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Filmkritik - A Scanner Darkly - Der dunkle Schirm (2006)
 
 

A Scanner Darkly - Der dunkle Schirm

DVD / Blu-ray :: IMDB (7,1)
Original: A Scanner Darkly
Regie: Richard Linklater
Laufzeit: 100min
FSK: ???
Genre: Action, Drama, Animation (USA)
Filmstart: 07. Juli 2006
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Charles Freck (Rory Cochrane) wird von Maden und Läuse geplagt, wälzt sich im Bett von einer Seite auf die andere und kratzt sich am ganzen Körper. Als auch eine Dusche keine Linderung verspricht, fängt er einige Exemplare des Ungeziefers und speert sie in ein Marmeladenglas, um sie Freunden zu zeigen. Unterwegs wird er von einem Polizisten angehalten, der sich, als er Freck über seine Zivialrechte aufklären will, im Text verhaspelt. Der Bulle entpuppt sich, genauso wie das Ungeziefer, als Halluzination, eine dem kranken Hirn von Freck entsprungene Wahnvorstellung, hervorgerufen durch das in Kalifornien weit verbreitete Rauschmittel »Substanz D« . Schon zwanzig Prozent der amerikanischen Bevölkerung sind drogenabhängig. Die Polizei setzt Undercover-Agenten gegen die Drogenmafia ein und versucht die empörten Bürger in Sicherheit zu wiegen. Einer der Agenten ist Robert Arctor (Keanu Reeves), der als »Officer Fred« die Drogenszene ausspionieren soll. Aus Sicherheitsgründen trägt Fred einen changierenden Tarnanzug, dessen Oberfläche fortwährend Physiognomie und Farbe wechselt. Auch seinen Vorgesetzten, die selber Tarnanzüge tragen, bleibt die Identität von Fred verborgen. Eines Tages erhält er den Auftrag, Robert Arctor zu beschatten - niemand anderes als sich selbst. Arctor gilt als wichtiger Mittelsmann im Drogenkartell, und die Polizei fühlt sich veranlasst, seine Wohnung mit Kameras und Mikrofonen zu verkabeln. Will Arctor seine wahre Identität nicht preisgeben, muss er das Spiel mitspielen. Seinen Freunden Jim Barris (Robert Downey Jr.) und Ernie Luckman (Woody Harelson) gegenüber, die wegen ihres exzessiven Drogenkonsum zunehmend paranoider werden, bewahrt er Stillschweigen. Als Fred selbst mit einer fortgeschrittenen Persönlichkeitsspaltung zu kämpfen hat, lässt ihn sein Vorgesetzter in eine Drogenklinik einweisen, wo er als Gärtner arbeitet und eine verstörende Entdeckung macht. »A Scanner Darkly« entstand nach der gleichnamigen Romanvorlage von Philip K. Dick aus dem Jahr 1977. Das Buch gilt als Dicks persönlichstes Werk, mit dem er seine eigene Drogensucht verarbeitet hat. Der 1982 verstorbene amerikanische Science-Fiction-Autor, dessen Bücher erfolgreich verfilmt worden sind (Blade Runner, Total Recall), hatte in den frühen siebziger Jahren mit Drogen experimentiert und später mit deren Folgen zu kämpfen. In seiner Verfilmung setzt Richard Linklater die vom Drogenrausch hervorgerufenen Halluziationen und Bewusstseinsstörungen mit der so genannten Rotoscope-Tricktechnik um. Dabei werden zuerst normale Filmaufnahmen mit Schauspielern gemacht und anschließend von einer Software überzeichnet und coloriert. Nur schemenhaft sind die Züge der Hollywood-Stars zu erkennen, die ironischerweise fast alle selber wegen Drogenmissbrauchs in die Schlagzeilen geraten sind. »A Scanner Darkly« behandelt das Thema Drogen jedoch nur vordergründig. Drogen fungieren hier allenfalls als Metapher für eine hermetisch mit sich selbst beschäftigte Gesellschaft, die von zunehmender Paranoia zerfressen wird. Unablässig konstruieren der Staat und seine ausführenden Organe zivile Gefahren und Risiken, um eine Legitimation für allumfassende Kontrolle und Überwachung zu erlangen. Erst durch diese Konstruktion einer diffusen Bedrohung erhält der Staat seine gewünschte Autorität und kann seine Kontrollgelüste hemmungslos ausspielen. Wenig missverständlich spielt Regisseur Linklater damit auf die aktuelle Situation in den Vereinigten Staaten von Amerika an, deren Gesellschaft sich entschieden hat, die Persönlichkeitsrechte der inneren Sicherheit zu opfern und äußere Gefahren zugunsten einer Manipulation der Bürger heraufzubeschwören. Ähnlichkeiten mit anderen Nationen sind durchaus beabsichtigt.

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