Filmkritik - Antares - Studien der Liebe (2004)
 
 

Antares - Studien der Liebe

Regie: Götz Spielmann
Darsteller: Andreas Patton, Reinhard Nowak
Laufzeit: 119min
FSK: ab 18 Jahren
Genre: Erotik (Österreich)
Verleih: Zorro Film
Filmstart: 14. Juli 2005
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Eine Stadtrandsiedlung, wie es sie überall gibt – Hochhäuser, Beton, karge Grünanlagen. Graffitiverzierte Eingänge, Gegensprechanlagen, lange Stiegenhäuser, tausende gesichtslose Fenster. Aus dem anonymen Nebeneinander lösen sich drei Paare heraus, deren Schicksal sich an drei Tagen kreuzt und verändert. Eva (Petra Morzé) ist Ende Dreißig, Krankenschwester, verheiratet und Mutter einer pubertierenden Tochter (Xenia Ferchner). Die Ehe mit Alfred (Hary Prinz) ist nicht schlecht, aber auch nicht spannend. Und plötzlich ist alles anders: Tomasz (Andreas Patton), ein flüchtiger Bekannter, kommt in die Stadt, um Eva wiederzusehen. Sie geht mit in sein Hotel, ohne Zögern, ohne zu überlegen. Eine heftige sexuelle Spannung entlädt sich zwischen den beiden. Es kommt zu einer Liebesnacht, ausschweifend, fast sprachlos, in der beide ihre verborgenen Obsessionen und Fantasien ausleben. Dann muss Eva zu ihrer Familie zurück. In der nächsten Nacht kommt sie wieder. Eine Nacht der Körper, der Leidenschaft. Rituale von Schamlosigkeit, Ausleben erotischer Sehnsüchte, beinahe ohne Sprache. Alles versteht sich von selbst. Eva und Tomasz haben eine Grenze überschritten, jeder für sich. Doch sie wissen, dass sie wieder zurückkehren werden in ihren verschiedenen Alltag, dass diese Erfahrung eine Ausnahme ist. In das Glück mischt sich der Schmerz. Alfred spürt Evas Veränderung, ihre Unruhe, er bemüht sich auf seine Art um Nähe und Geborgenheit. Doch Evas Gedanken sind nur bei ihrem Liebhaber. Als sie für eine weitere Nacht zu Tomasz ins Hotel geht, ist er abgereist. Eva verbringt diese Nacht allein im Hotelzimmer. Sie wird ihre Familie nicht verlassen. Dennoch hat sich alles verändert. Sonja (Susanne Wuest) ist Mitte Zwanzig, arbeitet als Kassiererin im Supermarkt der Siedlung und lebt seit zwei Jahren mit dem Plakatierer Marco (Dennis Cubic) zusammen. Der Sohn jugoslawischer Gastarbeiter nimmt es mit der Treue nicht so genau und stachelt damit Sonjas Eifersucht zu krankhaften Dimensionen auf. Ständig von der Angst gequält, von Marco verlassen zu werden, hat sie vor zwei Monaten unbedacht behauptet, schwanger zu sein. Marco ist außer sich vor Freude und vergöttert die vermeintliche Mutter seines ungeborenen Kindes. In die Enge getrieben von ihrer ausweglosen Lüge und von den sich häufenden Beweisen für Marcos Untreue, beschließt Sonja, sich umzubringen. Doch gerade dieser (missglückte) Selbstmordversuch bindet Marco wieder enger an sie – zumindest für den Augenblick. Marcos Seitensprung lebt in der selben Siedlung und heißt Nicole (Martina Zinner). Sie ist geschieden und allein erziehende Mutter eines kleinen Sohnes. Mit der Scheidung und dem Verlust des Sohnes kann und will sich ihr Ex-Mann Alex (Andreas Kiendl) nicht abfinden. Er versteht Nicoles Zurückweisung nicht, versucht ihr immer wieder zu beweisen, dass er gar nicht gewalttätig ist, sich geändert hat und alles wieder gut wird. Doch Nicole bleibt hart, ihre sexuellen Bedürfnisse stillt sie mit Marco (Dennis Cubic), ihrem verheirateten Liebhaber aus der Siedlung und ansonsten hat sie von Männern vorerst genug. Für Alex ist die Endgültigkeit ihrer Entscheidung unerträglich: einmal noch will er sie umstimmen und dazu ist ihm jedes Mittel recht. Doch der flotte Sportwagen – auf Pump gekauft. Die schicke Wohnung – mit einem Trick für kurze Zeit erschwindelt. Die grandiosen Abschlüsse als Wohnungsmakler – alles nur herbeifantasiert. Und wenn sich die Realität gar nicht mehr verleugnen lässt, begegnet Alex ihr mit großmäuliger Aggression – und schließlich mit blanker Gewalt.

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