Filmkritik - Fast Food Nation (2006)
 
 

Fast Food Nation

DVD / Blu-ray :: IMDB (6,3)
Regie: Richard Linklater
Darsteller: Catalina Sandino Moreno, Patricia Arquette
Laufzeit: 113min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (USA)
Verleih: Senator Film Verleih
Filmstart: 01. März 2007
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Es sieht gut aus für Mickey’s. Die Fast-Food-Kette läuft phantastisch und Big One ist zur Zeit der große Star: Dieser Super-Hamburger schlägt alle Verkaufsrekorde, und er ist eine ‚Erfindung’ Don Hendersons (Greg Kinnear). Allerdings trüben ein paar Probleme die gute Laune in der Firmenzentrale — vor allem der Befund eines unabhängigen Forschungsinstituts, wonach das Fleisch im Big One voller Kolibakterien ist. Don Henderson will und muss sich darum kümmern. Schließlich fällt das Problem direkt in sein Ressort: wenn bekannt würde, dass Kinder am Verzehr von Mickey’s Hamburgern sterben, würde das mit Sicherheit die Absatzchancen schmälern. Unterdessen in einer Grenzstadt in Mexiko: Ein älterer Schleuser drängt eine Menschengruppe zu Vorsicht und Eile. Unter ihnen auch die Schwestern Coco (Ana Claudia Talancón) und Sylvia (Catalina Sandino Moreno), sowie Sylvias Mann Raul (Wilmer Valderrama). Des Nachts wollen sie die Grenze zur USA überqueren. Nicht alle überleben diese Wüstenmärsche. Manch einer hat sich schon verlaufen, oder war den späteren Strapazen in den Schlepper-Fahrzeugen hinter der Grenze nicht gewachsen. Die ‚Mitfahrgelegenheit’ in dieser Nacht ist jedoch ein Glücksfall für die Mexikaner: Benny (Luis Guzman) ist fast besorgt um seine Passagiere. In Cody, Colorado warten Benny mit seinem schäbigen Van und Don Henderson in seiner komfortablen Limousine gemeinsam vor einer Ampel. Don Henderson steuert ein Luxus-Ressort im Herzen von Cody an. Bennys Ziel ist eine der billigsten Absteigen am Stadtrand. Dort werden die illegalen Gastarbeiter von Mike (Bobby Cannavale) in Empfang genommen. Er ist Aufseher und Einpeitscher bei der größten ortsansässigen Fleischfabrik: Uni Globe Meat Packing (UMP). Er hat Spaß an Gemeinheiten, Demütigungen sowie gut aussehenden jungen Frauen. Ein paar Arbeiter braucht er sofort, und Raul soll deswegen gleich mitkommen zu seiner ersten Schicht. Während sich Raul liebevoll von Sylvia verabschiedet, wird Coco eingehend von Mike begutachtet. In Cody sucht Don eine Filiale ‚seiner’ Firma für einen Imbiss vor dem Einschlafen auf. Hinter dem Tresen steht Amber (Ashley Johnson). Sie arbeitet nach der Schule bei Mickey’s, und weil sie auch einen gewissen Ehrgeiz hat, ist sie die Lieblingsangestellte ihres Chefs Tony (Esai Morales). Sie ist loyal nach allen Seiten, aber auch vorsichtig. Bei den kleinen, übermütigen Sabotageakten, die ihre Kumpel in der Küche immer wieder aushecken, ist sie selten dabei. Anderntags: Raul kommt erschöpft von seiner ersten Nachtschicht zurück. Der Job in der Fleischfabrik ist möglicherweise sogar gefährlich. Aber er zieht 80 Dollar aus der Hosentasche. Coco macht sich gleich daran, die Scheine zu zählen. Sylvia dagegen blickt mit Stolz auf ihren Mann. Sie hat ein zurückhaltendes Temperament, und ist auch realistischer als ihre Schwester. Zudem ahnt sie, dass das Glück nicht so leicht zu haben ist. Don Henderson lässt sich durch die verschiedenen Abteilungen von UMP führen. Er ist beeindruckt von der Effektivität und dem Bemühen um Sauberkeit und Sicherheit in der Fabrik. In einem Schulungsraum, den man ihm zeigt, sitzen