Filmkritik - Caravaggio (1986)
 
 

Caravaggio

DVD / Blu-ray :: IMDB (6,7)
Regie: Derek Jarman
Darsteller: Noam Almaz, Dawn Archibald
Laufzeit: 93min
FSK: ???
Genre: Drama, Biografie (Großbritannien)
Verleih: Salzgeber & Co. Medien
Filmstart: 07. September 2006
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Der Maler Michelangelo Merisi (Nigel Terry), geboren 1571 in Caravaggio in der Nähe von Mailand, liegt im Sterben. Er befindet sich in einem armseligen Raum im toskanischen Porto Ercole, die einzige Hilfe bekommt er von seinem stummen Gefährten Jerusaleme. Gerade erst ist er vierzig geworden; sein Gesicht ist unrasiert, von Narben und den Spuren eines wilden Lebens übersäht. Er ist seit Jahren auf der Flucht und liegt jetzt fernab seiner Heimat im Sterben. Ein jämmerlicher Tod für einen Künstler seiner Bedeutung. In Fieberträumen und erotischen Fantasien vermischen sich Episoden seines aufregenden Lebens mit den Visionen seines nahenden Todes. Nachdem er als Junge bei einem Maler in die Lehre gegangen ist, zieht es den jungen Michele Caravaggio (Dexter Fletcher) nach Rom, wo er seinen Lebensunterhalt mehr schlecht als recht damit verdient, eigene Bilder auf der Straße zu verkaufen. Obwohl er fast verhungert, portraitiert er sich selbst als Bacchus. Im Krankenhaus erhält er Besuch vom Kardinal Del Monte (Michael Gough), einem Kunstliebhaber, der Gefallen an seinen Werken gefunden hat. Caravaggio arbeitet daraufhin für den Kardinal und erhält als Gegenleistung ein Zimmer und ein Atelier in dessen Palast. Unter Del Montes Patronat kann er etwas Schulbildung nachholen und erhält als Künstler einen ersten öffentlichen Auftrag für die Kirche San Luigi dei Francesi in Rom: Er soll Die Berufung des Heiligen Matthäus und das Martyrium der Heiligen Processus und Martinianus malen. Es fehlt ihm die rechte Inspiration für diesen Auftrag. Er betrinkt sich in einem Wirtshaus und entdeckt dort den jungen Spieler und Tagelöhner Ranuccio Thomasonio (Sean Bean). Caravaggio macht aus dem schönen und ungebildeten Ranuccio ein Modell für den gemarterten Heiligen. Ranuccio wiederum genießt die Aufmerksamkeit und das Geld des Künstlers, der eine ganze Gruppe mittelloser ‚Modelle’ in seinem Palast wohnen lässt. Das Auftragswerk nimmt Formen an und die Atelieratmosphäre erotisiert sich, zumal Caravaggio auch Ranuccios Frau, die schöne Prostituierte Lena (Tilda Swinton) malt. Aus einer Wette und dem erotischen Spiel wird Ernst und ein mit Messern ausgetragener Kampf zwischen Caravaggio und Ranuccio endet mit einer Verletzung Caravaggios. Die entstehende Dreiecksbeziehung zwischen Lena und den beiden Männern vertieft sich dadurch umso mehr. Der Marquese Vincenzo Giustiniani (Nigel Davenport), ein einflussreicher Bankier, der Caravaggio vor dem Aufschrei der Offiziellen schützt, die sich von den Gemälden schockiert zeigen, indem er sie kurzerhand selbst kauft, wählt Caravaggio dazu aus, den Triumphierenden Eros (Amor als Sieger) zu malen. Caravaggio lädt aus diesem Anlass sowohl Ranuccio als auch Lena zu einer von Giustinianis beliebten freizügigen Gesellschaften ein. Lena wird inmitten des dekadenten Trubels dem beeindruckten Kardinal Scipione Borghese (Robbie Coltrane) vorgestellt, der ein Neffe des Papstes und einer der mächtigsten politischen Figuren Roms ist. Am Rand der Gesellschaft verbreitet Baglione (Jonathon Hyde), ein rivalisierender Maler, Gerüchte über Caravaggios angebliche moralische Verdorbenheit. Eine Tragödie zeichnet sich ab, als Caravaggio Lena zum Modell seiner Maria-Magdalena-Darstellung macht. Sie nutzt das Portrait, um Borghese zu verführen. Als sie schwanger wird, lässt sie offen, von wem das Kind ist. Sie verlässt Ranuccio und Caravaggio, weil sie sich in der Dreierbeziehung überflüssig fühlt und zieht zu Borghese. Wenig später findet man ihre Leiche im Tiber. Ranuccio, der verhaftet und des Mordes angeklagt wird, beteuert seine Unschuld und macht Borghese für die Tat verantwortlich. Caravaggio glaubt ihm, verbreitet das Gerücht, übergibt dem Papst (dem Onkel Borgheses) eine Petition und erwirkt schließlich, indem er ein Gemälde für den Papst anfertigt, Ranuccios Freilassung. Das Bild ist ein Porträt der toten Lena, mit dem sich Caravaggio wie besessen beschäftigt und das er schließlich »Der Tod Mariens« nennt. Als der freigelassene Ranuccio beim betrunkenen Maler auftaucht, enthüllt er ihm seine Schuld am Tod Lenas – er hat sie geopfert, um mit ihm allein zu sein. Bestürzt über diese Nachricht tötet Caravaggio seinen Liebhaber und er begibt sich gemeinsam mit seinem treuen Begleiter Jerusaleme, den er als Kind einer armen Familie abgekauft hat, auf die Flucht, die nach vier Jahren in Porto Ercole endet.

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