Filmkritik - Hitlerkantate (2005)
 
 

Hitlerkantate

DVD / Blu-ray :: IMDB (5,7)
Regie: Jutta Brückner
Darsteller: Lena Lauzemis, Hilmar Thate
Laufzeit: 124min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Deutschland)
Verleih: Movienet Film
Filmstart: 18. Mai 2006
Bewertung: 6,0 (1 Kommentar, 1 Vote)
Die junge Musikschülerin Ursula Scheuner hat zwei Leidenschaften in ihrem Leben: die Musik – und die Liebe zum „Führer“. Sie hängt ihm in unbedingter Gläubigkeit an und will ihm zuliebe eine berühmte Komponistin werden. Nachdem ihre Bewerbung für die Komponistenklasse noch nicht einmal geöffnet worden ist, nutzt sie ihre Beziehung zu ihrem Verlobten, Gottlieb Just, der in der Reichsmusikkammer arbeitet, um dem bekannten Komponisten Hanns Broch als Assistentin zugewiesen zu werden. Broch ist ehemaliger Kommunist, hat sich aber seit Jahren nicht mehr politisch betätigt und bekommt jetzt den Auftrag, eine Kantate zum 50.Geburtstag Hitlers zu schreiben. Er sagt zu. Er hofft, so zu erreichen, daß seine gesperrte Oper endlich aufgeführt werden kann. Ursula, mit ihrer fanatischen Bewunderung für Hitler, und Broch, der heimliche Anti-Nazi, fahren gemeinsam zum finnischen Landhaus des Komponisten, um an der Kantate zu arbeiten. Zwei leidenschaftliche Menschen geraten in einen Kampf um Ideologien, Gefühle, Moral, Musik. Die Liebesbeziehung, die daraus entsteht, ist tief gefärbt von ambivalenten Gefühlen, Eifersucht und der Angst vor Verrat. Ursula wird getrieben von ihrer Sehnsucht nach einem Ersatz für ihren Vater, den sie nie gekannt hat. Broch gerät in einen Zirkel von Schuldbewußtsein und gleichzeitig Wut auf diese junge Frau, die für ihn die nationalsozialistische Versuchung verkörpert. Die Kantate bleibt unkomponiert, und alles spitzt sich zu, als zuerst Ursulas Verlobter, der inzwischen bei der SS arbeitet, und dann Brochs jüdische Lebensgefährtin auftauchen. Ursula wird von Broch, der zwischen den beiden Frauen steht, verraten. Sie flieht zurück nach Berlin, wo Gottlieb inzwischen an Plänen zur „Endlösung“ der Judenfrage arbeitet. Und Ursula, einst linientreue Anti-Semitin, wird nicht nur Zeugin, mit welcher Angst Juden in Deutschland leben, sondern muß auch erfahren, daß sie selbst nicht zu dem Herrenvolk gehört, auf das sie so stolz war. Als sie mit einer jungen Jüdin konfrontiert wird, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht, muß sich erweisen, für welche Seite sie sich entscheidet.

Kommentare

(1) Tias vergibt 6 Klammern · 24. Mai 2006
Sehenswerter Film über die Macht EINER Stimme, und die Konsequenzen. Also für Geschichtsfilme sehr ergreifend
 

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