Filmkritik - Inland Empire (2006)
 
 

Inland Empire

DVD / Blu-ray :: IMDB (7,0)
Regie: David Lynch
Darsteller: Laura Dern, Harry Dean Stanton
Laufzeit: 172min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Mystery (Frankreich, Polen, USA)
Verleih: Concorde Filmverleih
Filmstart: 26. April 2007
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Eine Nadel rutscht in einer Plattenrille entlang, eine Frauenstimme singt ein polnisches Lied. Eine Frau und ein Mann betreten ein Hotelzimmer, ihre Gesichter unscharf bis zur Unkenntlichkeit. Die Frau zieht sich aus. Später weint sie vor dem Fernseher, in dem eine Sitcom läuft, in der drei Menschen – zwei Frauen und ein Mann – mit Hasenköpfen auf einer zum Wohnzimmer gestalteten Bühne agieren. Lacher und Applaus werden vom Band eingespielt. Nikki Grace (LAURA DERN), eine Schauspielerin, die mit ihrem Mann in einem herrschaftlichen Anwesen residiert, bekommt Besuch von einer Nachbarin (GRACE ZABRISKIE), die ihr Rätsel aufgibt und sie mit beunruhigenden Aussagen wie „Aktionen haben Konsequenzen“ warnen will. Ihr Agent ruft an und teilt Nikki mit, dass sie tatsächlich die Rolle in dem neuen Film von Regisseur Kingsley Stewart (JEREMY IRONS) bekommt. Sie freut sich mit ein paar Freundinnen. Ihr Mann beobachtet die Szenerie argwöhnisch aus dem Dunkeln. Hollywood. Kingsley Stewart heißt seinen Star herzlich willkommen. Man trifft sich zu einer Drehbuchlesung am noch unfertigen Set mit Filmpartner Devon Berk (JUSTIN THEROUX), bei der auch Freddie Howard (HARRY DEAN STANTON) anwesend ist. Jemand macht sich heimlich am Set zu schaffen, Devon geht nachschauen, kann aber niemanden entdecken. Die beiden Darsteller erfahren vom Regisseur, dass es sich bei „On High in Blue Tomorrows“ nicht, wie sie vermutet hatten, um ein Originaldrehbuch handelt, sondern um ein Remake. Die Geschichte – ein Liebesdrama über eine verhängnisvolle Affäre mit einem Südstaaten-Gentleman – wurde bereits einmal verfilmt, allerdings nie zu Ende gebracht, weil beide Hauptdarsteller vorher ums Leben kamen. „47“, so der deutsche Titel des Films, der auf einem polnischen Volksmärchen basiert, war offenbar mit einem Fluch belegt. Auf einer Polizeiwache sagt eine Frau, dass sie hypnotisiert wurde und jemanden umbringen werde – den Hypnotiseur. Mit einem Schraubenzieher verletzt sie sich selbst. Die Dreharbeiten haben begonnen, die Liebesgeschichte zwischen Susan Blue (LAURA DERN) und Billy Side (JUSTIN THEROUX) entwickelt sich langsam. Auch auf der Realitätsebene scheint sich etwas zwischen den Schauspielern zu entwickeln. Film und Wirklichkeit verschwimmen allmählich. Während einer Dinnerparty in ihrem Haus nimmt Nikkis Mann Piotrek Krol (PETER J. LUCAS), den Kollegen seiner Frau, beiseite. Eindringlich macht er ihm klar, dass Nikki nicht frei, sondern durch die Ehe gebunden ist. Seltsame Dinge geschehen während der Dreharbeiten, und Nikkis Identität verschmilzt immer mehr mit der von Susan – ihrem früheren Ich? In einer vergangenen Zeit, an einem anderen Ort. Schnee bedeckt osteuropäische Straßen. Begehren und Gewalt. Ein Mann schlägt eine Frau. Nikki/Susan – sie sieht ungepflegt und heruntergekommen aus – erzählt einem fremden Mann in einer Absteige ihr Leben. Als Mädchen wollte man sie vergewaltigen, doch sie wusste sich zu wehren und drückte dem Angreifer ein Auge aus. Mit einem Messer bewaffnet sagt sie: „Mit der Zeit merkt man, wie sie wirklich sind...“ In einem armen, schäbigen Milieu verkündet Nikki/Susan ihrem Mann Piotrek beim Essen, dass sie schwanger ist. Für ihn ist es ein Schock. Später sagt er ihr, dass er keine Kinder zeugen kann. Sie bekommt Schläge. Piotrek schließt sich einem osteuropäischen Zirkus an, wo er sich um die Tiere kümmern soll. Dieser Zirkus betreibt ein groß angelegtes Geschäft mit Prostituierten. Nikki/Susan entdeckt den ‚Cyrk Zalewsky’ in einer alten Fabrikhalle und stellt fest, dass der ursprüngliche Film „47“ in Polen gedreht wurde. Sie rennt nachts durch eine dunkle Straße und schreit laut: „Ich habe Angst!“ Nikki/Susan sieht junge Mädchen, die ihre nackten Brüste zeigen und ihr raten, mit einer Zigarre ein Loch in einen Slip zu brennen und durch das Loch in die Zukunft zu blicken. Auf dem Hollywood „Walk of Fame“ sticht eine Frau Susan mit einem Schraubenzieher nieder. Hilflos verblutet sie zwischen Obdachlosen – es ist die letzte Einstellung des Films „On High in Blue Tomorrows“. Sie verlässt das Studio und tritt in ein leeres Kino, wo sie sich selbst auf der Leinwand sieht. Ein Irrweg durch lange Flure folgt. Sie findet eine Pistole und betritt Zimmer 47, wo sie auf einen gesichtslosen Mann schießt, in der Maske eines Zirkusclowns. In einem anderen Zimmer trifft sie auf die Frau vom Anfang, die sie umarmt und küsst. Wie befreit verlässt die Frau den Raum und fällt glücklich in ihrer Wohnung Piotrek in die Arme. Dabei ist ein Junge – ihr Sohn? Nikki sitzt entspannt, in gleißendes Licht getaucht, in ihrem eigenen Zuhause. Im Abspann singen Prostituierte den Song „Sinnerman“, ein Mann mit einer roten Wollmütze zersägt ein Holzscheit. Nikki hat ihr Trauma überwunden, wie in dem Filmsong „Strange What Love Does“ – eine Frau in Schwierigkeiten, die durch die Liebe gerettet wurde...

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