Alt 22.04.2010, 01:40:05   #1 (permalink)
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Standard Bahnhof Versuch I (kurze Kurzgeschichte)

Hey

nach langer Abstinenz melde ich mich auch mal wieder hier.. und zwar habe ich ein Problem mit einer meiner Kurzgeschichten.. normalerweise kann ich sie selber in etwa einschätzen und sagen, ob sie mir gefallen, aber hier bin ich am verzweifeln
ach, lest einfach und bitte gebt mir eure Gedanken durch
Sie hat keinen richtigen Titel, wird auch keinen bekommen, daher mit Arbeitstitel (=Titel des Word-Dokuments )

25/03/2010 4.32.00 Bahnhof Versuch I
Ein letztes mal sein Credo, Falsches würde er niemals tun. Wer telefoniert hier? Irgendwann muss doch eine vorbeikommen. Eine Kleine. Eine Zärtliche. Eigentlich ist der Bahnhof viel zu leer, viel zu viel Nacht daraußen, aber irgendwann wird es klappen. Alle in Begleitung, alle unter Schutz. Als läse er Zeitung. Die Stunden rinnen, eine muss dabei sein. Die Treppe herauf, hier ist die Dämmerung. Gleich ein Zug.
Kranke Menschen, alle stürmen weg, als würden sie dadurch weniger sterben. Nur eine bleibt am Bahnsteig. Sie muss es sein. Er setzt sich seine Maske auf, zerrt sie zurück in den Zug und… schmeißt sie an der nächsten Station zerrissen wieder heraus, fährt weiter. Nichts wird ihn jemals fassen können.
Nun hat er Zeit zu sitzen. Nun hat er Zeit, sich die Maske abzunehmen, klar zu denken. Obwohl.
Naja, sie wird schon drüber wegkommen. Wird sie doch? War ja auch gut. Für sie. Was soll passieren. Was soll passieren. Was… soll passieren. Sie wird vielleicht noch einige Tränen vergießen. Ihm hat es geholfen. Hat es doch? War ja auch gut. Für sie. Musste schon sein. Sie wird sich wahrscheinlich sowieso an nichts erinnern, oder?
Jedenfalls nicht an sein Antlitz, wie auch, verhüllt wie es war. Und gesehen haben ihn die kranken Arschlöcher am Bahnhof ohnehin nicht. Zumindest nicht genauer. Keiner wird ihn fassen. Vielleicht. Falsch war es nicht. Und sie?
Er steht auf und rennt wild umher; im Glauben, zu denken. Zum Glück ist der Wagen leer. Die nächste Station ist nahe, er sollte raus. Weg von hier. Mit aller Kraft versucht er, die Scheibe einzuschlagen; unwissend, weshalb. Nun kommt der Zug zum stehen, dieser Bahnhof ist beruhigender.
Ihn überkommt ein Gefühl… fünf Sekunden später findet er sich kotzend am Bahnsteig. Nun kümmern sich die kranken Leute um ihn, denken an ihn, heucheln Menschlichkeit. Fickt euch, ich brauch Hilfe. Die Toilette! Aus Verzweiflung rammt er sich sein Messer ins Bein. Es freut ihn irgendwie, sich so blutend zu sehen. Ohne sich etwas anmerken zu lassen, schlendert er Richtung Telefonzelle. Will Hilfe rufen für sie, für ihn. Sie wird welche bekommen, er soll bleiben wo er ist.
Kann er nicht, er setzt sich hin. Es hilft zumindest allen anderen. Minuten, oder auch nur Sekunden sitzt er. Ein Impuls rafft ihn auf, es kann so nicht laufen. Nur ein Weg hier raus. Er hinterlässt zwar eine rote Spur, aber der nächste Zug trägt ihn fort.
Es ist getan, nichts würde sich ändern, wenn sie ihn nun fassen würden. Der Sonne entgegen; die Natur will wohl, dass er frei bleibt. Hier kann er aber nicht bleiben, steigt an der nächsten Station wieder aus, um sich zu befreien.
Sein Zug fährt ohne ihn weiter, und erst da sieht er, zwei Gleise weiter, was er angerichtet hat. Ein Entkommen wird unmöglich, eben wie er es wollte.
25/03/2010 5.20.00
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Alt 22.04.2010, 21:07:51   #2 (permalink)
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Sorry, aber mir gefällt die Geschichte überhaupt nicht.
Es liegt an der merkwürdigen Gewalt darin, ein krankes Hirn mit einer schrecklichen Aussprache und Gedanken. Alles irgendwie nur abgehackt, kein wirklicher Ablauf dem man folgen kann.

Avachanger Lilly Herzblatt von Der_Tiger ist


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Alt 22.04.2010, 22:27:31   #3 (permalink)
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Zitat:
Zitat von DragonLilly Beitrag anzeigen
kein wirklicher Ablauf dem man folgen kann.
hm, eigentlich steht da ein, zumindest beim 2. oder 3. mal lesen, relativ klarer Handlungsverlauf
Die abgehackte Sprache und dadurch in teilen unklare Situation ist beabsichtigt (was natürlich nicht heißt, dass es dir gefallen muss)
aber danke für die erste Kritik, ich werde sie mir merken
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Alt 23.04.2010, 01:34:59   #4 (permalink)
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iledelacite iledelacite
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Zitat:
Zitat von Johpick Beitrag anzeigen
hm, eigentlich steht da ein, zumindest beim 2. oder 3. mal lesen, relativ klarer Handlungsverlauf
Es gibt von Ken Follett ne Art "Masterclass" in der er beschreibt, wie man von (k)einer Idee zu einem guten Buch kommt. Eine der ersten Lektionen ist, dass Sätze (und damit letztendlich auch die gesamte Geschichte) aus klaren und einfachen Sätzen bestehen sollte. Sinngemäß sagt er: Wenn die Leute den Satz mehr als einmal lesen müssen, habe ich etwas falsch gemacht...

Zitat:
Zitat von Johpick Beitrag anzeigen
Die abgehackte Sprache und dadurch in teilen unklare Situation ist beabsichtigt (was natürlich nicht heißt, dass es dir gefallen muss)
aber danke für die erste Kritik, ich werde sie mir merken
Mag sein das du dadurch glaubst "Authenzität" zu erzeugen. In Wahrheit erzeugst du damit (stylistisch) nur unglaubwürdiges deutsch und Verwirrung.

