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Filmkritik - Joe Strummer - The future is unwritten (2007)
 
 

Joe Strummer - The future is unwritten

DVD / Blu-ray / iTunes :: :: IMDB (7,7)
Regie: Julien Temple
Darsteller: John Cusack, Joe Strummer
Laufzeit: 124min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Dokumentation (Großbritannien, Irland)
Verleih: Neue Visionen Filmverleih
Filmstart: 24. Mai 2007
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
In den späten 1970er und den frühen 1980er Jahren revolutionierten The Clash Punk und Rock‘n‘Roll-Musik und änderten damit das Leben zahlloser junger Menschen. Als Ikonen einer Zeit leben The Clash bis heute weiter – nicht nur weil ihre Musik sie berühmt machte, sondern auch, weil sie etwas repräsentierten, das jenseits von Ruhm und Reichtum Bestand hatte. Joe Strummer, Frontmann von The Clash, Songwriter, menschliche Rock‘n‘Roll-Maschine und führende geistige Kraft hinter dem unbestrittenen Erbe von The Clash, übte mit fast prophetischer Intensität starken Einfl uss auf seine Zeit, seine Zeitgenossen und auf den Zeitgeist aus. Durch den einmaligen Zugang zu Joes persönlichen Archiven und bisher unbekanntem Material konnte sich der britische Filmemacher Julien Temple tief unter die Schicht der populären Myten und Legenden graben und die Figur Joe Strummer in einen viel größeren, globalen Kontext stellen. Der Film ist um die Idee der berüchtigten Strummerville-Lagerfeuer strukturiert, die Joe einst als „noch wichtiger als all die Musik, die ich je geschrieben habe“ bezeichnete. Er selbst und die Menschen, die ihn durch sein Leben begleiteten, werden von den warmen Flammen dieser Lagerfeuer beleuchtet, die nicht nur der wiederkehrende Ruhepol ins Strummers Leben waren, sondern nun auch als filmisches Leitmotiv eine künstlerische Funktion haben. Unterlegt mit einem gut überlegten Soundtrack führt der Film an all jene Stätten und zu all jenen Menschen, die man kennen muss, um Joe Strummer wirklich verstehen zu können. Als der erste, der The Clash bei ihren Auftritten gefilmt hat, erzählt Julien Temple das Leben Joe Strummers in all seinen zahlreichen Facetten. Strummer wird zu einer Schlüsselfi gur, die in sich die Bedingungen des modernen Lebens am Ende des 20. Jahrhunderts refl ektiert. Viele seiner Texte scheinen auf fast unheimliche Weise prophetisch, verweisen auf zukünftige Ereignisse wie den Irak-Krieg oder den Klimawandel. Seine Musik war hochgradig integrativ – er baute Rock, Folk, Reggae oder kubanische Musik in seine Songs ein. Joe Strummer war einer, der alle Stile in seine Musik aufnahm, sie darin feierte, aber auch hinterfragte. Ihre Fähigkeit, eine Vielzahl an Haltungen zu verstehen, zu konzentrieren und zu reflektieren gaben seinen Texten eine universelle, aber doch auch persönliche Kraft. Joe Strummer hatte seine eigenen festen Überzeugen, aber die wurden in einem Hochofen der Widersprüche geschmiedet, die entscheidend für das Verständnis dieses Mannes sind. „Joe Strummer“ zeigt erstmalig den ganzen Menschen, nicht nur den Musiker und Leadsänger, sondern auch den Schauspieler, den Regisseur, den Denker, den Dichter. Animiert und illustriert mit Joe Strummers eigenen Erbe – Cartoons, Zeichnungen, Notizzettel, die er in riesigen Plastiktüten aufbewahrte und stets mit sich führte, erscheint seine Lebensgeschichte wie von eigener Hand gemalt. „Joe Strummer“ erzählt die Geschichte eines Lebens, wie es gelebt wurde. Ein zerrissenes, rohes, handgemachtes Patchwork von Bildern, Archivmaterial, Nachrichten- und Werbeclips, Filmen und Homevideos – es ist das pure Substrat einer Ära. Joe Strummer blieb bemerkenswert unberührt von seiner Popularität.

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