Filmkritik - Der Kreis (2000)
 
 

Der Kreis

Original: Le Cercle | Dayereh
Regie: Jafar Panahi
Darsteller: Maryam Parvin Almani, Nargess Mamizadeh
Laufzeit: 88min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Iran, Italien)
Verleih: Alamode Film
Filmstart: 13. September 2001
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Eine Frau hat gerade ein Mädchen zur Welt gebracht. Wie kann man begreifen, dass sie und ihr Baby bereits jetzt unerwünscht sind? Als sie in den Genuss eines vorübergehenden Hafturlaubs kommen, beschließen drei Frauen, aus dem Gefängnis zu fliehen. Durch akuten Geldmangel werden sie zu einer Verzweiflungstat getrieben. Eine junge Frau, die weder Ausweispapiere noch einen männlichen Begleiter vorweisen kann, hat alle Mühe damit, sich selbst zu rechtfertigen: Allein mit Lügen scheint es möglich zu sein, etwas so Banales wie eine Busfahrkarte zu erstehen. Nachdem sie sich davongestohlen hatte, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen, bekommt eine unverheiratete Frau die Gewalttätigkeit ihrer Brüder zu spüren, die sie aus ihrem Elternhaus vertreiben. Worin ihre Verbrechen bestanden haben sollen, das bleibt zweifelhaft. Nach Schuld oder Unschuld wird nicht gefragt. In einer sich fortwährend auf dramatische Weise zuspitzenden Atmosphäre kreuzen sich die Lebenswege der Heldinnen. Manchmal erscheint eine Geschichte, die gerade beginnt, wie das Echo auf eine andere, die gerade zu Ende gegangen ist. Gezeigt wird eine Welt, in der die Frauen permanent überwacht werden: Sie sind einer erniedrigenden Bürokratie ausgeliefert und Diskriminierungen unterworfen, die aus grauer Vorzeit stammen. Doch so beklemmend die Repression auch sein mag, sie vermag es nicht, die Energie, die Kraft und den Mut zu brechen, durch den sich dieser Kreis von Frauen auszeichnet.

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