Filmkritik - Anatomie 2 (2003)
 
 

Anatomie 2

DVD / Blu-ray :: :: IMDB (5,1)
Regie: Stefan Ruzowitzky
Darsteller: Frank Giering, Heike Makatsch
Laufzeit: 92min
FSK: ab 16 Jahren
Genre: Thriller, Horror (Deutschland)
Verleih: Columbia Tristar Film
Filmstart: 06. Februar 2003
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Es sollte ein feierlicher Empfang werden, bei dem der renommierte Mediziner Professor Charles Müller-LaRousse (HERBERT KNAUP) sein neues Buch vorstellen wollte. Doch die Veranstaltung gerät zu einem Albtraum, als plötzlich ein mysteriöser junger Mann (AUGUST DIEHL) auftaucht. Verzweifelt, schweißgebadet fleht er Müller-LaRousse um Hilfe an – und läuft Amok: Mit einem Skalpell schneidet er sich über den Bauch und beginnt unzählige Narben an Armen, Händen und seiner Brust aufzutrennen. Blut schießt aus den Wunden, dann bricht der Mann zuckend zusammen und stirbt qualvoll vor den Füßen des Professors, der den wahnsinnigen Selbstmörder kennt: Es ist sein ehemaliger Assistent Benny. Einige Tage später: Jo (BARNABY METSCHURAT) verlässt voller Idealismus das heimische Duisburg, um an einem großen Berliner Krankenhaus sein Praktikum als Arzt anzutreten. Jo will in seinem neuen Job mehr als ein pflichtbewußter Arzt sein – er folgt seinem Traum, als forschender Arzt ein Heilmittel für seinen über alles geliebten jüngeren Bruder Willi (HANNO KOFFLER) zu finden. Der Vater starb an einer unheilbaren Muskelkrankheit, die Willi geerbt hat und durch die er seit Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist. Die Realität des Klinikalltags ist jedoch anders als erwartet. Statt dem für seine herausragenden Forschungen bekannten Professor Müller-LaRousse wird Jo dem Team des akribischen Oberarztes Doktor Schinder (JOACHIM BIßMEIER) zugeteilt, der dem Sprichwort „nomen est omen“ alle Ehre macht. Jo schiebt Doppelschichten, ist überlastet, überfordert, erschöpft, ärgert sich über das Übermaß an Bürokratie, Vorschriften und Regelwerken. Ganz anders dagegen gestaltet sich der Alltag für das halbe Dutzend ehrgeiziger Jungärzte, die Professor Müller-LaRousse um sich geschart hat. Gemeinsam mit ihrem Meister dürfen sie im sagenumwobenen OP 17 an einem streng geheimen und offensichtlich hochkarätigen Forschungsprojekt arbeiten. Jo ist fest entschlossen, in diesen elitären Zirkel vorzudringen. Ein Lichtblick ist die hübsche und warmherzige philippinische Krankenschwester Lee (ROSIE ALVAREZ), die in Jos Wohnheim lebt und sich mit einer Mischung aus Schwärmerei und Fürsorge um ihn kümmert. Eines Nachts wird Jo von Lee um Mithilfe bei einer nicht genehmigten Untersuchung des Kindes einer ihrer Kolleginnen gebeten. Das kleine Mädchen leidet seit Tagen unter Nasenbluten, eine Untersuchung mit speziellen Geräten ist allerdings nur Privatpatienten vorbehalten. Trotz aller Skrupel lässt sich Jo von Lee überreden und schleicht mit mehreren Schwestern heimlich in den OP 17. Die Diagnose ist schockierend: Schädelbasisbruch! Ohne zu zögern, nimmt Jo sofort den nötigen Eingriff vor und rettet dem Mädchen das Leben – nicht ahnend, dass die Operation von Müller-LaRousse beobachtet wird. Als der ihn zur Rede stellt, ist sich Jo sicher, dass seine noch nicht einmal begonnene Karriere ihr vorzeitiges Ende gefunden hat. Doch das Gegenteil tritt ein. Der angesehene Professor zeigt sich ob des Regelbruchs nicht empört, sondern ist vielmehr angetan von Jos Forschungsarbeiten und bietet ihm einen Platz in seinem Forschungsteam an. Zu Jos unerlaubtem Einsatz ist des Professors einziger Kommentar: „Regeln sind für Schwache!