Filmkritik - Herr Bello (2007)
 
 

Herr Bello

DVD / Blu-ray :: :: IMDB (5,1)
Regie: Ben Verbong
Darsteller: Sophie von Kessel, Armin Rohde
Laufzeit: 97min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Familie, Komödie (Deutschland)
Verleih: Constantin Film
Filmstart: 17. Mai 2007
Bewertung: 1,0 (1 Kommentar, 1 Vote)
Der 12-jährige Max (MANUEL STEITZ) und sein Vater, der Apotheker Sternheim (AUGUST ZIRNER), sind ein eingespieltes Team. Was bleibt den beiden auch anderes übrig, nachdem vor sechs Jahren völlig überraschend die Mutter gestorben ist? Der schusselige Sternheim versucht ein guter Vater zu sein – und will obendrein die fehlende Mutter ersetzen. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man von morgens bis abends hinter der Ladentheke stehen muss! So ist Max viel alleine. Ein Tier darf er sich trotz aller Bitten zunächst nicht anschaffen: "Tiere in der Apotheke sind unhygienisch", weist ihn der Vater zurecht. Doch auf dem Hof des sangesfreudigen Bauern Edgar (JAN-GREGOR KREMP) läuft Max eine struppige Promenadenmischung über den Weg, der ihm fortan nicht mehr von der Seite weicht. Der Vater lässt sich erweichen, und Max tauft den Hund auf den Namen "Bello". Aber auch für Witwer Sternheim scheint eine neue Zeit anzubrechen, denn die junge und attraktive Frau Lichtblau (SOPHIE VON KESSEL), die gerade ins Haus eingezogen ist, fördert ganz neue Gefühle in ihm zutage. Sein Sohn ist allerdings von der neuen Mieterin nicht sehr angetan und spioniert seinem nur allzu hilfsbereiten Vater hinterher. Alle diese Dinge treten aber in den Hintergrund, als Sternheim eines Tages von Jolande (HILDEGARD SCHMAHL), einer Freundin des lang verstorbenen Apotheker-Großvaters, eine Flasche mit einer seltsamen Essenz überreicht bekommt. "Führt selbst bei starker Liquidation zu etlichem Gedeihen, Wachstum und mannigfaltigen Veränderungen äußerer Artung", steht auf dem Etikett in altertümlicher Schrift. Bei dem befreundeten Landwirt Edgar wird die wundersame Flüssigkeit gleich als mögliches "Düngemittel" getestet, aber die Essenz vernichtet auf den ersten Blick nur das Gras auf der bäuerlichen Wiese. Was in der Flüssigkeit wirklich steckt, muss bald der Hund Bello erleben, als Max die geheimnisvolle Flasche aus Versehen umwirft und Bello die Reste aufschlabbert: Der Hund verwandelt sich schlagartig in einen Menschen (ARMIN ROHDE)! Jetzt hat Sternheim ein Problem: Wenn das herauskommt, dann kann er seine Apotheke schließen! Dieser "Mensch" muss seiner Meinung nach also sofort wieder in einen Hund verwandelt werden. Doch so einfach lässt sich die Flüssigkeit nicht rekonstruieren, denn die Unterlagen des Großvaters sind leider unvollständig. Bello, der sich fortan "Herr Bello" nennt, benimmt sich allerdings auch weiterhin wie ein Hund: Er hebt das Bein, schlabbert die Suppe ohne Löffel, durchwühlt Sandkästen und schnuppert an Laternenpfählen. Vater Sternheim kann sich darüber gar nicht amüsieren. Nach der Visite der zwei örtlichen Wachtmeister (Das Badesalzduo: HENDRIK NACHTSHEIM/GERD KNEBEL) steht ein weiterer Besuch des Jugendamts an. Also muss aus Herrn Bello ein Mensch mit Manieren gemacht werden. Ein schier sinnloses Unterfangen, denn der Hundemensch kann und will sich einfach nicht an Schuhe, Händewaschen und andere für ihn unverständliche Dinge gewöhnen. Außerdem ist es doch viel schöner, in der