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#1 (permalink) |
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VfB-Fan
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Hab mal vor Langeweile bisi was rumgedichtet
# 1 Es steht ein frohes Blümelein Ganz einsam auf der Wiese Es hat viel’ prächt’ge Blüten fein Und präsentiert auch gerne diese. Stolz und voller Glanz Das schönste Blümlein weit und breit Doch niemand sich bis nun hier fand Um zu sehen diese Prächtigkeit. Was nützt die schönste Blüte hier im Tal Wenn niemand sie zu sehen vermag So wird das Blümlein welk und kahl Mit jedem weitren stillen Tag Ohne Anerkennung, ohne Neid Bleibt Nahrung für das Blümlein aus Und des Blümleins großes Leid Erstickt und bricht den Lebenslauf Hoffnungslos, dass es gefunden werde Was hat es denn für eine Wahl? Festgebunden in der braunen Erde Gibt es sich hin der langen Qual Vertrocknet und vom Winde fortgerissen So ist es ganz und gar verschwunden Und niemand wird es je vermissen Denn keiner hat es je gefunden. Doch bald so steht ein neues Blümelein Am selben Platze wie die Mutter schon In einem bunten Blütenschein Ahnt es noch nichts vom jähen Tod. # 2 Die Sonne wieder gülden lacht Über Wiesen, Wald und Flur Die Welt ist endlich aufgewacht Und zeigt sich voller Glanze nur Die Blümlein schießen aus der Erde Die Bäume schlagen aus Nicht, dass es gefährlich werde Bleibt hier, geht nicht nach Haus! Ein Zauber liegt in der Luft Sanft hüllt er alles ein Und jede noch so dunkle Gruft Erstrahlt in hellem Schein Einst kahl und bleich wie ausgeblutet Nun wunderschön in voller Pracht Niemand hatte es vermutet Schönheit fast über Nacht In allen Farben kunterbunt Glitzernd wie ein Edelstein Doch zart und viel mehr rund Schillern Blüten in der Sonne Schein Schmetterlinge auf Entdeckungsreise Finden Nektar hier und dort Ihr Flügelschlag ganz elegant und leise Und doch sind sie auf einmal wieder fort Die Amsel zwitschert froh daher Zelebriert die Lebensfreude der Natur Macht Lust und Laune auf noch mehr Doch leider schau’n wir auf die Uhr.
Tschuuuut tschuuuut
Geändert von Steak (12.01.2011 um 11:10:16 Uhr) |
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#2 (permalink) |
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abgemeldet
Reg: 25.04.2006
Beiträge: 1.513
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So im groben gefällt es mir
Einige Stellen sind echt super geschrieben, die dritte und die sechste Strophe vorallem. Schade hingegen finde ich die vierte Strophe, die das Gesamtbild stört. Nahrung und Lebenslauf passen einfach nicht rein (egal wie übertragen man Nahrung verstehen will) Und den vierte Vers der ersten Strophe mag ich nicht. Eine Inversion sollte nicht der Sklave eines Reims sein, sondern der Betonung dienen. Aber wie gesagt, im ganzen gefällt es mir, die Entwicklung ist gut durchdacht |
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#8 (permalink) |
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Lunatic
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Aber wenn man den Versuch unternimmt, ein Gedicht mit bestimmtem Metrum zu schreiben, sollte man sich seiner Fähigkeiten auf diesem Gebiet sicher sein ^^
Abgesehen davon lässt sich trefflich darüber streiten, ob Texte, die keinem Metrum folgen, als Gedichte gewertet werden können, oder nicht einfach eine Form von Prosa sind |
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#9 (permalink) | |
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abgemeldet
Reg: 25.04.2006
Beiträge: 1.513
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Zitat:
![]() Naja vielleicht auch weil ich nicht danach suche wenn es nicht offensichtlich ist Also ich weiß, dass ich sehr freizügig bin, was die Definition von Gedicht betrifft (Bei mir: alles in Versform) aber Metrum wäre echt das letzte, was ich als Voraussetzung ansetzen würde^^ |
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#10 (permalink) |
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Lunatic
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Alles in Versform? Der Vers ist nun mit Abstand das Unwichtigste, weil er ein rein drucktechnischer Aspekt ist und mit dem Werk an sich nichts zu tun hat. Reime fallen auch aus, weil der Reim eher Beiwerk als Kern der Lyrik ist, und es seiner keineswegs bedarf. Bleibt noch die konzentrierte Sprache, die unabdingbar ist, und das Metrum - ohne Metrum hat man simple, prosaische Sätze, da ändert auch die Druckform in Versen nichts, und erst der Rhythmus gibt dem Ganzen den lyrischen Charakter.
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#11 (permalink) |
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abgemeldet
Reg: 25.04.2006
Beiträge: 1.513
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natürlich kann man nicht einfach in einen kurzen Prosatext ein paar Absätze reinhauen und es ist Lyrik. Es muss natürlich passen, aber das hängt nicht von irgendwelchen diskreten Maßstäben (wie Metrum) ab. Wollte ich auch nicht sagen mit Versform=Lyrik. Das war ungünstig formuliert.
Aber Absätze haben einen gewaltigen Einfluss auf den Lesefluss, wenn du mich fragst. Reime wären übrigens das vorletzte... aber ich sehe die, sagen wir, Klanggestalt, die durch ein Metrum entsteht, nicht als fundamental für das Gedicht an sich. Dafür müsste man Gedicht oder Lyrik verfeinern, indem man zum Beispiel Lied benutzt. Das kommt ohne Metrum nicht aus. Der Unterschied von Prosa zur Lyrik entsteht vorallem durch Komprimierung, würde ich sagen. Ob etwas ausgeführt ist oder nicht, hat bei mir den meisten Einfluss auf die Wechselwirkung zwischen Leser <=> Werk. |
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Lunatic
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