Filmkritik - Eine italienische Hochzeit (2004)
 
 

Eine italienische Hochzeit

DVD / Blu-ray :: IMDB (6,4)
Original: Love's Brother
Regie: Jan Sardi
Darsteller: Paola Dionisotti, Giovanni Ribisi
Laufzeit: 99min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Drama, Komödie, Romanze (Australien)
Verleih: Solo Film Verleih
Filmstart: 29. Juli 2004
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Schauplatz ist Australien in den späten 50ern: Die Donnini Brüder Angelo (Giovanni Ribisi) und Gino (Adam Garcia) leben nach dem Tod der Eltern bei Onkel Luigi und Tante Norma (Joe Petruzzi, Dina Panozzo) auf dem Land, die das „Café Latino“ betreiben. Es ist ein beliebter Treffpunkt für die italienische Gemeinschaft, die hier in Erinnerungen an zu Hause schwelgt und sich ein Stückchen „Little Italy“ in der Ferne bewahrt. Für alle ein Ereignis und Grund für ein Fest ist die Ankunft einer richtigen Espressomaschine (der ersten in Australien), die - von Pater Alfredo (Barry Otto) gesegnet - unter dem Beifall der Gäste den schwarzen Saft in die Tassen schießen lässt. Der Priester gibt dem alten Pepe (John Bluthal) den Vortritt, der andächtig die erste Tasse an die Lippen setzt und einen Lustschrei von sich gibt: „Dies ist wahrer Kaffee!“. Die beiden Brüder könnten gegensätzlicher nicht sein. Gino ist ein hübscher, unbekümmerter und impulsiver junger Mann. Der ein Jahr ältere Angelo dagegen schüchtern, bedächtig und eher konservativ. Gino schaut in die Zukunft, schert sich wenig um Traditionen und fühlt sich fast mehr als Australier denn als Italiener, Angelos Blick ist mehr in die Vergangenheit gerichtet, die Regeln der Vorfahren sind ihm heilig. Der Womanizer Gino turtelt mit der italienischstämmigen, blonden Friseuse Connie (Silvia de Santis), weicht aber jedem Gespräch über eine baldige Verlobung geschickt mit dem Argument aus, sein Bruder müsse erst eine Frau finden, bevor er als Jüngerer vor den Traualtar schreiten könne. Manchmal nimmt Gino den zurückhaltenden Angelo mit zum American Dance, aber der bleibt in seiner Ecke sitzen und schaut dem bunten Treiben ratlos zu, macht dem Bruder sogar noch Vorwürfe wegen seiner Flirts mit fremden Frauen. Doch trotz ihrer Verschiedenheit verbindet sie eine große Loyalität. Da in den 50er Jahren bei der italienischstämmigen Bevölkerung ein Überschuss an jungen Männern herrschte, sahen sich viele dazu veranlasst, eine sogenannte „proxy bride“ aus der alten Heimat per Ferntrauung zu ehelichen und sie in die neue nachkommen zu lassen. Auch Angelo sucht auf diesem Weg eine Ehefrau, doch leider vergeblich. Über die örtliche Heiratsvermittlung von Signora Carmellina (Eleanor Bron) meldet sich keine Heiratswillige. Als er einen Brief aus Italien öffnet und wieder einmal sein Foto herausfällt, ist er über die neuerliche Abfuhr am Boden zerstört. Durch seinen Bruder ermutigt, versucht er es noch ein letztes Mal. Rosetta heißt die auserwählte „proxy bride“. Er schreibt ihr von seinen Wünschen, mit einer Frau das ganz normale Leben zu teilen und schließt mit der Hoffnung, das Schicksal möge sie zusammenführen. Anstatt des eigenen Fotos, legt er das seines Bruders Gino bei, um seine Chancen zu erhöhen. Und tatsächlich: die schöne Rosetta (Amelia Warner) mit dem Lächeln einer Mona Lisa aus einem kleinen süditalienischen Dorf verliebt sich in das Bild des Fremden, entwickelt