Filmkritik - Die Töchter des chinesischen Gärtners (2006)
 
 

Die Töchter des chinesischen Gärtners

DVD / Blu-ray :: IMDB (6,7)
Original: Les Filles du botaniste
Regie: Sijie Dai
Darsteller: Mylene Jampanoi, Xiao Ran Li
Laufzeit: 95min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Frankreich, Kanada)
Verleih: Universum Film
Filmstart: 28. Juni 2007
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
China in den 80er Jahren, eine Zeit zaghafter Versuche zur Normalität, zu einem offeneren, von der kommunistischen Partei nicht umfassend kontrollierten Leben: Die junge Li (Mylène Jampanoi), deren russisch-chinesische Eltern in früher Kindheit bei einem Erdbeben starben, verlässt das Waisenhaus, das seit dem dritten Lebensjahr ihr Zuhause war, um bei dem wegen seiner wissenschaftlichen Untersuchungen renommierten Botaniker Chen ein sechswöchiges Praktikum zu absolvieren. Mit dem Ruderboot geht es zu einer verwunschenen Insel. Der Professor (Dongfu Lin) empfängt sie nicht sehr freundlich und scheint sich auch nicht über ihr Geschenk zu freuen, einen Vogel, der ständig „Lang lebe Mao Tsetung“ quäkt. Der Witwer lässt sich von seiner 20jährigen Tochter An Chen (Li Xiaoran) umhegen und umpflegen. Sie macht alles – vom Fußnägelschneiden bis zum Servieren des Frühstücks. Kein Wort des Dankes, im Gegenteil, der Alte nörgelt permanent an ihr herum, ist ständig unzufrieden. Auch Li lernt schnell seine autoritäre und cholerische Seite kennen. Als sie ihm falsche Utensilien für seinen Unterricht reicht, demütigt er sie vor den Studenten und entlässt sie wutentbrannt. Doch An holt sie vom Bahnhof wieder zurück. Li darf bleiben. An ist froh, endlich mit einer Gleichaltrigen reden und lachen zu können, die beiden Mädchen freunden sich bald an. Sie genießen die Busfahrt zum Tempel, bei der Suche nach heilenden Kräutern vertraut An ihrer neuen Freundin an, dass sie ihren Vater, der unter einem schwachen Herz leidet, nicht verlassen kann. Während dieser weiterhin jede Möglichkeit nutzt, sie zu unterdrücken, wandelt sich die liebevolle Freundschaft in zarte körperliche Anziehung. Li betrachtet eines Abends mit Herzklopfen die wie eine Statue auf dem Bett hingegossene, nackte An. Beim Bad kommt es zu ersten zärtlichen und scheuen Berührungen, einer zögerlichen Umarmung. Die (trügerische) Ruhe auf der Insel wird durch die Ankunft von Ans Bruder gestört, der Li mit seiner Schwester verwechselt, von hinten spontan umschlingt und in die Luft wirbelt. Als Dan (Wang Weidong) seinen Irrtum bemerkt, entschuldigt er sich und registriert gleichzeitig, wie hübsch das Mädchen ist. Der Vater ermahnt den Filius, sich eine Frau zu suchen, schließlich sei er in dessen Alter schon verheiratet gewesen. Einen Vorschlag, den der in Tibet stationierte Soldat gerne aufgreift. Bei einer Bootsfahrt fühlt er erst einmal vor, was denn Li von einer möglichen Ehe mit ihm hält. Dabei preist er sich an wie ein Sonderangebot, prahlt mit seinem Bizeps und fordert sie neckisch auf, seine Muskeln zu fühlen, was Li ablehnt. Am Abend amüsieren sich die beiden beim Schattenspiel mit Schmetterlingen, An schaut von Weitem zu und spürt eine große Traurigkeit. Schon früh am Morgen liest ihr der Bruder einen Brief an Li vor, in dem er ihr eine Liebeserklärung macht und fragt, ob sie ihn heiraten will. An will nichts davon hören, läuft weg und weint. Beim Frühstück in der nahen Stadt treffen sich die beiden Frauen. Li streicht sanft die Spuren der Tränen aus Ans Gesicht und versichert ihr ihre Liebe. Um die schrägen Blicke der anderen Gäste im Teehaus schert sie sich nicht. Im Tempel begeben sie sich in den Pavillon der Wünsche und lassen 108 Tauben frei, damit ihr Wunsch in Erfüllung geht: für immer zusammen zu sein. An hat eine Idee: Wenn Li ihren Bruder heiratet, kann sie als Familienmitglied auf der Insel bleiben. Die Hochzeitsvorbereitungen laufen, der Schwiegervater in spe hofft auf baldige Enkelkinder. Nachts treffen sich An und Li und küssen sich leidenschaftlich. Li will nicht, dass ihr zukünftiger Mann sie entjungfert, sondern erwählt An. Bei der Hochzeitsfeier stoßen die geladenen Gäste auf das Brautpaar und das gemeinsame Glück an. Chen tanzt stolz mit seiner Tochter, die als nächstes mit Li ihre Runden dreht, bis der frischgebackene Ehemann irritiert dazwischentritt. Vor der Abreise mit dem Zug in die Flitterwochen fragt ihn Li, ob die Schwester sie nicht begleiten kann. Dan hält das für ein verrücktes Ansinnen. Die erste Nacht wird ein Desaster. Dan will wissen, wer sie entjungfert hat, quält sie, um den Namen zu erfahren. Völlig verstört und mit Wunden bedeckt, kehrt Li auf die Insel zurück. Zwei Monate später haben An und Li an Selbstvertrauen gewonnen, proben den kleinen Widerstand gegen den autoritären Vater. Mal verweigern sie ihm sein Lieblingsessen – gebratene Entenfüße – mal vergisst An das Zeitungsholen, mal gibt es keinen Tee. Aber sie will weder ihren Vater noch die Insel verlassen, es hält sie ihr Respekt vor dem Vater, ihr Pflichtbewusstsein zurück. Nach einem Brief von Dan schlägt Professor Chen Li eine Reise nach Tibet vor, um für Nachwuchs zu sorgen. Eine schreckliche Vorstellung für Li. Die Situation spitzt sich zu, der Vater fühlt sich vernachlässigt, beobachtet das veränderte Verhalten der Töchter mit Skepsis. Als er die beiden beim intensiven Liebesspiel entdeckt, kommt es zur Katastrophe…

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