Kann mich Lillys Meinung - wie du sicher schon feststellst - nur anschließen...
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Alt 23.04.2010, 08:08:06   #5 (permalink)
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Zitat:
Zitat von DragonLilly Beitrag anzeigen
Alles irgendwie nur abgehackt, kein wirklicher Ablauf dem man folgen kann.
Dem würde ich widersprechen. Ich fand den Handlungsablauf nach dem ersten Lesen schon sehr offensichtlich, eigentlich sogar zu offensichtlich für so eine kurze Geschichte.

Zitat:
Zitat von Johpick Beitrag anzeigen
Die abgehackte Sprache und dadurch in teilen unklare Situation ist beabsichtigt
Leider funktioniert das, wie ich finde, mit den "unklaren Situationen" nicht. Die Sprache, so abgehackt sie sein mag, schafft es weder, die Gedanken des Protagonisten glaubwürdig abzuspiegeln, noch vermag sie die Intensität der Handlung zu steigern. Ich kann es nicht genau benennen, aber es fehlt einfach irgendwie etwas, um der Sache den richtigen Dreh zu geben.

Zitat:
Zitat von iledelacite Beitrag anzeigen
Eine der ersten Lektionen ist, dass Sätze (und damit letztendlich auch die gesamte Geschichte) aus klaren und einfachen Sätzen bestehen sollte. Sinngemäß sagt er: Wenn die Leute den Satz mehr als einmal lesen müssen, habe ich etwas falsch gemacht...
Ganz im Ernst: wer mit hypotaktischem Satzbau ein Problem hat, sollte Kinderbücher lesen. Wer nur debil Hauptsatz an Hauptsatz reiht, kann weder geistige noch emotionale Tiefe erzeugen noch die Handlung intensiv schildern.
"Mad, bad and dangerous to know"
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Alt 24.04.2010, 17:51:41   #6 (permalink)
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Zitat:
Zitat von iledelacite Beitrag anzeigen
zu einem guten Buch
Wie du, genauer er, sagt, zu einem guten buch zu kommen. Natürlich, ein Buch sollte zumindest inhaltlich keine Rätsel aufgeben. Nein, es darf keine Rätsel aufgeben.
Aber abgesehen davon: nur weil Ken Follet etwas schreibt, ist es deine Meinung?
Zitat:
Zitat von Thomas Carlyle
Kein gutes Buch oder irgend etwas Gutes zeigt seine gute Seite zuerst.
1-1 ... Unentschieden, wenn du mich fragst.
Man kann mit Zitaten und Meinungen bekannter Leute lange diskutieren, einen Gewinn aus einer solchen Diskussion zu ziehen ist dabei allerdings ausgeschlossen.
Also begründe deine Meinung nicht mit Zustimmung prominenter Seite, denn wie Joseph Joubert so schön formuliert hat:
Zitat:
Nicht Sieg sollte der Sinn der Diskussion sein, sondern Gewinn.
Kann deinen Ansatz nicht wirklich auf mich übertragen - wenn ich etwas beim ersten mal lesen nicht verstehe lehne ich es nicht ab.. ich versuche mir erstmal, klarzumachen, was der Autor an welcher Stelle womit meint - um die Geschichte dann obligatorisch abzulehnen .

Zitat:
Zitat von iledelacite Beitrag anzeigen
Mag sein das du dadurch glaubst "Authenzität" zu erzeugen. In Wahrheit erzeugst du damit (stylistisch) nur unglaubwürdiges deutsch und Verwirrung.
Das klingt schon eher nach nachvollziehbarer Kritik - mal von deinem y als stilistischem Blödsinn abgesehen.
Authenzität? Nein, das war nicht mein Ziel. Ich habe eine Sprache gewählt, die dem Inhalt (der Handlung, der psychischen Entwicklung meines Protagonisten) angemessen ist.
"Unglaubwürdiges Deutsch" klingt danach, dass du in der Literatur Alltagsdeutsch erwartest und forderst. Mag sein, dass es mittlerweile ab und zu so etwas gibt (Hirschhausen, Pocher, im Grunde sämtliche Promiliteratur) - aber deswegen muss ich das doch nicht auch machen, oder?

Zitat:
Zitat von Taliesyn Beitrag anzeigen
Leider funktioniert das, wie ich finde, mit den "unklaren Situationen" nicht.
Okay, das war falsch formuliert mit Situation.. aber alle Handlung hast du sicher nicht mit dem ersten Lesen nachvollziehen/interpretieren können - bspw. dass er vorspielt, zu telefonieren (Zeile 1)
aber darum geht's nicht, ist im Grunde egal

Zitat:
Zitat von Taliesyn Beitrag anzeigen
Die Sprache, so abgehackt sie sein mag, schafft es weder, die Gedanken des Protagonisten glaubwürdig abzuspiegeln, noch vermag sie die Intensität der Handlung zu steigern. Ich kann es nicht genau benennen, aber es fehlt einfach irgendwie etwas, um der Sache den richtigen Dreh zu geben.
Genau sowas habe ich mir an Kritik erhofft!
Glaubwürdigkeit, damit sprichst du genau das an, was ich aufbauen wollte.
Die Glaubwürdigkeit und erfolgreiche Darstellung der psychischen Entwicklung unseres Vergewaltigers sowie seiner Einstellung zur Gesellschaft vor und nach der Tat - schade dass du es nicht genauer ausführen kannst.
Von Zeit zu zeit unzusammenhängende Sätze, gehobene Wortwahl kombiniert mit vulgären Ausdrücken, Inversionen zu Hauf, relativ wenig Nebensätze, Überspringen von Zeit - das sind meine Stilmittel, aber was kann ich machen? Ich poste hier ja nicht sinnlos oder um hoch angeprisen zu werden (womit ich auch nicht gerechnet habe) sondern zur Verbesserung meiner Fähigkeiten.
(Überspringen von Zeit heißt, dass z.B. der Zeit zwischen Bahnsteig/Übergeben und Bahnhofstoilette kein einziger Satz gewidmet wird)



Würde gern noch was zur (Glaubwürdigkeit der) Handlung an sich hören

Johpick
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Alt 24.04.2010, 19:59:59   #7 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Johpick Beitrag anzeigen



Würde gern noch was zur (Glaubwürdigkeit der) Handlung an sich hören

Johpick
Die Story an sich ist absolut glaubwürdig für mich, und wenn sie nicht ganz so "schwarz" wäre....absolut gut.

