Filmkritik - Flying Scotsman (2006)
 
 

Flying Scotsman

DVD / Blu-ray :: IMDB (7,1)
Original: The Flying Scotsman
Regie: Douglas Mackinnon
Darsteller: Morven Christie, Billy Boyd
Laufzeit: 96min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Drama, Sport (Deutschland, Großbritannien)
Verleih: Senator Film Verleih
Filmstart: 05. Juli 2007
Bewertung: n/a (2 Kommentare, 0 Votes)
Schon als Kind hat es Graeme Obree nicht leicht. Aus Ayrshire, der tiefsten schottischen Provinz, stammend wird er in der Schule von den anderen nur gehänselt, und ständig lauert ihm eine Jungenbande auf, um ihn ein ums andere Mal windelweich zu prügeln. Als Graeme jedoch eines Weihnachtsabends von den Eltern sein erstes Rennrad geschenkt bekommt, ist dies der Beginn einer großen Leidenschaft – ganz zu schweigen davon, dass er nun endlich schnell genug ist, um den fiesen Jungs aus der Nachbarschaft die Sporen zu zeigen. Doch auch als Erwachsener muss Obree (JONNY LEE MILLER) tagein tagaus ums nackte Überleben kämpfen. Als er sein geliebtes kleines Fahrradgeschäft schließen muss, weil die Kunden ausbleiben, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich als Kurier zu verdingen. Und der Traum, einmal zu den ganz Großen des Radsports zu gehören, ist erst einmal ausgeträumt. Stattdessen fährt Graeme, der inzwischen mit der hübschen Krankenschwester Anne (LAURA FRASER) liiert ist, weiterhin bei lokalen Straßenrennen mit, die er zwar allesamt mühelos gewinnt, die ihn aber nicht wirklich weiterbringen. Eines Tages unternimmt Graeme Obree mit seinem Kumpel Malky (BILLY BOYD), den er bei seinem Kurierjob kennen gelernt hat, eine Tour an den See und macht dabei eine interessante Entdeckung. Wenn man den Oberkörper extrem nach vorne beugt und den Lenker dieser Haltung entsprechend anpasst, kann man wesentlich höhere Geschwindigkeiten erreichen. Kurz darauf sitzt der passionierte Rennfahrer auch schon in seiner kleinen Werkstatt und beginnt wie ein Besessener an einer eigenen Rad-Konstruktion zu basteln. Um jedoch ein wettbewerbsfähiges Rennrad herstellen zu können, benötigt Obree dringend Hilfe. Außergewöhnlichen Beistand bekommt er in Gestalt des schon in die Jahre gekommenen, sanftmütigen Priesters Baxter (BRIAN COX). Als begeistertem Radsportfan gefällt ihm der Elan; mit dem Graeme sich daran macht, Francesco Mosers neun Jahre alten Stundenweltrekord im Bahnradfahren zu brechen. Und so stellt er ihm bereitwillig seine geräumige Werkstatt zur Verfügung. Die letzte moralische Unterstützung bekommt er von seiner Frau, die mittlerweile ein Kind von ihm erwartet. Allerdings bleiben Obree nur noch acht Wochen, um sein Ziel zu erreichen. Von nun an pendelt er pausenlos zwischen Straße und Werkstatt, Training und Tüftelei, ständig auf der Suche nach neuen Verbesserungsmöglichkeiten. Und so ganz nebenbei macht er seinen Freund Malky zum Manager. Der wird auf der Suche nach einem Sponsor auch tatsächlich fündig – ein reicher Geschäftsmann, entpuppt sich als großer Radsportfan und ist sogar bereit, als Graeme Obrees alleiniger Sponsor aufzutreten. Die neue schottische Radrennhoffnung hat die Wundermaschine inzwischen fertig gestellt. Bei der Konstruktion verwendete er Alteisen-Teile und die Kugellager seiner Waschmaschine. Stolz präsentiert er Baxter, seiner Frau und seinem Manager die Erfindung. Doch Malky bleibt skeptisch. Wenn einer wie der englische Olympiasieger Chris Boardman eine halbe Million Pfund in die Entwicklung seines Rennrads steckt, um wettbewerbsfähig zu sein, dann kann jemand unmöglich mit einem aus Schrott zusammengeflickten Drahtesel neue Weltrekorde aufstellen. Graeme ist enttäuscht und verfällt in tiefste Depressionen, die ihn bereits seit frühester Kindheit begleiten und immer wieder quälen. Für ein wenig Zerstreuung sorgt Baxter, der Graeme bittet, ihn bei der Reparatur seiner Orgel behilflich zu sein. Dann ist endlich der große Tag gekommen. Im Velodrom von Hamar, Norwegen, soll der fast zehn Jahre alte Weltrekord von Francesco