Filmkritik - Lady Vengeance (2005)
 
 

Lady Vengeance

DVD / Blu-ray :: IMDB (7,7)
Original: Chinjeolhan geumjasshi
Regie: Chan-wook Park
Darsteller: Min-sik Choi, Yeong-ae Lee
Laufzeit: 115min
FSK: ab 16 Jahren
Genre: Thriller, Drama, Krimi (Südkorea)
Verleih: 3L Filmverleih
Filmstart: 11. Januar 2007
Bewertung: 4,0 (2 Kommentare, 2 Votes)
Lee Geum-ja wird aus dem Gefängnis entlassen. 13 Jahre musste sie einsitzen. Damals hatte sie, 19 Jahre alt, gestanden, einen fünfjährigen Jungen entführt und ermordet zu haben. Ungerührt. Kaltblütig. Im Knast hat sie sich gewandelt. Ist aus eigenem Antrieb ein Engel geworden, hat zum Gebet gefunden und zu Gott, jederzeit hilfsbereit und zuvorkommend. Eine Musterinsassin. Was zur Aussetzung der lebenslangen Strafe geführt hat. Und ihrer vorzeitigen Entlassung. Ein Empfangskomitee erwartet die junge, blasse Frau. Eine religiöse Gruppe, die ihre Läuterung feiert. Geum-ja reagiert anders als erwartet. Den traditionell zur Entlassung aus einem Gefängnis gereichten Tofu schlägt sie beiseite. Sie setzt eine Sonnenbrille auf. Sagt: „Fick Dich doch ins Knie.“ Und geht ihrer Wege. Wir schreiben das Jahr 2004. Kim Yang-hee, Insassin im Frauengefängnis von Kyoungju von 1998 bis 2002, nimmt ihre Freundin in Empfang. Umarmt sie mit der Leidenschaft einer Liebenden. Damals im Knast hatte die ehemalige Prostituierte, die ihren Zuhälter erwürgte, jemanden gesucht, dessen Gesicht strahlt, und sie hatte Geum-ja gefunden, die ihr die Kraft des Gebets beibrachte und läuterte. Seit ihrer Entlassung arbeitet sie als Friseuse, für Geum-ja, um sie stolz zu machen. Doch erneut reagiert der Engel kühl und abweisend. Yang-hee wird klar, dass Geum-ja sie niemals geliebt hat. Alles war Täuschung. Teil eines Plans, dessen Umsetzung vor 13 Jahren begann, mit der Einweisung von Geum-ja ins Frauengefängnis. Und mit einem Traum, in dem Geum-ja als Rächerin in Schwarz einen Mann wie einen Hund durch eine Schneelandschaft führt und mit einem gezielten Kopfschuss hinrichtet. Es ist ihr schönster Traum. Ihr einziger Traum. Gerechtigkeit. Endlich. Sie lacht. Der Plan wartet auf seine Vollendung. Geum-ja geht an die Arbeit. Kompromisslos und hart gegen sich selbst. Bei der Familie des Jungen, dessen Ermordung sie gestanden hat, bittet sie um Vergebung, indem sie sich in deren Wohnzimmer den rechten kleinen Finger abhackt. Er kann wieder angenäht werden. Die Operation verschlingt all das Geld, das sie in 13 Jahren im Gefängnis ansparen konnte. Sechs Tage später nimmt sie einen Job in einer Konditorei an, bei einem Bäcker, den sie im Gefängnis mit ihren Backkünsten begeistert hatte. Lehrling Geunshik ist Geum-ja sofort verfallen. Er will sie große Schwester nennen. Sie besteht auf Geumja. Die Bankräuberin Woo So-young, Insassin im Frauengefängnis von Kyoungju von 1990 bis 1996, erinnert sich an Geum-jas frühe Tage im Gefängnis, als sie wegen des Verlusts ihrer großen Liebe nicht aufhören konnte zu weinen und allen anderen Frauen auf die Nerven fiel. Den Respekt von So-young gewann sie, als sie sich bereit erklärte, ihr