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Filmkritik - Hinrichtung der Schatten (2005)
 
 

Hinrichtung der Schatten

Original: Who Killed Shadows? | Hacivat Karagöz neden öldürüldü?
Regie: Ezel Akay
Darsteller: Güven Kirac, Hasan Ali Mete
Laufzeit: 134min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Komödie (Türkei)
Verleih: Maxximum Film und Kunst
Filmstart: 16. März 2006
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Das Filmgeschehen spielt im 14. Jahrhundert in Bursa. Sämtliche großen und kleinen Staaten in Anatolien haben sich dem Ansturm der Mongolen beugen müssen, die Bevölkerung hat sich vor den Mongolen nach Bursa geflüchtet. Da es den kleineren und größeren Staaten auf anatolischem Gebiet angesichts des Ansturms der Mongolen nicht gelungen ist standzuhalten, ist Bursa zugleich auch Zufluchtsort der Führungsklasse verschiedener kleinerer und größerer Staaten. Es ist die Zeit, in der die Grundlagen zu Gründung des Osmanischen Reichs geschaffen werden. Karagöz befindet sich auf der Flucht vor den mongolischen Steuereintreibern, zusammen mit seiner Mutter hat er sich in Bursa niedergelassen. Er ist zwar ungebildet, doch blitzgescheit; er ist ein turkmenischer Flüchtling, der, insbesondere wenn er wütend wird, alle um sich herum mit Worten und Taten zum Lachen bringt. Während er auf der Suche nach einer Beschäftigung in Bursa ist, erklärt ihm seine Mutter, sie wolle ihn in das Geheimnis des Steins (Zements) einweihen. Dieses Geheimnis soll Karagöz dazu verhelfen, in dieser Stadt, in die er erst vor kurzem gekommen ist, Arbeit zu finden. Hacivat hingegen ist ein Bote, seine Aufgabe ist es, Nachrichten zwischen den einzelnen Staaten zu übermitteln. Er ist intelligent und geschwätzig, ein dem Vergnügen zugetaner Opportunist. Gerät er einmal in die Klemme, rettet er sich gewöhnlich dank seiner Redekunst. Diese hat ihm auch den Kopf gerettet, als er in die Hände der Mongolen fiel. Nun hat auch er sich in Bursa niedergelassen. Karagöz begegnet er, als er dessen kranke Kuh kauft. Sofort fällt ihm dessen Naturtalent auf, das er als alter Opportunist zu eigenem Vorteil in Ruhm und bare Münze zu verwandeln gedenkt. Sultan Orhan Gazi, der sich ständig im Krieg befindet und nur von Zeit zu Zeit in die Stadt kommt, hat vor, in Bursa eine nach ihm benannte Moschee zu errichten. Als Karagöz und Hacivat ihm berichten, sie wüssten um das „Geheimnis des Steins“, beginnen beide am Bau der Moschee mitzuwirken. Immer wenn die beiden zusammentreffen, bringen sie die Menschen um sich herum mit ihren Gesprächen, ihren gegenseitigen Sticheleien zum Lachen. Das führt dazu, dass sie nicht nur aufgrund ihrer fachlichen Fähigkeiten überall in der Stadt bekannt werden. Man beginnt, sie als „Komödianten“ auf Einladungen bekannter Persönlichkeiten der Stadt zu rufen. Doch da sie bei diesen Einladungen niemanden aus dem Kreis der Notablen der Stadt mit ihrem erbarmungslosen Spott und ihren Anklagen verschonen, handle es sich nun um einen weltlichen oder geistlichen Würdenträger, beginnt man sie mit der Zeit in gesellschaftlichen Kreisen zu meiden. Als nicht nur der Bau der Moschee nicht vorankommen will, sondern zudem Karagöz und Hacivat mit jedermann ihren Schabernack treiben und jedermann zum öffentlichen Gespött machen, ist es für den ehemaligen Seldschukenwesir Pervane in seinem Streben danach, sich im neuen Staat eine einflussreiche Position aufzubauen, ein Leichtes, Sultan Orhan Gazi das Todesurteil unterzeichnen zu lassen.

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