Nacht den Mond anzujaulen. In der Stadt lässt das große Chaos nicht lange auf sich warten: Bauer Edgar hat unfreiwillig seine Nutztiere mit dem vermeintlich verfaulten Gras gefüttert. Seine Hühner, Hasen, Schweine und Kühe laufen plötzlich auf zwei menschlichen Beinen in der Stadt umher und sprechen mit seltsamem "Akzent". Zu allem Überfluss verliebt sich Herr Bello auch noch in das "tolle Weibchen" Frau Lichtblau, die ihn so schön gestreichelt hat. Max unterstützt Herrn Bellos amouröse Vorstellungen tatkräftig, weil er unbedingt verhindern will, dass sein wild flirtender Vater diese Frau Lichtblau heiratet und er eine Stiefmutter bekommt. So zeigt ihm Max auf eher kindliche Weise, wie man eine Frau für sich einnimmt: mit Handkuss, gegeltem Haar, natürlich auch mit einem Blumenstrauß und am besten noch mit einem gemeinsamen Besuch im Schwimmbad ganz oben auf der Rutsche. Aber Herr Bello hat andere Ideen: "Herr Bello rutscht nicht. Vielleicht schenkt Herr Bello lieber noch einen Knochen", meint er zu dem langsam verzweifelnden Max. Als Herr Bello zu dem von Max geschickt eingefädelten Rendezvous im Restaurant "Da Paolino" mit Frau Lichtblau gehen will, lässt die Wirkung der Flüssigkeit nach – und statt eines Menschen sitzt der verdutzten Frau Lichtblau nun ein Hund gegenüber. Herr Sternheim hat seinerseits Bello schon gesucht und als er Frau Lichtblau nun umständlich und eher widerwillig die ganze Wahrheit erzählt, ist diese schier entsetzt: Dieser Mann will sie entweder auf den Arm nehmen – oder er ist einfach nur verrückt. Enttäuscht sucht sie auf der Stelle das Weite – so ein Spinner wie dieser Sternheim kommt für sie nicht in Frage. Jetzt hat Sternheim zwar das Problem mit dem verwandelten Hund "gelöst" – aber Frau Lichtblau hat er auch verloren. Max hingegen ist erleichtert: Er hat seinen Hund wieder, der ihm zwar als Mensch lieber war – aber immerhin. Aber auch der als Hund äußerst menschlich agierende Bello ist traurig, denn er konnte bei seinem eigentlichen Schwarm, der feschen Colliedame Yvette, nicht punkten. In einer Eckkneipe betrinkt er sich hemmungslos, nur um bald darauf volltrunken von der Hundeliebhaberin Frau Lichtblau gefunden zu werden. Die bringt den schnarchenden Bello zurück zu Max, und beide freunden sich endlich zaghaft an. Am nächsten Tag sitzt Max in der Gartenlaube und spricht mit dem Foto seiner toten Mutter. Da hört er plötzlich neben sich eine nur allzu bekannte Stimme. Es ist die Stimme von Herrn Bello: Der Hund kann sprechen. Und jetzt ist es Bello, der Max hilft zu akzeptieren, dass im Haushalt eine Frau fehlt. Max könne doch froh sein, wenn so eine tolle Frau wie die Lichtblau ins Haus käme. Und bald darauf versöhnt sich Max auch wieder mit seinem Vater. Gemeinsam arrangieren alle drei, dass Frau Lichtblau den Apotheker Sternheim nicht mehr für verrückt hält. Wie man das macht? Ganz einfach: Man verwandelt den Hund Bello vor ihren Augen zurück in einen Menschen. Und so bekommen am Ende alle, wonach ihr Herz sich sehnt. Selbst Bello, der am Ende als "Herr" seine fesche "Dame" Yvette (BARBARA SCHÖNEBERGER) in den Armen hält. Nur Bauer Edgar muss sich auf eine neue Situation einstellen…

Kommentare

(1) Zeitbombe vergibt 1 Klammer · 23. Mai 2007
was doch immer wieder für schwachsinn produziert wird … echt traurig. :-(
 

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