in ihrer Fantasie eine eigene Welt mit ihrem zukünftigen Mann, träumt vom ersten Kuss und großen Gefühlen, denen sie in ihrem Tagebuch Ausdruck schenkt. Auch ihre Großfamilie findet den Schwiegersohn in spe passend und so willigt Rosetta in eine Fernheirat ein, lässt sich vom Dorfpfarrer im Kreise der Familie trauen und macht sich per Schiff auf nach Australien. Im fernen fünften Kontinent feiern währenddessen die Donninis und ihre Freunde die künftige Braut. Irgendwann jedoch muss Angelo dem Bruder die Sache mit dem falschen Foto beichten. Der ist empört und macht sich wütend vondannen. Also bleibt Angelo nichts anderes übrig, als Rosetta selbst am Hafen abzuholen. Die traut ihren Augen nicht, denn der Angelo, der vor ihr steht ist nicht der Angelo auf dem Foto. Bei der Autofahrt zum „Café Latino“, geben sich Braut und Bräutigam gedrückt. Rosetta will den Irrtum nicht wahrhaben, weigert sich, klein beizugeben und hofft weiter, dass sich das Schicksal zum Guten wendet und Gino sie heiratet. Rosetta zieht erst einmal in Ginos Zimmer, der solange bei Angelo schläft, aber zuvor noch schnellstens seine Pornohefte entsorgen muss, um das Mädchen nicht zu schockieren. Der Versuch von Gino ihr den Bruder mit blumigen Worten anzupreisen scheitert kläglich. Denn je mehr er sich ereifert, um so mehr sprühen die Funken zwischen ihnen, bis Gino vor lauter Unsicherheit von Freundin Connie erzählt. Am nächsten Tag macht er Connie einen Heiratsantrag, den sie aber ablehnt. Sie ahnt, seine Liebe reicht nicht. Zu abendlicher Stunde überrascht Gino Rosetta, wie sie in einem seiner Hemden herumspaziert. Sie vertraut ihm die Träume und Vorstellungen an, die sie in ihrem Tagebuch niedergeschrieben hat. Völlig verwirrt von ihrer Offenheit zieht er sich zurück. Kurz darauf findet er das Tagebuch vor der Tür. Nach einigem Zögern liest er dann doch einige Passagen, in denen Rosetta von ihrem Liebesglück Zeugnis ablegt. Am nächsten Tag schlägt Connie ein Picknick zu viert vor. Am Fluss versucht Angelo schüchtern mit Rosetta Kontakt aufzubauen, doch platzt Gino jäh in das Gespräch über Kängurus hinein, der es einfach nicht mit ansehen kann, wie die beiden plaudern. Und Connie begreift, dass Gino sich Hals über Kopf in Rosetta verliebt hat. Tief enttäuscht, lässt sie ihn stehen. Um dem Chaos der Gefühle zu entfliehe, verkündet Gino das Dorf zu verlassen um einen Brunnen zu bauen. Rosetta will ebenfalls keinen Unfrieden zwischen den Brüdern stiften und beschließt deshalb wieder nach Italien zurück zu kehren. Pater Alfredo arrangiert die Schiffsfahrt, Angelo unterzeichnet einen Auflösungsvertrag und Gino lässt sich erstmal volllaufen. Beim Verlassen der Kneipe erblickt er noch einmal Rosetta, die mit Pater Alfredo das Dorf in Richtung Kloster verlässt, wo sie die Nacht vor der Abreise verbringen wird. Angelo versucht währenddessen Connie zu trösten, die ihm ihr Herz ausschüttet: Mit 14 begann sie ihre Haare zu blondieren, um wie eine Australierin auszusehen. Jetzt zweifelt sie an ihrer Identität, ist sie Italienerin oder Australierin? Als er sie am nächsten Morgen abholt, glänzen ihre Haare wieder in der dunklen Naturfarbe. Gemeinsam lesen sie in Rosettas Tagebuch und wissen, dass sie jetzt handeln müssen, denn in Kürze wird das Schiff mit Rosetta an Bord ablegen ...

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