Moser gebrochen werden. Und Malky hat eine Überraschung im Gepäck. Die Marke Specialized hat sein Fahrrad exakt nach seinen Konstruktionsplänen nachgebaut. Graeme weiß zunächst nicht, ob er sich freuen oder ärgern soll. Aber dann schwingt er sich auf den Sattel und beginnt wie ein Berserker in die Pedale zu treten. Er strampelt und strampelt, der Schweiß läuft in Strömen, das Atmen wird schwerer und schwerer und die Überanstrengung ist ihm anzusehen. Doch alle Mühen sind vergebens. Es hat nicht gereicht. Die Enttäuschung ist groß. Während Francesco Moser am Bahnrand erleichtert aufatmet. Doch Graeme Obree ist ein Kämpfertyp. Er kündigt an, es am nächsten Morgen gleich nochmals zu versuchen. Selbst Moser ist entsetzt, innerhalb so kurzer Zeit zwei Weltrekordversuche zu wagen, ist blanker Wahnsinn, schierer Raubbau am Körper. Aber Obree lässt sich nicht davon abbringen. Noch einmal begibt er sich in das Oval des Velodroms von Hamar, und schon die ersten Zwischenzeiten deuten an, dass er jetzt wesentlich schneller unterwegs ist – auf seinem eigenen Rad, Old Faithful genannt. In den letzten Runden holt er alles aus sich heraus... und er schafft es tatsächlich. Auch wenn ihm die höllischen Schmerzen förmlich ins Gesicht geschrieben stehen – Graeme Obree hat Moser den Stundenweltrekord im Bahnradfahren entrissen. Obree genießt seinen Triumph nur kurz. Denn als Chris Boardman Weltmeister in der Einer-Verfolgung wird, hat er sein neues Ziel vor Augen. Er will seinen britischen Landsmann schlagen. Obwohl ihn nach wie vor schwere Depressionen quälen, nimmt er das Training wieder auf. Denn es bleiben ihm nur fünf Wochen Zeit. Und der Selfmademan schafft erneut das Wunder. Er schlägt Boardman, wird neuer Weltmeister und stellt so nebenbei auch noch einen neuen Weltrekord auf. Auf dem Höhepunkt des Erfolgs folgt die Ernüchterung. Bei einer Sitzung des internationalen Radsportverbands UCI beschließen die Funktionäre, dass sowohl das Fahrrad, das Obree bei seinen Weltrekorden benutzt hat, als auch seine spezielle Sitzposition mit dem extrem nach vorne ragenden Oberkörper nicht den Regeln entsprechen. Deshalb werden die Rekorde, die der Schotte aufgestellt hat, im Nachhinein wieder aberkannt. Zudem sind die Herren der Meinung, diese Art des Fahrens erhöhe die Gefahr eines Sturzes und somit das Verletzungsrisiko. Obree lässt sich zunächst nicht davon beirren und präsentiert wenig später bei einer Veranstaltung in Palermo das ultrasicherste Rennrad der Welt – mit kleinen Stützrädern! Damit stellt er die Funktionäre bloß, die in der Folge sämtliche seiner Konstruktionsänderungen ablehnen. Frustriert zieht sich Graeme mehr und mehr zurück. Alpträume plagen ihn. Immer wieder hört er in seinem Kopf Stimmen, die Depressionen werden schlimmer. Bis er eines Tages sein Fahrrad packt, wie ein gehetztes Tier in ein Waldstück rast und dort einen Strick an einem Ast festbindet... Nur durch Zufall wird Obree entdeckt und sein Selbstmordversuch kann so gerade noch verhindert werden. Anne, die an diesem Tag Dienst hat, bekommt hautnah mit, wie ihr Mann ins Krankenhaus eingeliefert wird. Verzweifelt bittet sie ihn, sich doch endlich helfen zu lassen und eine Therapie zu beginnen. Doch erst sein alter Freund Baxter findet Zugang zu Graeme, kann dessen Probleme nachempfinden. Denn er selbst hat einmal seine über alles geliebte Frau verloren. Tatsächlich schafft es Graeme Obree, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Und ihm gelingt auch noch ein sensationelles Comeback. 1995 wird er in Frankreich noch einmal Weltmeister in der Einer-Verfolgung. Und seine einzigartige Sitzhaltung ist inzwischen als die legendäre „Superman Position“ in die Geschichte des Radsports eingegangen...

Kommentare

(2) POWsLOL · 07. Juli 2007
MMhhhh hört sich interessant an... beonders da ich selbst radsportler bin ^^ mal schaun
(1) k163371 · 07. Juli 2007
DENN WERDE ICH MIR AN SCHAUN BESTIMMT GUT DER FILM!!!
 

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