Filmkritik - Das wandelnde Schloss (2004)
 
 

Das wandelnde Schloss

Original: Hauru no ugoku shiro | Howl´s Moving Castle
Regie: Hayao Miyazaki
Laufzeit: 117min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Action, Fantasy, Animation (Japan)
Verleih: Universum Film
Filmstart: 25. August 2005
Bewertung: 8,3 (3 Kommentare, 3 Votes)
Die 18-jährige Sophie ist ein ernsthaftes junges Mädchen und arbeitet im Hutgeschäft des verstorbenen Vaters. Sie ist fleißig und bescheiden, geht selten außer Haus und hat wenig Spaß im Leben. Bei einem Ausflug in die Stadt trifft sie zufälligerweise auf den Zauberer Hauro, einen attraktiven jungen Mann, der sie vor zudringlichen Soldaten in Schutz nimmt. Mit ihm hebt sie buchstäblich ab, denn er nimmt sie mit auf einen Spaziergang durch die Lüfte und bringt sie sicher zu ihrer Schwester. Verträumt blickt sie ihm hinterher und gesteht ihrer Schwester Lettie, dass sie sich ein bisschen in ihn verliebt hat. Wieder Zuhause im Hutmacherladen bekommt sie unangenehmen Besuch: die Hexe aus dem Niemandsland, die sie mit einem schrecklichen Fluch belegt und in eine alte Frau verwandelt. Plötzlich muss Sophie sich im gebrechlichen Körper einer 90-Jährigen zurechtfinden! Sie schleicht aus dem Haus, verlässt unerkannt ihre Heimatstadt und macht sich auf die Suche nach Hauro: vielleicht kann er sie von dem Fluch befreien? Der Weg durch die Berge ist mühsam und Sophie muss am eigenen Leib erfahren wie schwer jede Bewegung im Alter fällt. Doch tapfer trägt sie ihr Schicksal und versucht das Beste daraus zu machen. So wundert sie sich zwar etwas über die sprechende Vogelscheuche Rübe, die sie auf ihrem Weg trifft, lässt sich jedoch nicht weiter von ihr beirren. Als ein schreckliches Unwetter aufzieht führt Rübe sie zu Hauros Schloss, in dessen Schutz sie die Nacht verbringen kann. Erst ist ihr das Monstrum aus Eisen, das sich auf Spinnenbeinen fortbewegt und aus allen Löchern pfeift unheimlich, doch dann wagt sie sich hinein. Erschöpft sinkt sie in einen Stuhl vor dem Kamin und staunt nicht schlecht, als das Feuer mit ihr spricht. Es ist Calcifer, der Dämon des Feuers, der durch einen geheimen Eid mit Hauro verbunden ist und durch dessen Kraft sich auch das Schloss zu bewegen vermag. Sophie ist über soviel Zauberei begeistert und bittet Calcifer, sie von ihrem Fluch zu befreien. Doch so einfach ist es nicht, erst muss Sophie das Bündnis zwischen Calcifer und Hauro aufklären, erst dann kann Calcifer ihren Fluch aufheben. Am nächsten Morgen lernt sie einen weiteren Mitbewohner kennen: Markl, Hauros kindlichen Assistenten. Seine Aufgabe ist es unter anderem, die Besucher an der großen Eingangstür zu empfangen – die sich übrigens in vier verschiedene Welten öffnen kann - und deren Wünsche an Hauro weiter zu geben, manche Sachen erledigt er aber auch gleich selbst. Das Schloss befindet sich in einem arg vernachlässigten Zustand und Sophie beschließt kurzerhand, als Putzfrau dort einzuziehen. Schon bald kann sie die Zuneigung von Markl und Calcifer für sich gewinnen, nur Hauro ist von ihren Aufräumattacken wenig begeistert. Als sie eines Tages seine Zaubersachen im Bad durcheinanderbringt - und er infolge dessen plötzlich knallrote Haare hat - dreht er durch. Theatralisch ruft er: "Es ist alles aus. Was