Filmkritik - Das G muss weg (2005)
 
 

Das G muss weg

Regie: Renate Günther-Greene
Darsteller: ?????
Laufzeit: 74min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Dokumentation (Deutschland)
Verleih: Kulturprojektor
Filmstart: 08. September 2006
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Wie lebt es sich in unserem Land als Analphabet? Welche Schwierigkeiten des täglichen Lebens muss man meistern? Und wie kommt es überhaupt dazu, dass Menschen in Deutschland trotz Schulpflicht nicht ausreichend Schreiben und Lesen können? Das Dokumentarfilm-Projekt Das G muss weg von Renate Günther-Greene beobachtet die drei funktionalen Analphabeten Steffi (27 J.), Mondo (25 J.) und Nicole (24 J.) ein Jahr lang in ihrem Lebensalltag. Sie haben den Mut gefunden, einen Alphabetisierungskurs für Erwachsene zu beginnen und sich für ein Jahr der Kamera zu stellen. Wir lernen ihre Sorgen, Probleme, Wünsche und Hoffnungen kennen: Alle drei haben klare Ziele, die sie zum Kursbesuch bewegen. Steffi, die in ihrer Freizeit Gedichte schreibt, möchte selbständiger werden. Nicole, die probeweise auf eigenen Wunsch in einer Behindertenwerkstatt arbeitet, will einen besseren Arbeitsplatz. Mondo möchte seinem Sohn, der im Laufe des Jahres in die Schule kommt, ein Vorbild und eine Hilfe bei den Hausaufgaben sein. Die teilnehmende Kamera zeigt ihre Konflikte und Krisen, aber auch Lernprozesse und Fortschritte. Der Zuschauer erkennt, wie schwierig der Kauf eines Zugtickets am Automaten sein kann, dass ein Einkaufszettel keine Erleichterung sein muss und ein Behördengang zum Spießrutenlauf werden kann. Das G muss weg ist die erste Langzeitbeobachtung zu einem bisher weitgehend tabuisierten Thema in Deutschland und zeigt, wie viel Veränderung in einem Jahr möglich ist und dass eine Menge Mut und Willensstärke für die Beteiligten dazu gehört, sich den Veränderungen zu stellen. Das G muss weg zeigt, dass Versäumnisse von Eltern, Gesellschaft und Schule aufzuholen sind, wenn man Kraft und Unterstützung erhält.

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