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Filmkritik - Der Fluch der goldenen Blume (2006)
 
 

Der Fluch der goldenen Blume

DVD / Blu-ray :: :: IMDB (7,0)
Original: Curse of the Golden Flower | Man cheng jin dai huang jin jia
Regie: Yimou Zhang
Darsteller: Junjie Qin, Man Li
Laufzeit: 114min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Action, Drama, Geschichte (China, Hongkong)
Verleih: Tobis Film
Filmstart: 26. April 2007
Bewertung: 4,0 (2 Kommentare, 1 Vote)
China 928 n.Chr. zur Zeit der späten Tang-Dynastie: Prinz Jie (Jay Chou), zweitältester Sohn eines mächtigen Territorialherrschers (Chow Yun Fat), kehrt von der Nordgrenze des Reiches, wo er drei Jahre lang als Heerführer gegen die Mongolen gekämpft hat, zu seiner Familie zurück. Noch bevor er den Palast erreicht, trifft er auf seinen Vater, der ihm mit seiner Leibgarde entgegen geeilt ist. Der Empfang im kaiserlichen Gasthof „Himmelsglück“ gestaltet sich jedoch weniger herzlich als vielmehr kriegerisch, denn der Kaiser erscheint in seiner goldglänzenden Rüstung und fordert den Prinzen zum Schwertkampf heraus. Will er den Mut und die Entschlossenheit seines Sohnes testen, oder steckt noch mehr dahinter? Der Kaiser obsiegt und erteilt seinem Sohn damit eine wichtige Lektion: „Alles auf dieser Erde gehört erst dir, wenn ich es dir schenke. Gebe ich es dir nicht, darfst du es dir nicht mit Gewalt nehmen.“ Als Prinz Jie in Begleitung seines Vaters schließlich im prächtigen Kaiserpalast ankommt, bemerkt er dort sofort eine seltsam gespannte Stimmung, die sich während seiner langen Abwesenheit allmählich zusammengebraut haben muss. Wie argwöhnische Spinnen, die gemeinsam in einem goldenen Käfig gefangen sind und ihre Netze weben, belauern sich die Mitglieder der Herrscherfamilie. Heimlich scheint jeder einen Plan zu verfolgen. Intrige und Verrat liegen in der Luft. Die heftig brodelnden Emotionen aus Liebe, Eifersucht, Machtgier und abgrundtiefem Hass bleiben aber hinter einer Fassade des maßlosen Luxus und eines mit nahezu mathematischer Präzision geregelten Hofzeremoniells weitgehend verborgen. Die schöne in (Gong Li) wirkt leidend, sowohl in körperlicher als auch in seelischer Hinsicht. Liegt es daran, dass sich ihr Stiefsohn Kronprinz Xiang (Liu Ye), Jies älterer Halbbruder, von ihr abgewandt hat? Denn dass die beiden bis vor kurzem ein illegitimes erotisches Verhältnis unterhielten, ist zumindest den unzähligen Dienern und Höflingen kaum verborgen geblieben. Wusste wohlmöglich auch der Kaiser davon? Zudem wird die Regentin nun häufig von seltsamen Anfällen heimgesucht, obwohl sie mehrmals täglich einen medizinischen Kräutertrank zu sich nimmt, den der Hofarzt (Ni Dahong) im Auftrag des Kaisers für sie anmischt und der Patientin durch seine anmutige Tochter Chan (Li Man) überbringen lässt. Oder ist das schwärzliche Gebräu vielmehr Ursache der Krankheit? Auch Kronprinz Xiang wirkt verstört und nervös. Sein Wunsch ist es, den Palast zu verlassen, um für eine längere Zeit in der entfernten Provinzstadt Qingzhou zu leben. Hierfür bedarf es allerdings der Genehmigung seines Vaters, dessen Thronerbe er ist, aber gar nicht sein will. Wieso Xiang so dringend fort möchte, verrät er nicht. Nur seiner heimlichen Geliebten Chan vertraut er sich an, denn aufgrund ihrer heimlichen Besuche in seinen Privaträumen sehnt er sich immer mehr nach der Abgeschiedenheit der Provinz fernab von jeglichem Hofzeremoniell. Aber vor allem plagt ihn die Angst, seine Geliebte nicht länger vor der Kaiserin geheim halten zu können. Prinz Cheng (Qin Junjie), der jüngste der drei Söhne, bildet innerhalb des komplizierten Familiengefüges eher eine Randfigur. Wie meistens steht er nicht oft im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit seiner Eltern und Brüder. Wohl aus diesem Grund versucht Cheng angestrengt, dem Kaiser zu gefallen. Aber vielleicht verbirgt sich hinter der eifrigen Fassade ja auch eine ganz andere Motivation. Am Vorabend des Chong Yang Feiertages hält sich die Kaiserin in ihren Gemächern auf und stickt eine Chrysantheme auf einen seidenen Schal, eine Tätigkeit, die sich bei ihr in letzter Zeit zur rätselhaften Obsession entwickelt hat. Da erscheint plötzlich eine schwarz vermummte Frau vor ihr, die dunkle Andeutungen macht, über die Vergangenheit des Kaisers, über einen giftigen schwarzen Pilz aus Persien und über einen drohenden Fall von Inzest. Danach verschwindet sie unerkannt. Wenig später verlassen der Hofarzt und seine Tochter Chan bei Nacht und Nebel den Palast, offenbar auf direkte Anordnung des Kaisers. Was ist der Grund für diese überhastete Abreise? Am Tag des Chrysanthemen-Festes ist der Palasthof in ein riesiges goldgelbes Blumenmeer verwandelt worden. Auch das Regentenpaar und die drei Söhne sind in aufwendige goldene Roben gehüllt, als sie zum traditionellen Festmahl im Prunksaal des Palastes erscheinen. Die Atmosphäre ist zum Zerreißen gespannt, so, als wollte sich in Kürze ein fürchterliches Gewitter entladen. Und tatsächlich eskaliert die Situation: Lange aufgestaute Emotionen brechen sich gewaltsam ihre Bahn und dunkle Geheimnisse treten zu Tage. Während im Palastinneren bereit das Gefühlsinferno tobt, entbrennt nun auch draußen ein mörderischer Kampf bis am Ende des Tages Tausende von Chrysanthemenblüten zertrampelt am Boden liegen, nun rot gefärbt von verspritztem Blut...

Kommentare

(2) Jazzper vergibt 4 Klammern · 12. November 2007
Wer Hero und House of flying Daggers mag wird auch diesen Film mögen. Leider ist hier nicht so viel Action und Kampf wie in den anderen beiden. Aber ein satter Endkampf. Und vom stil echt gut. Gute Verwiklungen, Lügen und Intrigen. Naja trotzdem nur 4 Klammern, weil der Film so lange braucht bis er in Schwung kommt.
(1) backflip · 05. Juni 2007
Wollt mir den schon anschaun nur weil das was Asiatisches ist und das Plakat geil aussah, nun weiss ich das ich ins kino geh weil die Story geil ist :D
 

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