Avachanger Lilly Herzblatt von Der_Tiger ist


DragonLilly ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.04.2010, 23:28:51   #8 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Johpick Beitrag anzeigen
Genau sowas habe ich mir an Kritik erhofft!
Glaubwürdigkeit, damit sprichst du genau das an, was ich aufbauen wollte.
Die Glaubwürdigkeit und erfolgreiche Darstellung der psychischen Entwicklung unseres Vergewaltigers sowie seiner Einstellung zur Gesellschaft vor und nach der Tat - schade dass du es nicht genauer ausführen kannst.
Das dürfte es mehr oder weniger treffen: deine Sprache (das ist eine intuitive wirkungsästhetische Einschätzung) macht das Geschehen nicht letztgültig glaubwürdig. Mit den richtigen Worten am richtigen Platz kann man den größten Unsinn überzeugend machen, aber hier, wo die Handlung auch in einer realen Umgebung nicht unbedingt unglaubwürdig schiene, fehlt der letzte Stein, der mich empfinden lässt, dass es so stimmt.

Zitat:
Von Zeit zu zeit unzusammenhängende Sätze, gehobene Wortwahl kombiniert mit vulgären Ausdrücken, Inversionen zu Hauf, relativ wenig Nebensätze, Überspringen von Zeit - das sind meine Stilmittel, aber was kann ich machen?
Ich muss gestehen, dass mir keine gehobene Wortwahl aufgefallen ist. Und wenn sie doch vorhanden ist, so erachte ich es als heikel, sie mit vulgärsprachlichen Mitteln zu kombinieren. Das ist ein schwieriges Unterfangen, und bietet sich eher beim umfangreicheren Erzählungen an, um Nuancen der Psychologie des Protagonisten herauszuarbeiten. In einem so kurzen Werk wie diesem sollte die Sprache gestrafft und vereinheitlicht sein, um gezielter zu wirken.
Ich würde nichts an etwaigen "Stolperstellen", also Ellipsen, Zeitsprüngen etc. ändern. Das zu durchblicken ist Aufgabe des Lesers. Aber bei erneutem Lesen scheint mir der Text etwas zu locker gestrickt: es gibt die Lücken, die es geben soll und muss, es gibt daneben aber weitere Lücken, die (Gefühlssache, fürchte ich) verhindern, dass ein Ganzes entsteht.


Nachtrag: dass in der ersten Zeile ein Telefonat nur vorgespielt wird, lässt sich in meinen Augen beim besten Willen nicht interpretieren. Wäre es möglich (das würde auch die eben angemerkten Lücken erklären), dass du dir die Dinge konkret vorstellst und ausgearbeitet hast, deswegen bei der Darstellung aber manches außen vor lässt, was du (mit dem fertigen Ganzen im Kopf) als selbstverständlich und offensichtlich ansiehst, was dann aber dem Leser, dem deine ganze Idee fehlt, nicht bekannt sein kann?
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Taliesyn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.04.2010, 23:44:27   #9 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Taliesyn Beitrag anzeigen
Ich muss gestehen, dass mir keine gehobene Wortwahl aufgefallen ist. Und wenn sie doch vorhanden ist, so erachte ich es als heikel, sie mit vulgärsprachlichen Mitteln zu kombinieren. Das ist ein schwieriges Unterfangen, und bietet sich eher beim umfangreicheren Erzählungen an, um Nuancen der Psychologie des Protagonisten herauszuarbeiten. In einem so kurzen Werk wie diesem sollte die Sprache gestrafft und vereinheitlicht sein, um gezielter zu wirken.
gar nicht?
Antlitz? Credo?
Naja, Tränen vergießen (Normaldeutsch heulen) etc. würd ich auch noch einordnen.. meine zumindest sowas damit
Den Stil von der Gattung abhängig zu machen halte ich für falsch. Ein Stil ist je nach Gattung leichter oder schwieriger - aber unangebracht?
Zumal ich finde, dass es inhaltlich einfach passt. Ein psychisch wirklich kranker Mensch (Vergewaltiger, bezeichnet aber die anderen Menschen als Arschlöcher etc.) mit Gefühlsschwankungen (keine Einsicht/Einsicht/keine Einsicht/Einsicht) - der kann seinem Stil doch nicht treu sein :o
Zitat:
Zitat von Taliesyn Beitrag anzeigen
Aber bei erneutem Lesen scheint mir der Text etwas zu locker gestrickt: es gibt die Lücken, die es geben soll und muss, es gibt daneben aber weitere Lücken, die (Gefühlssache, fürchte ich) verhindern, dass ein Ganzes entsteht.

Gefühlssache setze ich mal mit Mitgefühl rein, dass der Leser zu einer Person im Text eine emotionale Bindung eingeht, eine Sympathieperson eben.
Aber es gibt ja praktisch nur 2 Personen, zu denen das möglich wäre:
-Täter <= Wohl eher nicht, oder?
-Opfer <= Wird mit zu wenig Inhalt gesegnet, da halt der Täter, ja noch nichtmal die Tat im Vordergrund steht
Gefühle wollte ich nicht aufbauen

Zitat:
Zitat von Taliesyn Beitrag anzeigen
Nachtrag: dass in der ersten Zeile ein Telefonat nur vorgespielt wird, lässt sich in meinen Augen beim besten Willen nicht interpretieren. Wäre es möglich (das würde auch die eben angemerkten Lücken erklären), dass du dir die Dinge konkret vorstellst und ausgearbeitet hast, deswegen bei der Darstellung aber manches außen vor lässt, was du (mit dem fertigen Ganzen im Kopf) als selbstverständlich und offensichtlich ansiehst, was dann aber dem Leser, dem deine ganze Idee fehlt, nicht bekannt sein kann?
Jawoll, das kann gut sein.
also ich sehe das nicht als offensichtlich an,
aber wenn da steht 'Wer telefoniert hier?' und 'Als läse er Zeitung.' - dann würde ich mich als Leser fragen, wieso das da steht.
Zweiteres scheint offensichtlicher, er spielt den anderen leuten am Bahnhof vor, was zu tun, um nicht aufzufallen.
Wenn ich mit diesem Wissen beim zweiten mal lesen (was ich praktisch immer mache) den ersteren Satz 'Wer telefoniert hier?' lese, kann ich nicht mehr davon ausgehen, dass der Protagonist sich fragt, wer irgendwo in seiner Nähe in ein Telefon spricht, denn.. wieso sollte er? Es wäre unerheblich. Nicht unerheblich ist es dagegen, wenn er ein Telefongespräch vortäuscht.

