Filmkritik - Das Spiel der Macht (2006)
 
 

Das Spiel der Macht

Original: All the King´s Men
Regie: Steven Zaillian
Darsteller: Kathy Baker, Glenn Morshower
Laufzeit: 127min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Thriller, Drama (Deutschland, USA)
Verleih: Sony Pictures
Filmstart: 04. Januar 2007
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Jack Burden (JUDE LAW) ist ein Reporter des New Orleans Chronicle aus gutem Südstaatenhause, groß gezogen von seiner Mutter, einer angesehenen Dame der Gesellschaft und seinem Pflegevater, dem durch und durch aufrechten und mittlerweile pensionierten Richter Irwin (ANTHONY HOPKINS). Von ihm hat Jack Zivilcourage und Integrität als wichtigstes Rüstzeug für ein öffentliches Leben gelernt, doch seine Erfahrungen mit Korruption und sozialer Ungerechtigkeit lassen ihn zunehmend an seinen einstigen Idealen zweifeln. Er ist ausgebrannt und gleichgültig, als er Willie Stark (SEAN PENN) zum ersten Mal trifft: Der Politiker und Familienvater aus einfachen Verhältnissen will wirklich etwas verändern für die Armen und Unterprivilegierten, für die vom amerikanischen Traum Vergessenen. Jack sitzt mit am Tisch, als sich Willie Stark unterwürfig an den in seinem Wahlkreis einflussreichen und raffinierten Tiny Duffy (JAMES GANDOLFINI) wendet, um dessen Unterstützung zu erhalten, sich aber sofort eine Abfuhr abholt. Jack ist dennoch beeindruckt von der Beharrlichkeit Starks. Mit großer Energie setzt sich der aufstrebende Politiker dafür ein, dass der Auftrag für den Bau einer Schule gerecht an den besten Bewerber vergeben wird und nicht durch Gemauschel an eine Baufirma, die der Administration nahe steht. Stark scheitert. Zunächst. Bis eine Tragödie dafür sorgt, dass sich das Blatt wendet. Als die schlampig gebaute Schule einstürzt und drei Schüler unter sich begräbt, ist er, der genau das verhindern wollte, auf einmal der Einzige, der nicht korrupt und käuflich erscheint. Jack ist sich sicher, dass bei der Bürgermeisterwahl in Mason City kein Kandidat auch nur den Hauch einer Chance hat, sich gegen Willie Stark zu behaupten. Aber auch andere sehen mit einem Mal in dem unerfahrenen Landei einen Mann mit großen politischen Idealen. Ausgerechnet Tiny Duffy ist es, der Willie seine volle Unterstützung anbietet, wenn er es wagen sollte, sich um den Posten des Gouverneurs von Louisiana zu bemühen. Willie vertraut Tiny und steigt in den Wahlkampf ein. Schnell stellt sich heraus, dass Willie die hohen Erwartungen nur bedingt erfüllen kann: Während es ihm spielend gelingt, Menschen im persönlichen Gespräch auf seine Seite zu bringen, sind seine öffentlichen Reden voller Plattitüden und Vorurteile, mit denen sich kein Hund hinter dem Ofen hervorlocken lässt. Selbst Sadie Burke (PATRICIA CLARKSON), seine neue Pressedame, macht sich nichts vor: Willie wird nur von Tiny Duffy instrumentalisiert, der Willies Stimmen für seinen Auftraggeber braucht. Schließlich ist es Jack, der Willie reinen Wein einschenkt. Der ist schockiert und betrinkt sich so schlimm, dass sich Sadie intensiv darum bemühen muss, Willie für seine Rede am nächsten Tag auf einem Jahrmarkt wieder auf Vordermann zu bringen. Der Schock hat heilsame Folgen. Willie Stark ist wie ausgetauscht. Seine Rede ist so impulsiv, so leidenschaftlich, dass die Menschen wie elektrisiert sind von dem Derwisch auf dem Podium, der ihnen reinen Wein einschenkt und sich im gleichen Atemzug von allen Abhängigkeiten befreit. Fortan gibt es niemanden mehr, der ihn steuern könnte. Willie eilt von Triumph zu Triumph. Bald versteht er es perfekt, bei Reden in Sümpfen, auf Werften, vor Fabriken, Fischern, Arbeitern, Schwarzen und Bauern Werbung für sich und seine Politik zu machen, die nur ein Ziel kennt: der Kampf gegen die Reichen und das Establishment, Unterstützung und Arbeit für die sozial Benachteiligten. Wer nicht wählt, zählt nicht. „Nagelt sie an die Wand!“, wird sein Slogan, den bald ganz Louisiana skandiert. Jack Burden verfolgt den Erfolgszug fasziniert und unterstützt Willie Stark in seiner Zeitung – sehr zum Missfallen seines Redakteurs. Auch die anderen Politiker, die feine Gesellschaft und die Reichen der Region sind nicht begeistert von Starks Erfolg. Aber sie können nicht verhindern, dass Willie mit großem Abstand zu seinen Mitstreitern gewählt wird. Der Gegenangriff der Elite lässt nicht lange auf sich warten. Von seinem neuen Bodyguard Sugar Boy lässt Willie seinen Weggefährten Jack zu sich bringen und bietet ihm einen Job an: Willie braucht Jacks Hilfe bei seinem Kampf, neue Schulen, Straßen und Brücken zu bauen und Arbeitsstellen zu schaffen, und zwar mit Geldern des Senats, das eigentlich für andere Dinge vorgesehen ist; er soll ihm den Rücken frei halten und bei einflussreichen Personen vermitteln. Schnell hat Jack alle Hände voll zu tun. Der Senat strebt ein Amtsenthebungsverfahren wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder an – und ausgerechnet Jacks Pflegevater, Richter Irwin, unterstützt die Opposition mit klaren Aussagen in der Zeitung. Jack bringt Willie und den Richter für eine Aussprache zusammen. Nachdem es ihnen nicht gelingt, Irwin davon zu überzeugen, seine Meinung zu ändern, erhält Jack einen folgenschweren Auftrag: Er soll in der Vergangenheit des Richters wühlen und dem Saubermann eine schmutzige Weste nachweisen, damit man ihn unter Druck setzen kann. Eine schmerzhafte Angelegenheit für Jack, der gezwungen ist, sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen, die er seit Jahren verdrängt. Denn da ist seine unerfüllte Jugendliebe zu Anne Stanton (KATE WINSLET), die er aus den Augen verloren hat und der er immer noch nachtrauert sowie deren ebenso idealistischer wie labiler Bruder Adam (MARK RUFFALO), der mittlerweile weitgehend mittellos als Arzt, die Armen und Benachteiligten behandelt. Und natürlich weiß er, dass er mit diesem Auftrag jenen Mann verrät, der ihn erzogen hat und immer für ihn da war. Jack weiß noch nicht, dass er fündig werden wird in der Vergangenheit, dass er mit diesem Auftrag einen Stein ins Rollen bringen wird, den er nicht mehr aufhalten kann und der eine Tragödie nach sich zieht, die das Leben vieler Menschen zerstören wird, die auch Willie Stark nur einen Pyrrhus-Sieg bescheren und schließlich zu seinem Niedergang führen wird. Und Jack wird endgültig aller Illusionen beraubt, denn die Schuld für all den Schmerz und die Zerstörung trägt nur er ...

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