Filmkritik - Geheime Staatsaffären (2006)
 
 

Geheime Staatsaffären

Original: L´ Ivresse du Pouvoir | Comedy of Power
Regie: Claude Chabrol
Darsteller: Francois Berleand, Isabelle Huppert
Laufzeit: 110min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Thriller, Drama (Frankreich)
Verleih: Concorde Filmverleih
Filmstart: 20. Juli 2006
Bewertung: 2,0 (1 Kommentar, 1 Vote)
Der Stress geht an Humeau (FRANCOIS BERLEAND) nicht spurlos vorüber: Der Chef eines großen Industrieunternehmens, das u.a. Geschäfte mit afrikanischen Entwicklungsländern abwickelt, hetzt von Termin zu Termin, ist nervös und allergiegeplagt. Als er sein Büro verlässt, wird er vor der Tür von der Polizei erwartet und abgeführt. Humeau wandert ins Santé-Gefängnis in Untersuchungshaft. Währenddessen sitzt Ermittlungsrichterin Jeanne Charmant Killman (ISABELLE HUPPERT), die die Verhaftung verfügt hat, mit Sibaud (PATRICK BRUEL) beim Mittagessen. Der Mann mit den guten Manieren hat ihr alle Informationen zukommen lassen, die Humeau ans Messer liefern – und ihn in seine Position befördern. Ebenfalls beim Essen im Restaurant Meurice sitzen drei andere Herren, Politiker, die Humeaus Ankunft erwarten. Als sie die Nachricht von seiner Verhaftung erhalten, fällt der Spitzname der Ermittlungsrichterin: Der Piranha. Sie hat den Ruf, hart durchzugreifen und unbestechlich zu sein. Die drei Männer müssen sich auf Komplikationen gefasst machen. In Handschellen wird Humeau im Büro der Untersuchungsrichterin vorgeführt. Die Anklage lautet auf Veruntreuung öffentlichen Eigentums, Betrug, Bilanzfälschung etc. Sie händigt seinem Anwalt einen riesigen Aktenberg aus und verabschiedet sich. Trotz seiner Proteste muss Humeau die Nacht im Gefängnis verbringen. Zu Hause wird Jeanne von ihrem Mann Philippe (Robin Renucci), einem Arzt, und dessen Neffen Félix (Thomas Chabrol) erwartet, der einige Tage bei ihnen unterkommen möchte. Genügend Platz ist in der großbürgerlichen Pariser Wohnung vorhanden, die ihr Mann mit in die Ehe gebracht hat. Jeanne, die aus einfachen Verhältnissen kommt, keine Eliteschule besucht und ihre Karriere aus eigener Kraft aufgebaut hat, lehnt die Familie ihres Mannes ab. Aber sie liebt die Gespräche mit dem unbekümmerten Félix, dessen Motto lautet: „Nichts ist ernst, alles ist tragisch“. Während Philippe beinahe apathisch vor dem Fernseher Ablenkung sucht, bespricht Jeanne mit Félix die Details ihres neuesten Falles, der bereits für Aufsehen sorgt und auch vor ihrem Privatleben nicht halt macht: Ihr Mann wird von der Kollegen in der Klinik bereits heimlich „Monsieur Jeanne Killman“ genannt. Der Fall lässt Jeanne auch nachts nicht los: Sie kann nicht schlafen und sucht im Computer nach neuen Details über Humeaus Verfehlungen. Am nächsten Morgen konfrontiert sie Humeau mit der Aufstellung der Ausgaben für seine auf Firmenkosten ausgehaltene Geliebte. Der Beschuldigte verteidigt sich mit dem Hinweis, die Makroökonomie habe nun mal eigene Regeln. Humeaus Firmengruppe wird verdächtigt, fremde Staatschefs oder die Oppositionsführer zu finanzieren. Während sein Nachfolger Sibaud bereits im Amt ist, scheint keiner von Humeaus politischen „Freunden“ etwas zu seiner Rettung unternehmen zu wollen. Alle haben sich von ihm distanziert. Sibaud ruft Jeanne auf dem Handy an und gratuliert ihr zum Namenstag. Er möchte sie zum