Sylvia und Coco. Sie folgen einer Einführung für ungelernte Arbeitskräfte. Unter den Arbeitern, die die Fleischfabrik verlassen, sind auch Sylvia und Coco. Letztere sieht Mike herausfordernd an. Coco fühlt sich zu Machos wie Mike hingezogen — und möglicherweise denkt sie auch, dass er ihr in ihrem neuen Leben nützlich sein könnte. Sylvia dagegen ist bedrückt. Sie will nie wieder einen Fuß in diese Fabrik setzen und sich lieber einen anderen Job suchen. In der Mickey’s Filiale, in der Amber arbeitet, sitzt Don Henderson mit Ambers Chef Tony zusammen. Henderson versucht, Tony auszufragen und herauszufinden, ob dieser jemanden kennt, der über UMP Bescheid weiß. Don hat das Gefühl, dass er sich vom ersten Eindruck hat blenden lassen, weiß aber auch nicht, wie, wo und was er eigentlich kontrollieren soll. Tony dagegen ist das Gespräch unangenehm — er ist tief ins Fastfood-Geschäft involviert, und mit einem falschen Wort könnte er sich ganz schnell ins Abseits bugsieren. Immerhin gibt er Don die Adresse seines Schwagers, einem Rancher, der seit Jahren Geschäfte mit UMP macht: Rudy (Kris Kristofferson). Mike macht einen Kontrollgang durch seine Abteilung bei UMP. Vor allem will er sich eine Begleitung für seine nächste Auto-Spritztour aussuchen. Seine Wahl fällt auf Coco, die wiederum nicht abgeneigt ist. Don wartet an der Einfahrt zu Rudys Ranch. Rudy und Don verstehen sich, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Rudy ist ein silberhaariger, lederhäutiger Veteran, und zudem einer der wenigen noch existierenden, unabhängigen Farmer. Er spürt die Naivität, aber auch die guten Absichten Don Hendersons. Dieser will wissen, wie gut Rudy die Leute von UMP kennt. Seit Jahrzehnten verkauft er Vieh an die Firma, hält die Betreiber jedoch für eine abgefeimte Bande: „Sie sind die cleversten und gemeinsten Hundesöhne, die man sich vorstellen kann und sie sind stolz darauf.“ Aber wie kommen diese verdammten Kolibakterien in das Fleisch? Der Laden sah doch total sauber aus. Unter anderem, so Rudy, weil die Verarbeitungsbänder, die niemand zu sehen bekommt, zu schnell laufen. Weil die Innereien nicht richtig ausgenommen werden und die Minimierung der Produktionskosten sowieso das einzige Ziel von UMP ist. Und wenn dann irgendwann der Darminhalt über das Fleisch fließt, ist das nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Rudys Fazit: „Sie scheinen ein netter Kerl zu sein, Don, aber das Fleisch, das Ihre Firma verkauft, ist Müll. Selbst wenn keine Kolibakterien drin sind.“ Andernorts: Don trifft Harry (Bruce Willis). Harry ist seit Jahren der Regionalvertreter von Mickey’s in Cody, und er ist auch verantwortlich für die regelmäßigen Kontrollen bei UMP. Diesen Kontrollen zufolge war das Fleisch immer absolut einwandfrei. Anfangs hat Don den Verdacht, dass der joviale Pragmatiker Harry seinen Job nicht richtig erledigt. Nun stellt er jedoch umso erstaunter fest, dass Harry nicht nur genau Bescheid weiß, sondern zentraler Teil des Problems ist: „Schauen Sie, Donnie-Boy: Es ist doch immer ein bisschen Scheiße im Fleisch. Das ist genau wie im richtigen Leben.“ Und: „Was glauben Sie eigentlich, wie der Preis von 40 Cents für ein Pfund zustande kommt? Ohne diesen Preis, gäbe es gar keinen Big One.