eine Niere zu spenden und damit das Leben zu retten. Sie werden Freundinnen. Wieder auf freiem Fuß sucht Geumja ihre alte Weggefährtin auf, die immer noch glücklich mit dem Mann lebt, mit dem sie einst Banken überfiel. Der gelernte Handwerker soll helfen, Geum-jas angestrebten Plan umzusetzen. Er zögert keine Sekunde und willigt ein. Er soll die Pistole anfertigen, die Geumja in ihren Träumen sieht. Die Pläne dafür hat sie von der greisen Ko Sun-sook, Insassin im Frauengefängnis von Kyoungju von 1967 bis 1991, erhalten. Die einstige Spionin aus Nordkorea wurde von ihr gepflegt –worüber sich sogar die Gefängnisleitung gefreut hatte, der die an Alzheimer erkrankte Frau längst eine Last war. In ihrem Treppenhaus wartet der erst vor kurzem so eiskalt abgespeiste Priester auf Geum-ja. Sie solle sich einen Ruck geben und wieder in die Kirche kommen. Wieder lässt sie ihn stehen. Sie sei zum Buddhismus konvertiert. Oh Soo-hee, Insassin im Frauengefängnis von Kyoungju von 1993 bis 1994, hatte schwer darunter zu leiden, dass sie gleich am ersten Tag im Knast von der allmächtigen „Hexe“, die wegen des Mordes am Ehemann und dessen Geliebter und des anschließenden Verspeisens der Leichname einsitzt, zur willfährigen Lustsklavin auserkoren wurde. Geum-ja bereitet Soohees Pein ein Ende, indem sie der „Hexe“ eine Falle stellt und sie auf einem eingeseiften Boden ausrutschen lässt. Nun treffen sich die beiden Frauen wieder. Geum-ja bestellt zwei Skulpturen bei der Künstlerin. Ob sie das Schwein bereits ausfindig gemacht habe, will Soohee wissen. Ja, lautet ihre Antwort. Nur sein Tod müsse noch warten. Das Beste hebe man sich immer bis zuletzt auf. In der Bäckerei steht Geum-ja unvermittelt dem Polizeibeamten gegenüber, der sie damals verhaftet hatte. Nur ein Wimpernschlag hatte ausgereicht und die beiden hatten sich wiedererkannt. So auffällig war ihr Blickwechsel, dass er danach von seiner Ehefrau darauf angesprochen wird und Geum-ja von Lehrling Geun-shik. Sie gesteht ihm ihre Bluttat. So wie sie den Mord damals dem Polizisten gestanden hatte. Doch er hatte ihr nicht geglaubt, weil sie sich nicht an die Farbe der Lieblingsmurmel des Jungen, den sie getötet haben will, erinnern konnte. Auf dem Weg zur Tatortbesichtigung sieht Geum-ja einen jungen Mann, der ein Baby auf dem Arm trägt. Und der ihr beinahe unmerklich zuwinkt. Als Geum-ja den Polizisten an einer Puppe zeigt, wie sie den Jungen gefesselt und erstickt hat, gilt sie als überführt – aller gegebenen Zweifel zum Trotz. Bei der Behörde erkundigt sich Lee Geum-ja nach dem Verbleib ihrer Tochter. Man verweigert ihr die Auskunft. Mit 18 Jahren war Lee Geum-ja ein bildschönes Mädchen. Begehrt von allen Männern. Und verzweifelt. Weil sie ungewollt schwanger war. Sie vertraut ihr Dilemma einem ehemaligen Lehrer an, Mr. Baek, und bittet ihn, sie bei sich aufzunehmen, weil ihre Eltern für ihre Situation kein Verständnis hätten. Er willigt ein. Aber dafür stellt er Bedingungen. Gewaltsam verschafft sich Geum-ja die Informationen, die sie sucht. Die Fotos ihrer Tochter Jenny lassen ihr den