“ Als Jo erfährt, auf welchem Gebiet die Gruppe arbeitet, erkennt er die einmalige Chance, das Heilmittel für seinen Bruder zu finden: Sie entwickeln künstliche Muskeln, die nicht nur verkümmerte menschliche Muskelstränge ersetzen können, sondern sogar ein Vielfaches an Leistung bewirken. Der Professor sieht Grenzüberschreitungen als Zeichen von echtem Einsatz und besteht daher darauf, dass die Ärzte in seinem Team die synthetischen Muskeln in Selbstversuchen testen. Alle haben sich bereitwillig unters Messer gelegt: die attraktive Viktoria (HEIKE MAKATSCH), die neben der Muskelforschung auch mit selbst gemixten Sexdrogen experimentiert; Hagen (ROMAN KNIŽKA), der Müller-LaRousse wie den eigenen Vater verehrt; Gregor (WOTAN WILKE MÖHRING), der den Traum einer synthetischen, starken Herrenrasse hegt, und selbst der leicht nervös und labil wirkende Sven (FRANK GIERING). Auch Jo lässt sich begeistert synthetische Muskeln implantieren. Die fortwährenden Schmerzen und eine damit verbundene, eskalierende Dosierung von Drogen und Medikamenten nimmt er billigend in Kauf. Sven, der mittlerweile mehr weiß, als gut für ihn ist, versucht Jo vor Müller-LaRousse und seinen Jüngern zu warnen. Sven hat Informationen, dass Müller-LaRousse Schuld an Bennys Tod ist. Aber Jo nimmt Sven nicht ernst – ein fataler Irrtum. Eine geplante Verabredung mit Sven lässt Jo platzen. Stattdessen tritt er in einem von Müller-LaRousse durchgeführtem okkulten Ritual dem Bund der Antihippokraten bei – einer längst verbotenen Geheimloge, die im Bestreben nach medizinischem Fortschritt auf Einzelschicksale und Ethik keine Rücksicht nimmt. Am nächsten Tag wird Sven tot aufgefunden, gestürzt vom Dach des Krankenhauses. Jo glaubt die offizielle Version von Svens Selbstmord. Er ahnt nicht, dass Hagen und Gregor den „Verräter“ über seine synthetischen Muskeln ferngesteuert und damit durch Tastendruck in den Tod getrieben haben. Sven hatte vor seinem Tod Kontakt mit Paula Henning (FRANKA POTENTE) aufgenommen, einer ehemaligen Medizinstudentin und heute Sonderermittlerin des BKA. Paula Henning wäre vor einigen Jahren in Heidelberg fast selbst zum Opfer der Antihippokraten geworden. Nun wittert sie in Berlin eine erneute Verschwörung der Geheimloge. Sie glaubt, dass Jo tief im Sumpf der Loge steckt, und bietet ihm eine Kronzeugen-Regelung an. Doch dieser hält dicht – noch immer nicht ahnend, in welcher Gefahr er sich befindet. Jo unterzieht sich bei seinen vermeintlichen Freunden einer weiteren Muskel-Operation und schluckt alle Drogen, die das Test-Programm vorsieht. Immer stärkere Schmerzen peinigen ihn und die Menge an notwendigen Betäubungsmitteln steigt. Zunehmend verliert er die Kontrolle über seinen Geist, seinen Körper und sein Leben. In diesem Zustand konfrontiert ihn Lee mit der Wahrheit, dass Müller-LaRousse und die anderen Logenbrüder keine revolutionären Forscher, sondern nichts als besessene karrieresüchtige Verbrecher sind, die für den Medizin-Nobelpreis kaltblütig über Leichen gehen würden. Und Jo könnte ihr nächstes Opfer sein, denn die Loge verlässt man nur auf einem Weg – auf einer Bahre!

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