“ Am kommenden Tag reist Don aus Cody ab. Seinem Chef rät er, zusätzliche Kontrollen durchzuführen. Damit wird das Problem schon in den Griff zu bekommen sein. Vor sich selbst fühlt Don sich allerdings unglaubwürdig und leidet unter seinem schlechten Gewissen. Aber was soll er machen? In Cody geht das Leben weiter: Sylvia und Raul schmieden Pläne für die Zukunft. Sylvia arbeitet inzwischen als Zimmermädchen in einem Hotel. Raul ist zum festen Mitglied der Reinigungs-Crew geworden. Amber paukt für ihre Abschlussprüfung. Ihre Mutter Cindy (Patricia Arquette) ist dem Alkohol nicht abgeneigt und findet, dass ihr Mädchen aus der Art geschlagen ist. Coco glaubt, dass ihre Zukunft bereits begonnen hat: Sie will mit Mike zusammenleben. Das führt zu heftigem Streit zwischen den Schwestern. Sylvia hält Coco vor, dass sie Drogen nimmt, die Mike ihr verschafft. Daraufhin läuft Coco wutschnaubend davon. Ambers Onkel Pete (Ethan Hawke) kommt nach langer Zeit wieder einmal nach Cody, um seine Schwester und Nichte zu besuchen. Er kann nicht fassen, dass Amber bei Mickey’s arbeitet. Denn für ihn ist diese Kette der Inbegriff all dessen, was er an Amerika nicht mag. Pete geht mit Amber aus. Das Mädchen mag den Sonderling, und der mag seine Nichte. In einem intensiven Gespräch vermittelt er Amber, dass sie versuchen soll, glücklich zu werden. Sie soll weder auf ihn hören, noch auf ihre Mutter, sondern nur auf sich selbst. Mike flirtet mit einem neuen Mädchen bei UMP, woraufhin Coco mit dem Messer auf das Mädchen losgeht. Als Mike sie zur Seite nimmt, bedroht sie auch ihn, drängt ihn aber gleichzeitig durch eine Tür in den Kühlraum der Fleischfabrik. Sie haben Sex, und Mike versorgt Coco mit einer neuen Dosis Kokain. Amber fühlt sich von ihren Freunden und Kollegen zunehmend entfremdet. Sie schließt sich einer Gruppe Polit-Aktivisten an. Zusammen planen sie, die riesigen Rinderherden von ihren Koppeln zu lassen und so ein Verkehrschaos anzuzetteln. Die Aktion ist als aufrüttelndes Fanal gedacht und soll die Menschen aufklären, welche umfassenden Probleme die Industrialisierung der Nahrungsmittel-Produktion mit sich bringt. Allerdings denken die Rinder gar nicht daran, ihre Koppeln zu verlassen. Politik und gute Absichten interessieren sie rein gar nicht. Raul säubert die Produktionsanlagen von UMP. Der Trupp, in dem er schuftet, steht unter Zeitdruck. Aufgrund einer kleinen Unachtsamkeit setzt er eine große Walze in Gang und gerät in den Mechanismus. Sylvia erhält einen Notruf. Im Krankenhaus erfährt sie, dass er überleben wird. Allerdings wird der Unfall bleibende Schäden hinterlassen. In seinem Blut sind außerdem Drogen entdeckt worden, womit er gegen jegliche Grundsätze des Unternehmens verstoßen hat. Das bedeutet nicht nur reduzierte Versicherungsleistungen, sondern zieht auch eine Kündigung nach sich. Der Firmenvertreter kann nur sein Mitgefühl aussprechen. Rauls Unfall bringt Sylvia und Coco dazu, sich wieder zu versöhnen. Coco verhilft Sylvia zu einem Job bei UMP. Durch klinisch reine Gänge wird sie zu ihrem neuen Arbeitsplatz gebracht. Der ist dort, wo sie auf gar keinen Fall hin wollte: im Schlachthaus. Zwischen toten Rinderleibern, Pansen und Gedärm, der über Förderbänder abtransportiert wird, steht sie verloren und kurz vor der Ohnmacht. Tränen laufen über ihr Gesicht. Unterdessen in einer Grenzstadt in Mexiko: Ein älterer Schleuser drängt eine Gruppe zu Vorsicht und Eile. Des Nachts wollen diese Menschen die Grenze zur USA überqueren. Doch nicht alle überleben diese Wüstenmärsche. Entweder sie verlaufen sich, oder sie sind den späteren Strapazen in den Schlepper-Fahrzeugen hinter der Grenze nicht gewachsen…

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