So war es zumindest gedacht. Wie hast du den Satz denn beim 2., 3., 4. mal lesen verstanden?

Johpick
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Alt 26.04.2010, 00:50:06   #10 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Johpick Beitrag anzeigen
Naja, Tränen vergießen (Normaldeutsch heulen)
Du meinst "Weinen"

Zitat:
Gefühlssache setze ich mal mit Mitgefühl rein,...
Ich glaube, Taliesyn meint eher das Lesegefühl.
Die Geschichte fühlt sich für ihn lückenhaft an.

Zitat:
Wenn ich mit diesem Wissen beim zweiten mal lesen (was ich praktisch immer mache) den ersteren Satz 'Wer telefoniert hier?' lese, kann ich nicht mehr davon ausgehen, dass der Protagonist sich fragt, wer irgendwo in seiner Nähe in ein Telefon spricht, denn.. wieso sollte er? Es wäre unerheblich. Nicht unerheblich ist es dagegen, wenn er ein Telefongespräch vortäuscht.
Das ist, meiner Meinung nach, ein Rückschluss, den nur du ziehen kannst, weil du deine eigene Absicht bereits kennst. Du weißt, was der Satz ausdrücken soll.

Wenn ich nicht die zusätzlichen Information hätte, würde mir die Frage "Wer telefoniert hier?" den Eindruck vermitteln, dass der Protagonist nach einem telefonierenden Passanten Ausschau hält.


Die Handlung finde ich interessant, aber nicht für eine Kurzgeschichte geeignet, da ich bei solchen Protagonisten gerne mehr über sie erfahre.
Damit meine ich nicht die übliche Ursachenfindungsleier (schwere Kindheit etc.), sondern wie dieser Mensch alltägliche Situationen bewältigt. Wie verhält er sich privat? Wie geht er mit Konflikten um?

Aber das ist natürlich Geschmackssache.
Wer die Ironie nicht ehrt, ist des Sarkasmus' nicht wert.
BuddyJesus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.04.2010, 20:17:07   #11 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Johpick Beitrag anzeigen
gar nicht?
Antlitz? Credo?
Naja, Tränen vergießen (Normaldeutsch heulen) etc. würd ich auch noch einordnen.. meine zumindest sowas damit
Okay, sehe ich, das lässt sich zur gehobenen Sprache zählen.

Zitat:
Den Stil von der Gattung abhängig zu machen halte ich für falsch. Ein Stil ist je nach Gattung leichter oder schwieriger - aber unangebracht?
Zumal ich finde, dass es inhaltlich einfach passt. Ein psychisch wirklich kranker Mensch (Vergewaltiger, bezeichnet aber die anderen Menschen als Arschlöcher etc.) mit Gefühlsschwankungen (keine Einsicht/Einsicht/keine Einsicht/Einsicht) - der kann seinem Stil doch nicht treu sein :o
So, wie manches Sujet sich eher für's Drama als für den Roman eignet, eignet sich mancher Stil und manches Wort eher für dies oder jenes, und immer gibt es Fälle, in denen etwas völlig unangebracht ist.
Auch ein psychisch kranker Mensch besitzt einen gewissen Wortschatz, der eine in sich geschlossene Einheit bildet. Und deswegen ist es bei einem solchen Menschen nicht mehr und nicht weniger heikel als bei jedem anderen auch, ihn "Antlitz" und "Arschloch" gleichermaßen verwenden zu lassen auf so engem Raum in psychisch so konstanten Umständen.


Zitat:
Gefühlssache setze ich mal mit Mitgefühl rein
Wie BuddyJesus richtig anmerkte ging es daurm, dass sich die Handlung lückenhaft anfühlt.

Zitat:
Wenn ich mit diesem Wissen beim zweiten mal lesen (was ich praktisch immer mache) den ersteren Satz 'Wer telefoniert hier?' lese, kann ich nicht mehr davon ausgehen, dass der Protagonist sich fragt, wer irgendwo in seiner Nähe in ein Telefon spricht, denn.. wieso sollte er? Es wäre unerheblich. Nicht unerheblich ist es dagegen, wenn er ein Telefongespräch vortäuscht.
Wieso wäre es unerheblich? Vielleicht löst eine telefonierende Person im Protagonisten etwas aus, was alle weiteren Vorfälle erklärt. Wäre genauso denkbar.

Zitat:
So war es zumindest gedacht. Wie hast du den Satz denn beim 2., 3., 4. mal lesen verstanden?
Genauso, wie beim ersten Lesen, und so, wie er da steht: dass sich der Protagonist fragt, wer da telefoniert.


Zitat:
Zitat von BuddyJesus Beitrag anzeigen
Ich glaube, Taliesyn meint eher das Lesegefühl.
Die Geschichte fühlt sich für ihn lückenhaft an.
Genau ^^

Zitat:
Wenn ich nicht die zusätzlichen Information hätte, würde mir die Frage "Wer telefoniert hier?" den Eindruck vermitteln, dass der Protagonist nach einem telefonierenden Passanten Ausschau hält.
Mir vermittelt die Frage sogar mit dem Wissen um die Intention des Autors noch den Eindruck, dass der Protagonist nach einem telefonierenden Passanten Ausschau hält...

Zitat:
Die Handlung finde ich interessant, aber nicht für eine Kurzgeschichte geeignet, da ich bei solchen Protagonisten gerne mehr über sie erfahre.
Dem würde ich voll zustimmen. Es liegt zu wenig Intensität vor, um eine reizvolle Kurzgeschichte auszumachen, und zu wenig Darstellung, um eine längere Erzählung zu ergeben. Das Sujet, wenn überhaupt, ließe sich eher als Roman umsetzen denn als Kurzgeschichte, weil man so ein vollständiges psychologischen und psychoanalytisches Bild der Hauptfigur zeichnen könnte.
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Taliesyn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2010, 01:45:34   #12 (permalink)
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So, zunächst mal entschuldigung, dass meine Antwort so lang auf sich warten liess, zuerst hatte ich privaten stress, dann schulstress und letztendlich stress mit meinem Esel (der grauen Kiste da am Ende aller Kabel)

Zitat:
Zitat von BuddyJesus Beitrag anzeigen
Ich glaube, Taliesyn meint eher das Lesegefühl.
Die Geschichte fühlt sich für ihn lückenhaft an.
Zitat:
Zitat von Taliesyn Beitrag anzeigen
Wie BuddyJesus richtig anmerkte ging es daurm, dass sich die Handlung lückenhaft anfühlt.
Achso. Kannst du (ihr) mich da bitte genauer aufklären? Ein solches Lesegefühl hatte ich noch nie. Was hat das für Auswirkungen? Weniger Konzentration, weniger Interpretation, weniger Verständnis, weniger Verbindung zum Text?


