Filmkritik - Die Ahnungslosen (2000)
 
 

Die Ahnungslosen

DVD / Blu-ray :: IMDB (7,4)
Original: Le fate ignoranti | The Ignorant Fairies
Regie: Ferzan Ozpetek
Darsteller: Stefano Accorsi, Gabriel Garko
Laufzeit: 105min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Frankreich, Italien)
Verleih: Alamode Film
Filmstart: 03. Januar 2002
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Antonio und Massimo sind seit über zehn Jahren miteinander verheiratet. Sie wohnen in einer hübschen Villa am Stadtrand von Rom und sind ein rundherum glückliches Paar... Ihr gemeinsames Eheglück findet jedoch ein jähes Ende, als Massimo eines Tages von einem Auto überfahren wird und dabei sein Leben verliert. Antonia versinkt in tiefe Trauer. Einzig ihre Mutter Veronica und das philippinische Hausmädchen Nora leisten ihr Beistand. Es gelingt Antonia zunächst nicht, sich von dem Schicksalsschlag zu erholen: Sie geht nicht zur Arbeit, vernachlässigt ihre Freunde und schottet sich in ihrem Kummer vollkommen von der Außenwelt ab... Solange zumindest, bis sie eines Tages per Zufall entdeckt, dass Massimo sieben Jahre lang eine Geliebte hatte. Ihre Neugier, der mysteriösen Nebenbuhlerin auf die Spur zu kommen, zwingt Antonia dazu, den Kokon ihrer Trauer zu verlassen. Sie hat lediglich einen Namen und eine Adresse, doch das genügt ihr, um in einem eher volkstümlichen Stadtviertel das Haus ausfindig zu machen, in dem die Geliebte ihres Mannes wohnt. Dort aber erwartet sie eine faustdicke Überraschung: Die vermeintliche Geliebte entpuppt sich nämlich als ein gewisser Michele – es ist ein Mann! Bei aller Spannung, von der das Aufeinandertreffen zwischen Antonia und Michele geprägt ist, empfinden die beiden doch auch eine gewisse Faszination füreinander – schließlich haben sie beide denselben Mann geliebt. Nach und nach wird Antonia in den Zirkel von Micheles sonderbaren Freunden eingeführt, in dem Massimo offenbar eine Art zweite Familie gefunden hatte. Eine „Familie“ jedoch, die sich in einem wesentlichen Punkt von der Ehe unterscheidet, die Massimo und Antonia miteinander führten: Stellte diese eine sorgsam behütete, nach außen hin hermetisch abgeschlossene Sphäre dar, so zeichnet sich der Kreis um Michele zuallererst durch seine Offenheit aus: Hier wird eine „andere“ Form von Familienleben zelebriert, in der Männer und Frauen frei zusammenleben, ohne dass Hautfarbe, Alter, sexuelle Neigungen oder die soziale Herkunft irgendeine Rolle spielen. Allmählich lernen Antonia und Michele einander immer besser kennen und dabei entdecken sie schließlich sogar Gemeinsamkeiten, die sie nicht einmal mit Massimo teilten. Antonia, in zunehmendem Maße dem Bann ihrer neuen Umgebung verfallen, wird in dem erlauchten Kreis gewissermaßen zu Massimos Nachfolgerin. Darüber hinaus projiziert sie ihre Sehnsucht nach Liebe, derer sie durch den Tod ihres Mannes auf so schmerzliche Weise beraubt worden ist, immer mehr auf Michele. Nach einer Reihe von Begegnungen, denen oft etwas Bizarres und Tragikomisches anhaftet, stehen die beiden schließlich kurz davor, sich ernsthaft ineinander zu verlieben... Doch Antonia wird sich dessen bewusst, dass es nach wie vor der verstorbene Massimo ist, der dieser Beziehung Nahrung gibt. Sie wendet sich von Michele ab, muss aber bald erkennen, dass es zumindest in einer Hinsicht kein Zurück mehr für sie gibt: Die Begegnung mit Michele und seinen Freunden hat Antonia nämlich nicht nur dazu verholfen, sich von ihrem Kummer zu lösen, sondern in ihr auch die Erkenntnis heranreifen lassen, dass ihr bisheriges Dasein abseits des wahren Lebens stattgefunden hatte. Doch jetzt fühlt sie sich bereit... Bereit, sich der Welt zu öffnen und einen Neuanfang zu wagen. Bereit, von Neuem zu lieben.

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