hat das Leben für einen Sinn, wenn man nicht mehr schön ist?" und zerfließt im wahrsten Sinne des Wortes in Selbstmitleid. Doch da ist er bei Sophie an die Falsche gekommen, ganz pragmatisch löst sie das Problem. Nach und nach lernt sie Hauro immer besser kennen: er ist eitel und selbstverliebt, hat keine Lust Verantwortung zu übernehmen, tritt als unterschiedliche Personen in Erscheinung und nachts verwandelt er sich in einen Riesenvogel. In dieser Gestalt unternimmt er immer wieder Erkundungsflüge in die benachbarten Königreiche, als er aber vom eigenen König um Hilfe im Krieg gebeten wird, scheut er die Verantwortung. Darüber hinaus fürchtet er die mächtige Beraterin des Königs: die Zauberin Suliman – einst seine Lehrerin, die ihn nun, nachdem er sich von ihr abgewandt hat, seiner Kräfte berauben will. Deshalb bittet er Sophie, an seiner Stelle zum König zu gehen und ihn zu entschuldigen. Aber er verspricht Sophie, ihr in anderer Gestalt zu folgen und auf sie acht zu geben. Auf dem Weg zum Schloss begegnet Sophie der Hexe aus dem Niemandsland, die ebenfalls eine Audienz hat. Mutig fordert sie sie auf, ihren Fluch zu lösen, doch die Hexe kann (oder will) ihr nicht helfen: sie kann nur Flüche aussprechen – aber nicht zurücknehmen. Um in den Palast zu gelangen, müssen die Besucher eine steile, unendlich hohe Treppe erklimmen, was der dicken Hexe nur mit größter Mühe gelingt. Oben angekommen wird sie von Sulimans Helfern in ihr wirkliches Alter zurückversetzt und ihrer letzten magischen Kräfte beraubt. Die Situation droht zu eskalieren, doch da taucht Hauro, in Gestalt des Königs auf. Die mächtige Zauberin Suliman erkennt jedoch seinen Trick. Erst in letzter Sekunde gelingt ihm und Sophie, mit einem ungewöhnlichen Flug-Objekt, die Flucht. Und mit an Bord haben sie die nun harmlose Hexe aus dem Niemandsland und Sulimans Späher – einen rätselhaften, kleinen Hund. Fortan müssen sie noch mehr vor Suliman auf der Hut sein. Hauro zaubert für die größer gewordene Patchwork-Familie ein neues Zuhause und als Geschenk für Sophie richtet er eine neue Welt an der magischen Tür ein: diese führt in den geheimen Garten seiner Kindheit. Dort kann sie ihn, selbst wieder Kind geworden, als kleinen Jungen sehen und lernt langsam, seine Geschichte zu verstehen. All das lässt ihre Liebe zu Hauro weiter wachsen. Alles könnte wunderbar sein, doch da tauchen Sulimans Flugmonster auf und Hauro zieht in den Krieg. Denn nun hat er etwas gefunden, das er beschützen will. Nämlich Sophie und seine kleine Familie. Doch das alleine reicht nicht: erst Sophies Liebe zu ihm vermag schließlich den Fluch zu lösen, sie beide zu retten, den Krieg zu beenden und die Welt vor Zerstörung zu bewahren...

Kommentare

(3) Apolike vergibt 9 Klammern · 10. September 2006
Gefühlvolle Geschichte, gut gezeichnete Bilder. Zwar nur was für Fans der Anime/Manga Filmen.
(2) klamm vergibt 8 Klammern · 29. August 2005
Wirklich schön!
(1) Kwr vergibt 8 Klammern · 25. August 2005
Tolle Bilder, eine nette Geschichte, und ein ohrwurm-mäßiges Musikstück - wieder mal ein guter Film aus dem Hause Ghibli. Als Anti-Kriegsfilm ist er zwar auch nicht schlecht, aber in der Beziehung kommt er an "Die letzten Glühwürmchen" nicht ran.
 

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