Zitat:
Zitat von BuddyJesus Beitrag anzeigen
Wenn ich nicht die zusätzlichen Information hätte, würde mir die Frage "Wer telefoniert hier?" den Eindruck vermitteln, dass der Protagonist nach einem telefonierenden Passanten Ausschau hält.
Zitat:
Zitat von Taliesyn Beitrag anzeigen
Wieso wäre es unerheblich? Vielleicht löst eine telefonierende Person im Protagonisten etwas aus, was alle weiteren Vorfälle erklärt. Wäre genauso denkbar.

Genauso, wie beim ersten Lesen, und so, wie er da steht: dass sich der Protagonist fragt, wer da telefoniert.

Mir vermittelt die Frage sogar mit dem Wissen um die Intention des Autors noch den Eindruck, dass der Protagonist nach einem telefonierenden Passanten Ausschau hält...
Offensichtlich schlug die Intention des Autors fehl
Ich denke, dass der Satz durch ein Vorlesen meinerseits klarer, sehr eindeutig, gewesen wäre (arroganter, ablassender Unterton, der die Gesellschaft dahin kritisiert, dass sie nicht mitbekommt, dass er das Telefongespräch nur vortäuscht - schließlich ist sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt)
Mit diesem Ton lese ich den Satz natürlich beim Schreiben, so fällt mir die Unverständlichkeit gar nicht auf. Darauf sollte ich in Zukunft achten.
Zitat:
Zitat von Taliesyn Beitrag anzeigen
Wieso wäre es unerheblich? Vielleicht löst eine telefonierende Person im Protagonisten etwas aus, was alle weiteren Vorfälle erklärt. Wäre genauso denkbar.
in dem Moment des ersten Lesens vielleicht, aber gesamtinterpretativ kann das nicht deine Ansicht sein, oder? O.o
wenn, dann hab ich echt versagt
Obenbeschriebene Gesellschaftskritik macht, in meinen Augen, im Erzählzusammenhang Sinn.
Da nur ein weiteres Telefongespräch vorkommt, welches mit dem hier nichts zu tun hat, und in keinem Fall ein Hinweis auf Denkvorgänge als Reaktion auf telefonierende Personen vorliegt, macht das, was du geschrieben hast, dagegen absolut keinen Sinn.. oder?

Naja, vermutlich hast du es auch nur so als theoretisch mögliche Interpretation gestellt, um die Offenheit dieses Satzes zu kritisieren - zur Kenntnis genommen und oben bereits drauf eingegangen

Zitat:
Zitat von BuddyJesus Beitrag anzeigen
Die Handlung finde ich interessant, aber nicht für eine Kurzgeschichte geeignet, da ich bei solchen Protagonisten gerne mehr über sie erfahre.
Damit meine ich nicht die übliche Ursachenfindungsleier (schwere Kindheit etc.), sondern wie dieser Mensch alltägliche Situationen bewältigt. Wie verhält er sich privat? Wie geht er mit Konflikten um?

Aber das ist natürlich Geschmackssache.
Zitat:
Zitat von Taliesyn Beitrag anzeigen
Dem würde ich voll zustimmen. Es liegt zu wenig Intensität vor, um eine reizvolle Kurzgeschichte auszumachen, und zu wenig Darstellung, um eine längere Erzählung zu ergeben. Das Sujet, wenn überhaupt, ließe sich eher als Roman umsetzen denn als Kurzgeschichte, weil man so ein vollständiges psychologischen und psychoanalytisches Bild der Hauptfigur zeichnen könnte.
Ursachenfindungsleier, wie du, BuddyJesus, es nennst, würde ich niemals betreiben.. Kinderkram
Eine Ausweitung der Geschichte auf Novellenlänge wäre thematisch sicher möglich - aber die kann auch komplett im Kopfe des Lesers stattfinden, findest du nicht?
Finde ich persönlich sogar viel interessanter - ich habe schon stundenlang über Kurgeschichten nachgedacht und sie geistig ausgeweitet, Interpretiertes auf ein Leben übertragen, seinen eigenen Verstand einsetzen. Das ist, nebenbeibemerkt, auch der Grund dafür, dass ich kaum Romane lese - zumindest keine Populären. Dort wird einem einfach alles zu sehr vorgekaut. Versteht mich nicht falsch, Harry Potter ist sicher spannend zu lesen und allein schon wegen der gewaltigen Reaktion ein literarisches Meisterwerk, aber es lässt mir zu wenig Raum für eigene Gedanken. (und damit meine ich nicht optische Gedanken, die dann beim Schauen des Filmes auffallen, sondern psychologisch-philosophische Freiheiten, die völlig wegfallen)
Ich hätte beim Schreiben einer Novelle oder eines Romans Angst, und sehe darin auch die Schwierigkeit, dass auch ich zu sehr beschreibe.


Zitat:
Zitat von Taliesyn Beitrag anzeigen
So, wie manches Sujet sich eher für's Drama als für den Roman eignet, eignet sich mancher Stil und manches Wort eher für dies oder jenes, und immer gibt es Fälle, in denen etwas völlig unangebracht ist.
Auch ein psychisch kranker Mensch besitzt einen gewissen Wortschatz, der eine in sich geschlossene Einheit bildet. Und deswegen ist es bei einem solchen Menschen nicht mehr und nicht weniger heikel als bei jedem anderen auch, ihn "Antlitz" und "Arschloch" gleichermaßen verwenden zu lassen auf so engem Raum in psychisch so konstanten Umständen.
hm..
Ganz ehrlich: ich verwende häufiger, nicht nur als rhetorisches Mittel, gehobenen Stil zu vulgären Ausdrücken innerhalb eines einzigen Satzes Nun, ich mache das absichtlich, zurück zum Protagonisten:
Wieso sollte es kein geschlossener Wortschatz sein?
Dieser Mensch, der vermutlich sehr wenig kommuniziert, vielleicht kann er gar nicht trennen, bzw. sieht keinen Grund zum Trennen zwischen vulgären und kultivierten Ausdrücken, ist Arschloch doch das perfekt passende Wort, ebenso wie Antlitz. (Antlitz beinhaltet sowohl Gesicht als auch Gesichtsausdruck - in diesem Zusammenhang verwendet er es, und dafür gibt es keinen niederen/anderen Ausdruck, soweit ich weiß)