Mittagessen einladen, aber die Richterin lehnt mit Verweis auf ihr Berufsethos ab. Währenddessen wird Humeau bei einer Hausdurchsuchung von Jeanne mit neuen Anschuldigungen konfrontiert und vor seiner Ehefrau bloßgestellt. Sie inspiziert auch seine Zelle im Untersuchungsgefängnis und ordnet Leibesvisitationen nach dem Hofgang an. Es ist klar: Die unerbittliche Richterin mit den roten Handschuhen hat sich festgebissen und wird nicht locker lassen. Erklärtermaßen will sie ein Exempel statuieren, zum Wohle Frankreichs. Dabei schreckt sie auch vor Psycho-Druck nicht zurück. Während sie in ihrem Büro raucht, untersagt sie es Humeau. Nach einigen Tagen ist er mit den Nerven am Ende und bricht weinend zusammen. Auf seine Bitte hin veranlasst sie seine Einlieferung ins Krankenhaus. Als Jeanne eines abends spät nach Hause fährt, verweigern die Bremsen ihres Wagens den Dienst. Sie baut einen Unfall und kommt bewusstlos ins Krankenhaus. Während ihr Mann davon ausgeht, dass sie am Steuer eingeschlafen ist, ist Jeanne davon überzeugt, dass Sabotage im Spiel war. Von da an wird sie von Leibwächtern überwacht, zunächst im Krankenhaus, dann auch Zuhause und im Büro. Philippe leidet unter der Gegenwart der Fremden in seiner Wohnung, es kommt zum Streit. Mitten in der Nacht zieht Jeanne aus. Mittlerweile ist ihr Engagement einigen hochgestellten Politikern ein Dorn im Auge. Der Gerichtspräsident wird angewiesen, mit ihr das „Beförderungsspiel“ zu spielen: Jeanne wird weggelobt ins nagelneue Finanzzentrum. Zu ihrer Beförderung gehören ein größeres Büro und eine Mitarbeiterin, die Richterin Erika, die ebenfalls einen guten Ruf genießt. Die hohen Herren gehen davon aus, dass die Frauen sich gegenseitig in den Rücken fallen werden. Doch die machen ihnen einen Strich durch die Rechnung: sie verbünden sich, arbeiten zusammen und können gemeinsam noch stärker auftreten. Jeanne, deren Büro eines Nachts verwüstet wird, verhört weitere Firmenmitarbeiter und nimmt eine weitere Verhaftung vor. Als auch Sibaud unter Verdacht gerät, durchsucht Jeanne seine Firmenräume. Sibaud wird wohl ebenfalls seinen Stuhl räumen müssen, doch er hat sich offenbar gut abgesichert. Für die Politiker spitzt sich die Situation immer mehr zu, die Auftraggeber im Ausland werden nervös. Doch die Herren mit den dicken Zigarren bleiben gelassen: Sie werden wohl den Verlust der Firmengruppe verschmerzen müssen, aber das System als solches hat sich bewährt und wird weiter bestehen. Der Gerichtspräsident, seinerseits unter Druck geraten, rät Jeanne, kürzer zu treten. Sie soll Urlaub nehmen, die Wogen müssten sich glätten. Er zieht sie schließlich mit dem Argument, er brauche eine neutrale Ansicht, von dem Fall ab. Während Jeanne überlegt, wie sie sich verhalten soll, erfährt sie, dass ihr Mann sich aus dem Fenster ihrer gemeinsamen Wohnung gestürzt hat. Im Krankenhaus trifft sie auf Humeau, eine bemitleidenswerte Figur im Rollstuhl. Er versucht sie mit den Worten zu trösten: „Sie waren nicht die Unmenschlichste in dieser Affäre.“ Als Félix fragt: „Und, machst du weiter?“ antwortet Jeanne nach kurzem Zögern: „Die können mich mal.“

Kommentare

(1) Ixperte vergibt 2 Klammern · 16. August 2006
nich wirklich spannend. ein paar kleine kraftausdrücke sind da schon der höhepunkt. ganz mieser film
 

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