Atem stocken. Es ist die letzte Bestätigung, die sie braucht. Sie werde einen weiteren Menschen töten, gesteht sie dem naiven und hoffnungslos in sie verliebten Geun-shik und bietet ihm Sex an. Danach erzählt sie dem Jungen, dass Mr. Baek sich mit der Entführung von Kindern ein lukratives Zubrot verdiente. Er war es, der das fünfjährige Kind tötete, für dessen Ermordung Geum-ja ins Gefängnis ging: Baek hatte nach dem Mord das Baby von Geum-ja entführt und ihr gedroht, er werde es ebenfalls töten, wenn sie die Tat nicht gesteht. Das ist der Grund, warum Baek jetzt zahlen muss, warum er sterben muss, warum alles, was Geum-ja in den letzten 13 Jahren getan hat, nur darauf ausgerichtet war, den Mann, der ihre Tochter und ihr Leben stahl, zur Rechenschaft zu ziehen. In Australien besucht Geum-ja die Familie, die ihre Tochter adoptiert hat. Nur einmal wolle sie ihr Kind sehen, hatte sie dem Ehepaar geschrieben. Als sie wieder in Seoul landet, ist Jenny mit dabei: Sie bestand darauf. Das ist nicht Bestandteil ihres Plans, der sich langsam mit der Perfektion eines Uhrwerks zusammenfügt. Die Pistole wird geliefert wie bestellt. Nachts erscheint der Geist des Jungen, den Geum-ja seit 13 Jahren um Vergebung bitten will. Doch sie schläft. Nur Jenny sieht ihn. Ein gemeinsamer Ausflug mit Jenny und Geun-shik bietet nur scheinbar Zerstreuung. Tatsächlich hat Geum-ja die beiden zu der Schule gebracht, in der sie einst Mr. Baek kennen gelernt hat. Allein im Schulhof probiert sie die Pistole aus. Und erinnert sich an Baek. An seine Vergewaltigungen und Demütigungen. Park Yi-jeong, Insassin im Frauengefängnis von Kyoungju von 1993 bis 1999, kennt all das und musste all das durchstehen. Im Knast gehörte sie dann zu denen, die unter der „Hexe“ leiden mussten. Geum-ja nahm sich der Sache an und bescherte der „Hexe“ einen langsamen, qualvollen Tod, indem sie ihr über drei Jahre hinweg Bleichmittel ins Essen mischte. Damit zementierte sie ihren Ruf unter den Frauen im Gefängnis, dass sie sich ihrer Probleme annimmt und man ihr dann wiederum hilft. So konnte sie Baek nach ihrer Entlassung auffinden. Womit Geum-ja nicht rechnet: Der mehrfach von ihr ignorierte Priester lässt die Abfuhr nicht auf sich sitzen. Er spielt Baek Informationen über Geum-ja und ihre Aktivitäten seit ihrer Entlassung zu. Mit der ihm typischen Kompromisslosigkeit und Brutalität geht er zum Gegenschlag über und will Geum-ja und ihre Tochter entführen lassen. Der Plan schlägt fehl. Geum-ja tötet die Entführer. Im gleichen Moment verliert Baek das Bewusstsein: Ein in sein Abendessen geschmuggeltes Betäubungsmittel verfehlt seine Wirkung nicht. Nichts mehr steht im Wege, die Rache der Lady Vengeance zu vollenden. Doch dann findet Geum-ja etwas heraus, dass sie ihr komplettes Vorhaben noch einmal völlig neu überdenken lässt...

Kommentare

(2) k163371 vergibt 1 Klammer · 14. Januar 2007
scheiss film!!
(1) angelofdark3 vergibt 7 Klammern · 28. Oktober 2006
netter film,hüpsch gemacht aber da fehlt mir das gewisse etwas
 

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