Abschließend hätte ich noch eine sehr anspruchsvolle Bitte:
Könnte einer/mehrere von euch, oder auch jemand anderes, eine vollständige Interpretation schreiben, die auf jeden Satz einzeln eingeht?
Ich stelle mir da vor, dass jeder Satz (oder auch 2-3 Sätze, je nach Zusammenhang) einen einzelnen Quote bekommt und dann in Bezug auf den gesamten Text analysiert/interpretiert wird, unter dem Gedanken 'Wieso steht der Satz da?'. Anschließend wäre eine zusammenfassende Interpretation sehr passend.
Wäre sehr viel Arbeit, aber entsprechend wäre meine Dankbarkeit und euer Gefühl, etwas für euer eigenes Literaturverständnis getan zu haben
Ich werde das auf jeden Fall machen, aber frühestens nach einem Vorposter darlegen, um möglichst wenig zu beeinflussen.
Einen 'Rohling' baue und spoilere ich nach Möglichkeit noch in den nächsten Minuten

Spoiler


Johpick

Geändert von Anax (13.05.2010 um 02:11:36 Uhr)
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Alt 11.06.2010, 00:07:31   #13 (permalink)
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Erstmal guten Abend/Morgen

Auch wenn der Beitrag schon älter ist, so möchte ich dennoch meine Meinung dazu abgeben.


Ich mag die Geschichte nicht. Meine eigene Meinung dazu. Nun zu der Analyse:
Die Geschichte überfährt den Leser schon im ersten Satz. Das ist sicher so gewollt. Ich aber gehöre zu den Menschen, die es gerne ruhig angehen .
Abgesehen von den kleinen Rechtschreibefehlern lässt sich im grossen und ganzen die Geschichte im Kopf nachbilden und nach langsamen lesen und überdenken kristallisiert sich ein gewisser Sinn daraus heraus.
Aber es gibt noch Dinge, die mich stören: Als Beispiel die annahme, dass ein Vergewaltiger wirklich so denkt. So handelt. In gewisserweise ist es anzunehmen, dass es so ablaufen könnte. Aber wenn ich das psychologisch auswerte, entnehme ich aus der Handlungsweise (Maske, Nervosität) eine gewisse Scham/Schutzhaltung. Das passt nicht zum restlichen verhalten oder umgekehrt.
Ich stimme dem zu, es ist eine Geschichte mit zu wenig Inhalt für einen Roman aber ein - meiner Ansicht nach - zu schneller Ablauf von Handlungen für so wenig Text, für meinen Geschmack.

Du hast geschrieben, dass Du gerne gewisse Gedankengänge offenlässt. So, dass sich der Leser sein eigenes Bild bauen kann. Im Prinzip eine gute Idee, aber auf der anderen Seite kann eine gute und kurze Be-/Umschreibung der Umgebung einen gleichen Effekt auslösen.

Zu der Diskussion, wie der Satz mit dem Telefon nun zu intepretieren ist und ob es relevant ist, dass der Leser das richtig versteht oder ob der Anruf irgendwas in ihm auslöst, kann ich nur sagen, dass da der Verfasser die grösste - ich nenn es mal Macht - darüber hat. Will der Verfasser dem eine relevanz beimessen, so schreibt er die Geschichte dementsprechend. Ist es ein Detail, ruft es nichts in ihm wach oder ist dieses Gefühl für den Ablauf der Geschichte unerheblich, so kann man es getrost vergessen. Ich hoffe, ihr versteht was ich meine.


Zusammenfassung:

Ich würde die Geschichte nicht kaufen. Aber der Aufbau der Geschichte ist äusserst interessant gestaltet.

Gute Nacht und schönes Wochenende

Valares
Wenn ich gewissen Leuten auf die Füsse trete, so tut es mir leid, aber ich sage lieber meine ehrliche Meinung, als dass ich euch was vorlüge. Danke, dass ihr das versteht.
Ich freue mich über begründete, sachliche und vor allem unterschriebene Kritiken.
"Mami! Mami! Ich hab Opa gefunden!" - "Ich hab Dir doch verboten, im Garten zu graben!"
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Alt 11.06.2010, 09:47:01   #14 (permalink)
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Anax genießt hohes AnsehenAnax genießt hohes AnsehenAnax genießt hohes AnsehenAnax genießt hohes AnsehenAnax genießt hohes AnsehenAnax genießt hohes AnsehenAnax genießt hohes AnsehenAnax genießt hohes AnsehenAnax genießt hohes AnsehenAnax genießt hohes AnsehenAnax genießt hohes Ansehen
Standard

Rechtschreibfehler?
Zitat:
daraußen
/gewollt
Zitat:
herauf
hinauf vielleicht die bessere wahl, dennnoch
/gewollt
Zitat:
Nun hat er Zeit zu sitzen.
Kommafehler?
Sonst finde ich nichts.
naja, unwichtig
=====================
Zitat:
Als Beispiel die annahme, dass ein Vergewaltiger wirklich so denkt. So handelt. In gewisserweise ist es anzunehmen, dass es so ablaufen könnte. Aber wenn ich das psychologisch auswerte, entnehme ich aus der Handlungsweise (Maske, Nervosität) eine gewisse Scham/Schutzhaltung. Das passt nicht zum restlichen verhalten oder umgekehrt.
Der klassische Vergewaltiger, wie ich ihn mir vorstelle, baut eine einseitige Beziehung zu seinem Opfer auf. Passend dazu der oft in Filmen fallende Satz 'Du willst es doch auch.'
Du hast Recht damit, dass so einer niemals eine Maske tragen würde.
Diesen Vergewaltiger wollte ich jedoch nicht darstellen.

