Filmkritik - Der Rote Kakadu (2006)
 
 

Der Rote Kakadu

DVD / Blu-ray :: IMDB (6,8)
Regie: Dominik Graf
Darsteller: Max Riemelt, Jessica Schwarz
Laufzeit: 128min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Romanze (Deutschland)
Verleih: X-Verleih
Filmstart: 16. Februar 2006
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Im Frühjahr des schicksalhaften Jahres 1961 - vier Monate vor dem Bau der Berliner Mauer - kommt der zwanzigjährige Siggi Molnar (Max Riemelt) nach Dresden, um dort am Theater als Bühnenmaler zu arbeiten. Sein Ziel ist es, mit der notwendigen Protektion seiner Vorgesetzten, demnächst an der Theaterhochschule zu studieren. Siggis Plan wird durchkreuzt, als er auf die junge Lyrikerin Luise (Jessica Schwarz) trifft, deren Gedichte in der noch jungen DDR wegen "Dekadenz" verboten sind. Durch Luise gelangt Siggi in den Umkreis des "Roten Kakadus", des berühmt-berüchtigten Nachtclubs, in dem West-Musik gehört wird. Dort freundet Siggi sich nicht nur mit einer liberaleren Lebensform, sondern auch mit Wolle (Ronald Zehrfeld), dem äußerst lebenslustigen Ehemann von Luise, an. Eine völlig neue Welt tut sich für Siggi auf. Oder anders gesagt: Siggi droht auf die schiefe Bahn zu geraten. Obwohl sich im engeren Kreis ein Informant des MfS befinden muss, der jegliche Vorgänge im "Roten Kakadu" an die Staatssicherheit weitergibt, gerät Siggi immer mehr in die Clique renitenter Jugendlicher - Halbstarker - die auf ihre Weise den neuen Staat ablehnen, der eben um sein Bestehen ringt. Durch Umgruppierung der Bauern in LPGs in diesem ungewöhnlich heißen Sommer kommt es zu mangelnder Lebensmittelversorgung, die Hitze tut ihr Übriges dazu. Obwohl Luise verheiratet ist, verliebt Siggi sich in die faszinierende junge Frau, begeht sogar einen Diebstahl und Devisenschmuggel, um über die für den "Kakadu" dringend notwendige Barschaft zu verfügen. Als Luises Mann überraschend verhaftet wird, spitzen sich die Ereignisse zu. Die jugendliche Gruppe wird vom Ministerium für Staatssicherheit aufs ins Visier genommen. Siggi nutzt die Zeit während Wolles Inhaftierung, um Luise unter dem Druck der Ereignisse näher zu kommen. Mithilfe eines neuerlichen Devisenschmuggels versucht er, Luise die erste Publikation eines eigenen Gedichtbands zu ermöglichen. Darüber kommt es mit ihr zum Bruch, da sie wegen ihres Mannes keine weiteren Repressalien riskieren möchte. Als Siggi sie überzeugen will, zu dritt in den Westen zu flüchten, kommt es zum Bruch zwischen den beiden. Luise - überzeugte Sozialistin - ist entschlossen, innerhalb der DDR für den Aufbau eines wahrhaft humanen Staates zu kämpfen. Doch die Dinge, erst einmal in Gang gekommen, nehmen unerbittlich ihren Lauf. Siggis Zulassung zum Studium wird aus wahrer sozialistischer Sorge seitens seines vorgesetzten Dramaturgen Hurwitz (Devid Striesow) abgelehnt. Aus Freund wird Feind. Ebenso wie Luise muss Siggi in einer Fabrik ein Bewährungsjahr ableisten, bevor man weiter über seine Zukunft befinden wird. Vollends spitzen sich die Ereignisse zu, als Luise aufgrund des Gedichtbandes verhaftet wird. Jemand hat sie denunziert. Ihr Ehemann Wolle zwingt Siggi, sich dem Ministerium für Staatssicherheit zu stellen, um die Freilassung seiner Frau zu erwirken. Doch dort wird Siggi nicht nur wegen des Devisenschmuggels unter Anklage gestellt, man versucht, ihn auch als Informanten anzuwerben, indem man ihn durch das gezielte Weiterleiten geheimer Informationen unter Druck setzt. So erfährt er beispielsweise, wer in ihrem Kreis der Informant des MfS ist. Sein Deckname: Der rote Kakadu. Als Siggi so verunsichert auf freien Fuß gesetzt wird, haben sich die Ereignisse schon überschlagen: Einer aus ihrer Clique hat die Flucht in den Westen gewagt, Luises Ehemann Wolle hat versucht, 6 seine Frau mit einer gestohlenen Waffe aus dem Polizeipräsidium zu befreien. So sieht man einer gemeinsamen Gerichtsverhandlung entgegen und vor Gericht kommt es in mehrfacher Weise zum Eklat: nicht nur, weil Siggi gezwungen wird, seine Liebe zu Luise öffentlich zu bekennen. Um einen endgültigen Keil in die Gruppe zu treiben und den wahren Informanten zu schützen, lässt man Siggi mit einem unerwartet milden Urteil davonkommen. Daraufhin wendet Luise sich in einem Widerstreit ihrer Gefühle völlig von ihm ab. Wolle aber, wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt, unternimmt einen Fluchtversuch und wird dabei von einem Polizisten angeschossen. Eben dieser Fluchtversuch bewirkt aber, dass Luise in ihrer Meinung über den Staat endgültig zu schwanken beginnt. Siggi, schon bald erneut vom MfS gesucht, flieht vor der Volkspolizei und plant mit Luise die Flucht. Doch vorher muss sie Wolle aus dem Krankenhaus befreien. Sie trennen sich. Sechs Tage vor dem Mauerbau gelingt Siggi die Flucht nach West-Berlin. Dort ist es ihm möglich, den wahren Informanten des MfS zu enttarnen. Doch inzwischen ist das schicksalhafte Wochenende, der 13. August 1961, herangerückt. Die DDR schließt die Grenze, die Berliner Mauer wird gebaut. Es ist fraglich, ob Luise überhaupt noch in den Westen gelangen kann...

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