Filmkritik - Gambit - 30 Jahre nach Seveso (2005)
 
 

Gambit - 30 Jahre nach Seveso

DVD / Blu-ray / iTunes :: IMDB (8,1)
Original: Gambit
Regie: Sabine Gisiger
Darsteller: ?????
Laufzeit: 107min
FSK: ???
Genre: Dokumentation (Schweiz)
Verleih: Real Fiction Filmverleih
Filmstart: 21. September 2006
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
"Die dramaturgische Leitlinie des Filmes folgt in fünf Akten der inneren Dramaturgie des Protagonisten. Es ist die Geschichte eines Menschen, der an einem guten Ort ein gutes Leben führen und gute Arbeit leisten will: Dann geschieht das Unglück und er sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, daran schuld zu sein. Es beginnt die `Reise des Helden` im klassischen Sinn." (Sabine Gisiger) 1. Akt: Der Chemiker Jörg Sambeth hat seine Baden-Württembergische Heimat verlassen, um den Schatten der nationalsozialistischen Vergangenheit zu entfliehen. Er will in der Schweiz leben, für ihn der Inbegriff von Demokratie und Gerechtigkeit. Obwohl er im Basler Chemiekonzern über die Sitten und Gebräuche staunt und in einer der Fabriken, für die er als neuer Topmanager nun verantwortlich ist, auf erschreckende Zustände stößt, hört er nicht auf seine inneren Warnstimmen. Als die Katastrophe eintritt, wird er dafür verantwortlich gemacht. 2. Akt: Er setzt alles daran, die Ursachen des Unfalls zu ermitteln. Als er merkt, dass er vom Konzern zum Sündenbock gestempelt werden soll, hat er nicht den Mut, sich zur Wehr zu setzen. Obwohl er bei seinen Recherchen auf Fakten stößt, die beweisen, dass er keineswegs der Hauptschuldige ist. Denn was ihm vor Gericht nützt, schadet jenen, die seine Anwälte bezahlen. 3. Akt: Er wird zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, seine Frau stirbt in dieser Zeit an Krebs. Er kann sich kaum um sie kümmern und ist von Schuld und Scham überwältigt. Und er realisiert, dass niemand an der Wahrheit interessiert ist. Seine Verurteilung kommt allen gelegen: Dem Konzern, der Justiz, die beweisen muss, dass sie die Grossen nicht laufen lässt, der aufgeschreckten Öffentlichkeit, die erwartet, dass gegenüber verantwortungslosen Managern ein Exempel statuiert wird. 4. Akt: Er findet in einem Rechtsanwalt einen Verbündeten und droht dem Konzern. Aber seine Depression schlägt nur in gewissen Momenten in Wut um. Dann wieder dominiert die Angst. Und als er sich zu seiner größten Überraschung verliebt und zum zweiten Mal heiratet, beschließt er, den Kampf gegen den Konzern nicht aufzunehmen, sondern alles hinter sich zu lassen und ein neues Leben anzufangen. Aber die Vergangenheit ist nicht bewältigt, nur verdrängt. 5. Akt: Jahre später ist der Konzern plötzlich wieder in aller Munde – ein deutscher Fernsehjournalist behauptet, die Wahrheit über die Produktion und Nutzung des Dioxins von Seveso sei nicht ans Licht gekommen. Für Jörg Sambeth setzen die Vorwürfe nicht am richtigen Ort an. Die Verschwörungstheorien des Journalisten lassen außer acht, wie irrational im Konzern Entscheidungen gefällt werden, welche verschlungenen Wege sie gehen. Doch die selbstsichere Arroganz, mit der der Konzern auf die Anschuldigungen reagiert, provozieren ihn. Er will seine Wahrheit nicht länger verschweigen.

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