Mein Protagonist hat anfangs ein Weltbild, in dem sein Handeln nicht falsch ist - im Gegensatz zum Handeln der restlichen Gesellschaft.
Die restliche Gesellschaft würde ihn, und das weiß er, für seine Tat bestrafen. Auch dies sähe er anfangs als falsch an, die Gesellschaft muss also getäuscht.. oder besser gesagt umgangen werden. Da die anderen sein Gesicht am ersten Bahnhof nicht sehen, schließlich wandeln sie nur noch geistesabwesend durch die Welt, lebt er gefahrlos. Auch am zweiten würden sie es nicht tun, wenn sich an dieser Stelle (noch im Zug) nicht sein in seiner Kindheit antrainiertes Weltbild, das auch alle anderen Menschen besitzen, melden würde.

Die Maske habe ich nachträglich eingefügt, um die geistige Entwicklung des Mannes, der sich ja letztlich stellt und damit die Werte der Gesellschaft annimmt, zu verdeutlichen.

Zitat:
Naja, sie wird schon drüber wegkommen. Wird sie doch? War ja auch gut. Für sie.
An dieser Stelle beginnt diese Entwicklung.
Das 'War ja auch gut. Für sie.', was zwei mal vorkommt, passt weder zu den Gedanken davor, noch zu denen danach. Es soll eine versuchte Flucht vor der unausweichlichen Entwicklung darstellen.

--- Wenn du mich fragst. Das ist die Autorenintention. Nicht zwangsläufig die einzige Interpretation. ---

Zitat:
aber auf der anderen Seite kann eine gute und kurze Be-/Umschreibung der Umgebung einen gleichen Effekt auslösen.
Kommt in den meisten Geschichten gut. Aber meiner Meinung nach passt es nicht zur Hauptperson, also habe ich es gelassen.


Johpick
Anax ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 16.11.2010, 01:41:52   #15 (permalink)
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Standard

Ach das hier gibts ja auch noch... Naja ich kanns euch nicht übel nehmen, dass es keiner gemacht hat, hier jedenfalls das, was ich mir bei den Sätzen jeweils gedacht habe. - Nicht unbedingt das, was auszudrücken mir gelungen ist!
Wen es nicht interessiert, der sollte es nicht lesen.
Zitat:
Zitat von Überschrift
25/03/2010 4.32.00 Bahnhof Versuch I[/FONT]

Zitat:
Zitat von Satz 1
Ein letztes mal sein Credo, Falsches würde er niemals tun.
Ich wollte gleich zu Anfang verdeutlichen, dass es auf einen Weltbildkonflikt hinausläuft. Das Credo soll zeigen, dass er in seiner zukünftigen Tat Gottes Zustimmung sieht, was 99,9% der Bevölkerung natürlich nicht unterschreiben würden.
Zitat:
Zitat von Satz 2
Wer telefoniert hier?
So im Nachhinein würde ich es lieber streichen, insbesondere nach der klaren Resonanz des Unverständnisses. Es sollte jedenfalls heißen, dass er sein Handy am Ohr hat und so tut als würde er telefonieren, um unauffällig zu bleiben.
Zitat:
Zitat von Satz 3-5
Irgendwann muss doch eine vorbeikommen. Eine Kleine. Eine Zärtliche.
Erster Hinweis auf Tat, Opfer ist wohl ausgesucht (keine Affekthandlung)
Zitat:
Zitat von Satz 6
Eigentlich ist der Bahnhof viel zu leer, viel zu viel Nacht daraußen, aber irgendwann wird es klappen.
Beschreibung der Situtation
Zitat:
Zitat von Satz 7
Alle in Begleitung, alle unter Schutz.
Schutz => erstes Anzeichen für inneren Konflikt; widerspricht dem Credo da er an dieser Stelle schon sieht, dass es falsch ist.
Zitat:
Zitat von Satz 8
Als läse er Zeitung.
Wie mit dem vorgespielten Handygespräch. Vielleicht ein bisschen deutlicher, aber auch nicht gut. Hinweis auf die Verachtung, die er der Gesellschaft entgegenbringt, weil sie nicht merkt, dass er nur so tut (aus der Formulierung zu schließen, hoffe ich)
Zitat:
Zitat von Satz 9
Die Stunden rinnen, eine muss dabei sein.
=> Wohlüberlegte Tat
Zitat:
Zitat von Satz 10
Die Treppe herauf, hier ist die Dämmerung.
Beschreibung der Situation, zeitliche Einordnung
Zitat:
Zitat von Satz 11
Gleich ein Zug.
An dieser Stelle sollte bei sehr aufmerksamem Lesen die Situation "Bahnhof" klar sein. Wohlgeplante Tat, da er zum Opfer (zum Zug) geht und nicht nur eine nimmt, die irgendwann an ihm vorbeiläuft.

Zitat:
Zitat von Satz 12
Kranke Menschen, alle stürmen weg, als würden sie dadurch weniger sterben.
sieht Sinnlosigkeit im "normalen" Leben
Zitat:
Zitat von Satz 13-14
Nur eine bleibt am Bahnsteig. Sie muss es sein.
Ausbruch aus seiner Absicht, da Affekthandlung. Sollte aus Verzweiflung sein, Begründung im Satz vorher.
Zitat:
Zitat von Satz 15
Er setzt sich seine Maske auf, zerrt sie zurück in den Zug und… schmeißt sie an der nächsten Station zerrissen wieder heraus, fährt weiter.
Tat. Wichtig ist, dass er sie nicht tötet.
Zitat:
Zitat von Satz 16
Nichts wird ihn jemals fassen können.
Erhabenes Gefühl gegenüber der Gesellschaft ("Mein Weltbild ist besser!!")


Zitat:
Zitat von Satz 17-19
Nun hat er Zeit zu sitzen. Nun hat er Zeit, sich die Maske abzunehmen, klar zu denken. Obwohl.
Beruhigung der Spannung; zweite Einsicht (nach Satz 7) des Protagonisten, dass er vielleicht etwas falsches gemacht hat.


