Filmkritik - Das Fräulein (2006)
 
 

Das Fräulein

DVD / Blu-ray :: IMDB (8,9)
Original: Das Fräulein
Regie: Andrea Staka
Darsteller: Ljubica Jovic, Andrea Zogg
Laufzeit: 81min
FSK: ab 16 Jahren
Genre: Drama (Deutschland, Schweiz)
Verleih: Real Fiction Filmverleih
Filmstart: 25. Januar 2007
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Ruža führt eine erfolgreiche Betriebskantine in Zürich. Vor 25 Jahren kam sie von Bel-grad in die Schweiz, um sich dort zielstrebig eine neue Existenz aufzubauen. Mittlerwei-le frei von finanziellen Sorgen verläuft Ružas Leben in geordneten Bahnen und besteht aus geregelten Abläufen: die Arbeit in der Kantine, das Zählen der Tageseinnahmen im Büro, das Abendbrot in ihrer kleinen Züricher Wohnung. Ihre Heimat Serbien ist für sie weit weg. An Rückkehr denkt sie nicht. Ganz anders als Mila, 60 Jahre alt, ihre langjäh-rige Angestellte, die mit ihrer Familie seit Jahrzehnten in der Schweiz lebt und hart ar-beitet, um sich bald den Traum vom eigenen Haus in Kroatien erfüllen zu können. Das geregelte Leben der beiden Frauen und der Alltag in der Kantine geraten aus den Fugen, als die 22jährige Ana aus Sarajevo auftaucht. Ana, lebenshungrig, schön und eigenwillig, streift ziellos umher, auf der Flucht vor ihrer eigenen Vergangenheit: Der Krieg in Bosnien hat tiefe Spuren in ihr hinterlassen, die sie mit ihrer lauten und frohen Art zu überspielen versucht. Ana muss den Job in der Kantine aus Geldnot annehmen, sie arbeitet gut, stellt jedoch Ružas strikte Ordnung infrage. Nachts streift Ana, die ihre Obdachlosigkeit in der Kantine verheimlicht, allein durch die Stadt und sucht Unter-schlupf und Nähe bei wechselnden Männerbekanntschaften. Ruža fühlt sich von Anas Impulsivität und Direktheit in ihrer Ruhe bedroht, gleichzeitig von der Lebensfreude der jungen Frau angezogen. Nicht zuletzt erinnert Ana sie daran, wie sie selbst einmal war. Währendessen ist Mila beleidigt, weil Ana Ružas ganze Auf-merksamkeit auf sich zieht, und sie sich auch zu Hause unverstanden fühlt. Die Überraschungsparty in der Kantine, die Ana für Ružas Geburtstag organisiert, spitzt die schwelenden Konflikte zwischen den drei Frauen zu und gibt den Anstoß zu einer Reihe von Veränderungen: Ruža öffnet sich, sie tanzt zu serbischer Volksmusik, lacht und amüsiert sich. Am nächsten Morgen wacht sie nicht nur mit einem Kater auf - Anas Überraschungsparty hat auch ihren Blick auf das eigene Leben verändert, ihr Appetit auf ein farbigeres, reicheres Leben jenseits der Routinen ihres Alltags ist geweckt. Zwischen den beiden eigenwilligen Frauen entsteht langsam eine Freundschaft. Dennoch bleibt eine gewisse Distanz zwischen ihnen bestehen: Ruža wagt nicht, sich ganz zu öffnen, und Ana hat ein Geheimnis, dem sie sich selbst nicht stellen will...

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