben Nacht abzuschleppen. Nur schwer kann er sich auf jemanden einlassen, zu groß ist bei ihm die Lust auf neue Abenteuer. Und diese finden immer viel Aufmerksamkeit in Lila´s Restaurant, wo Christian arbeitet. Jeden Morgen warten seine Kollegen gespannt auf die neuesten Nachrichten der vergangenen Nacht. Wie sah er aus, was hat er mit dir gemacht? Was hast du mit ihm gemacht? Selbst seine Chefin Lila (Jacqueline Bisset) kann sich den Geschichten kaum entziehen. Eines Tages gehen vier junge, unschuldig wirkende Männer an seinem Apartment vorbei. Es sind Missionare der Mormonen, eine radikale Glaubensrichtung, die den Wert der Familie schätzt, das moderne Leben argwöhnisch betrachtet und naturgemäß der schwulen Comunnity kritisch gegenübersteht. Unter ihnen Aaron, aus dem konservativen Idaho, der den Stolz seiner Familie gerecht werden will und den Glauben der Mormonen in der Welt verbreiten soll. Nur ein Haus weiter ziehen sie gemeinsam in ein Apartment ein. Quasi auf Sichtweite! Christian wittert neue Beute, doch die ersten Zusammentreffen lassen schon erahnen, was diese vier Jungs vom ihm halten. Nur mit Aaron ist das anders. Soviel Menschenkenntnis besitzt dann Christian schon, dass er merkt, wie anders er von ihm angeschaut wird, ja, wie der junge Mormonenmissionar den Blicken ausweicht. Verschämt und doch eine Spur zu neugierig. Das ist auch Julie (Rebekah Jordan) aufgefallen. Sie ist die Mitbewohnerin von Christian, eine talentierte Sängerin, die am Pool mit ihm liegt und über das Leben philosophiert, die Nacht zum Tag macht in den Clubs von Los Angeles. Sie testet Christian. In einer Wette soll er beweisen, was für ein Kerl in ihm steckt. Schafft er es, einen der Mormonen in sein Bett zu bekommen, und sei es nur für eine Nacht, so bekommt er 50 Dollar. Nichts leichter als das, denkt sich Christian, und das Zielobjekt ist natürlich Aaron. Der Anfang ist allerdings schwer. Was soll man mit einem Menschen machen, der ständig gegen sein Inneres ankämpft, der sich nach außen anders gibt, als er innerlich fühlt, der sich selbst nicht akzeptieren kann. Christian versucht es auf die sanfte Art, ein lockeres Gespräch, eine Neckerei, ein bisschen in die Enge treiben. Es entwickeln sich lange Diskussionen über den Sinn und den Auftrag, den jeder im Leben hat. Christian ist da eher einfach: Spaß haben und Sex. Aaron kann sich mit so einer Einstellung nicht anfreunden. Jeder Mensch sollte eine Aufgabe in der Gesellschaft finden. Nächstenliebe und tiefer Glaube an Gott sind die Eckpunkte und Wegweiser menschlicher Existenz. Seine Freunde sind gespannt. Jeden Tag wird in Lila´s Restaurant der aktuelle Stand der Dinge diskutiert. Und je weiter diese Bekanntschaft geht, umso mehr verliebt sich Christian in Aaron. Schließlich landen beide in dem Apartment von Aaron und als es beinahe soweit ist, platzen Aarons Mitbewohner herein. Das ist eindeutig! Zwei Männer, halbnackt auf dem Bett. Die Dramatik in dieser Geschichte von Verlangen und Abwehr nimmt seinen Lauf. Aarons Eltern werden benachrichtigt, sofort muss er zurück nach Idaho und hinterlässt einen völlig verstörten Christian, der, weit über die Wettbedingungen hinaus, sich in den smarten Typ verliebt hat. Und der ist nun weg, ohne Nachricht, ohne ein Zeichen. Christian begibt sich auf einen langen Weg zu sich selbst und zu Aaron, der irgendwo in Idaho von seiner Familie als Schande betrachtet wird. Einsam liegt auch Aaron auf dem Bett, Alpträume quälen ihn und langsam begreift er, dass nicht nur Christian seine Fehler hat. In alptraumhaften Bildern und mit einem guten Gespür für Tempo beschreibt Regisseur C. Jay Cox den weiteren Verlauf der Geschichte. Traumsequenzen wechseln sich mit düsteren Momentaufnahmen ab. Aus der Liebesgeschichte wird eine Leidensgeschichte.

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