Zitat:
Zitat von Satz 20-23
Naja, sie wird schon drüber wegkommen. Wird sie doch? War ja auch gut. Für sie.
Erster Gedanke ans Opfer mit klarem inneren Konflikt.
Zitat:
Zitat von Satz 24-26
Was soll passieren. Was soll passieren. Was… soll passieren.
Ich weiß nicht, wie man diese Sätze liest wenn man ihn nicht geschrieben hat. Ausdrücken wollte ich jedenfalls auch in diesen 3 Sätzen den Wandel von "Ist doch egal" (durch 1. Satz) über Zweifel (durch Wiederholung) und Einsicht (durch Verzögerung im 3. Satz)
Zitat:
Zitat von Satz 27
Sie wird vielleicht noch einige Tränen vergießen.
Einreden von Harmlosigkeit; "Einfach wegschauen" vom eigenen Konflikts
Zitat:
Zitat von Satz 28-32
Ihm hat es geholfen. Hat es doch? War ja auch gut. Für sie. Musste schon sein.
Hin- und Herspringen, Konflikt sollte nun klar sein.
Zitat:
Zitat von Satz 33
Sie wird sich wahrscheinlich sowieso an nichts erinnern, oder?
"Einfach wegschauen"

Zitat:
Zitat von Satz 34
Jedenfalls nicht an sein Antlitz, wie auch, verhüllt wie es war.
Erster Gedanke an Strafe/Reaktion der Gesellschaft
Zitat:
Zitat von Satz 35
Und gesehen haben ihn die kranken Arschlöcher am Bahnhof ohnehin nicht.
Trotz einigermaßen-Einsicht von vorher wird hier die Gesellschaft weiter als krank dargestellt.
Zitat:
Zitat von Satz 36
Zumindest nicht genauer.
Erster Gedanke, die Gesellschaft könne richtig liegen/was richtiges gemacht haben.
Zitat:
Zitat von Satz 37
Keiner wird ihn fassen.
Gesellschaftliche Folgen drängen sich in den Vordergrund
Zitat:
Zitat von Satz 38
Vielleicht.
Angst
Zitat:
Zitat von Satz 38
Falsch war es nicht.
Leugnen
Zitat:
Zitat von Satz 39
Und sie?
erste Reue

Zitat:
Zitat von Satz 40
Er steht auf und rennt wild umher; im Glauben, zu denken.
Innere Aufgewühltheit, die zweite Hälfte des Satzes würd ich streichen.
Zitat:
Zitat von Satz 41
Zum Glück ist der Wagen leer.
Beschreibung der Situation (Erinnerung an den Leser: Wir befinden uns im Zug)
Zitat:
Zitat von Satz 42-45
Die nächste Station ist nahe, er sollte raus. Weg von hier. Mit aller Kraft versucht er, die Scheibe einzuschlagen; unwissend, weshalb. Nun kommt der Zug zum stehen, dieser Bahnhof ist beruhigender.
Der Zug, in dem er ja soeben eine Frau vergewaltigt hat, regt ihn auf. Flucht vor Vergangenheit.

Zitat:
Zitat von Satz 46
Ihn überkommt ein Gefühl… fünf Sekunden später findet er sich kotzend am Bahnsteig.
Flucht fehlgeschlagen
Zitat:
Zitat von Satz 47-48
Nun kümmern sich die kranken Leute um ihn, denken an ihn, heucheln Menschlichkeit. Fickt euch, ich brauch Hilfe.
Zunächst weitere Ablehnung der Gesellschaft, dann sofortige Einsicht (die Hilfe kann ja nur aus der Gesellschaft kommen)
Zitat:
Zitat von Satz 49
Die Toilette!
Beschreibung der Handlung in Zeitraffer sollte die Anspannung in der Hauptperson verdeutlichen. Ich weiß nicht, wie klar das ist, aber ab jetzt befinden wir uns in der Bahnhofstoilette.
Zitat:
Zitat von Satz 50
Aus Verzweiflung rammt er sich sein Messer ins Bein.
Erklärung im Text
Zitat:
Zitat von Satz 51
Es freut ihn irgendwie, sich so blutend zu sehen.
Selbstbestrafung
Zitat:
Zitat von Satz 52-53
Ohne sich etwas anmerken zu lassen, schlendert er Richtung Telefonzelle. Will Hilfe rufen für sie, für ihn.
Zwingt sich zur endgültigen Einsicht.
Zitat:
Zitat von Satz 54
Sie wird welche bekommen, er soll bleiben wo er ist.
Handlung

Zitat:
Zitat von Satz 55
Kann er nicht, er setzt sich hin.
Weiß ich nicht mehr => streichen
Zitat:
Zitat von Satz 56
Es hilft zumindest allen anderen.
Es = die Lösung, die sich jetzt anbahnt. Einsicht, dass sein Ex-Weltbild falsch war.
Zitat:
Zitat von Satz 57-58
Minuten, oder auch nur Sekunden sitzt er. Ein Impuls rafft ihn auf, es kann so nicht laufen.
Will wieder Gewalt über die Situation haben; laufen sollte ein kleiner Wortwitz sein (schließlich hatte er vorhin ein Messer im Bein).. unwichtig
Zitat:
Zitat von Satz 59-60
Nur ein Weg hier raus. Er hinterlässt zwar eine rote Spur, aber der nächste Zug trägt ihn fort.
Die rote Spur soll weitere Fluchtsituation verdeutlichen.

Zitat:
Zitat von Satz 61
Es ist getan, nichts würde sich ändern, wenn sie ihn nun fassen würden.
Reine Verwirrung des Lesers, was hab ich mir dabei bloß gedacht? -.-
Zitat:
Zitat von Satz 62
Der Sonne entgegen; die Natur will wohl, dass er frei bleibt.
Beim ersten Bahnhof hieß es "hier ist die Dämmerung". Sollte andeuten, dass er dahin zurückfährt. Auf jeden Fall zu unklar
Zitat:
Zitat von Satz 63
Hier kann er aber nicht bleiben, steigt an der nächsten Station wieder aus, um sich zu befreien.
Was mit Befreiung gemeint ist, wird erst im nächsten Absatz deutlich.


Zitat:
Zitat von Satz 64-65
Sein Zug fährt ohne ihn weiter, und erst da sieht er, zwei Gleise weiter, was er angerichtet hat. Ein Entkommen wird unmöglich, eben wie er es wollte.
Sollte Handlungstechnisch so aussehen: Er steigt aus, und zwar einen Bahnsteig (zwei Gleise) weiter als der Bahnsteig, an dem er vorhin die Frau aus dem Zug geschmissen hat. Dann fährt sein Zug weiter und auf der anderen Seite sieht er sein Opfer, wie es weint, oder was weiß ich.


Zitat:
Zitat von Unterschrift
25/03/2010 5.20.00

Geändert von Anax (16.11.2010 um 01:52:09 Uhr)
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