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Makkabi
Reg: 28.04.2006
Beiträge: 2.433
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Ich habe vorhin mit großem Ärger einen Nachrichtenbeitrag über den millionenschweren Einsatz der deutschen Marine am Horn von Afrika gesehen. Dort finden regelmäßig Angriffe von Piraten auf Handelsschiffe (auch deutsche) und Privatboote statt. Da die Marine - wie so oft - jedoch nur in beobachtender und unterstützender Funktion dort ist und keine Polizeiaufgaben übernehmen will, sind den hochgradig qualifizierten und bewaffneten Soldaten dort die Hände gebunden und vor ihren Augen treiben dort die Verbrecher ihr Unwesen.
Dabei handelt es sich mal wieder - wie auch schon im Fall des UNIFIL-Einsatzes im Libanon oder in Afghanistan - keineswegs um ein verfassungsrechtliches Problem, was ein Verfassungsfachmann in dem Beitrag festgestellt hat. Ein Eingreifen bedürfte lediglich des Befehls des Verteidigungsministers (Jung). Dieser hat jedoch Angst, dass ihm bzw seiner Regierung das großen Image-Schaden bescheren könnte, denn es ist ja bekannt, wie panisch die deutsche Öffentlichkeit auf Kampfeinsätze der Bundeswehr reagiert. Außerdem fehlt ihm offenbar der Mut, Entscheidungen zu treffen, wo jemand zu Schaden kommen kann. Die eigentlichen Protagonisten, denen die Hände gebunden sind, scharren mit den Füßen und sind frustriert. Und obendrein verärgern wir noch regelmäßig unsere Bündnispartner, zB in der NATO. Ich frage mich, ob beim Bund, aber auch in der Bevölkerung nicht dringend ein Umdenken erforderlich ist. Nie mehr Krieg ist ein schöner theoretischer Grundsatz, faktisch ist es jedoch so, dass es nunmal Bedrohungen gibt, denen man mitunter nur militärisch begegnen kann. Dafür ist die Geschichte mit den Piraten am Horn von Afrika eigentlich das perfekte Beispiel, denn wir sind Exportweltmeister und haben die drittgrößte Handelsflotte der Welt, und wofür zahlen wir bitte in unseren Militär-Etat, wenn nicht zB dafür, unsere eigenen Schiffe zu beschützen? Wenn wir immer nur überall zugucken, machen wir uns nicht nur lächerlich, sondern schaden uns am Ende auch selbst. Oder was meint ihr? |
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#2 (permalink) |
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Lautrer
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Tjo das ist das Problem das wir in meinen Augen selbst geschaffen haben - raushalten wollen wir uns nicht mehr, nein seit der Wiedervereinigung haben wir regelrecht die "Pflicht" wieder in der Weltpolitik mitzumischen. Allerdings sind wir dann auch nicht bereit uns richtig am blutigen "Tagesgeschäft" zu beteiligen. Beobachter in eine solches Gebiet zu schicken bringt in meinen Augen garnichts, die Piraten und andere Kriminelle wissen doch genau, daß sie von der Bundesmarine nichts zu befürchten haben, dann kann man sich genauso auch ganz raushalten.
Wenn dann tatsächlich mal deutsche Truppen in einem Kampfeinsatz sind, dann wird das alles möglichst unter der Hand behandelt und ja keine große Berichtersattung drüber gestartet - siehe KSK Einsatz in Afghanistan oder auch jetzt der Kampfauftrag der Bundeswehr. Ich denke auch, daß es dringend Zeit für ein Umdenken in Politik und Bevölkerung ist, zumindest aber sollte man sich endlich mal klar werden was man will! |
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#3 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
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was wirklich passiert und was in den medien berichtet wird kann von uns niemand wissen.
vielleicht haben wir ja doch irgend ein krankes interesse die piraten in ruhe weitermachen zu lassen. vielleicht unterstützen die somit irgendeine regierung die wir(die deutsche regierung) offiziell nicht unterstützen dürfen es aber wollen. wäre schrecklich. bei den amis ist sowas allerdings normal. |
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#4 (permalink) |
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Neuer Benutzer
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Die Berichterstattung hier in Deutschland ist nicht die schlechteste, aber eben auch nicht immer die Wirklichkeit. Das ist das Problem.
Man muss sich mehrere Infos holen und dann Entscheiden was wahr ist. Was ich damit sagen will ist, dass wie crackwriter schon angedeutet hat evtl. ein komplett Krankes denken dahinter steckt und man damit bestimmte Ziele verfolgt. Aber es kann auch einfach nur sein das Deutschland(die Regierung) Angst hat sich zu sehr einzumischen und damit direkte Angriffe auf die Bundesregierung zu provozieren. Wie wir es ja tag täglich in allen möglichen Ländern haben. Wobei ich diese Angst auf der einen Seite gut verstehen kann, aber auf der anderen Seite sehr feige finde... Es ist heikel und mit vorsicht zu geniessen sich immer rauszuhalten oder einzumischen greetz and peace |
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#5 (permalink) |
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Admiral Rumflasche
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Bei allen Forderungen nach einem "robustem Mandat" darf man auch nicht vergessen, dass unsere bisherige Zurückhaltung uns auch Ansehen in vielen Ländern all over the world verschafft. Eben die des ehrlichen Maklers (wie man so schön sagt) und nicht als Land, das gleich die Muskeln spielen lässt. Umso mehr sind wir gefordert, diesen schmalen Grad zwischen übertriebener Einmischung und allzu großer Zurückhaltung nicht zu verlassen.
Prinzipiell sehe ich das so, dass beispielsweise vor der Küste Somalias (was ja nun ein gescheiterter Staat ohne nennenswerter eigener Seestreitkraft) durchaus mal der ein oder andere Warnschuss gegenüber offensichtlichen Piraten sicherlich nicht geschadet hätte. Aber die Situation von hier zu beurteilen fällt fairerweise sehr schwer. Vor Ort, als Kapitän und damit Verantwortlicher für 250 Mann, die richtige Entscheidung zu treffen fällt ungleich schwerer. |
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#6 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Reg: 09.07.2008
Beiträge: 100
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naja wenn es sich offensichtlich um piraten handelt, einfach das schiff seeuntüchtig schießen. schon hat man die nicht mehr am hals. bis die wieder nen neues haben dürfte ne weile vergehen.
ist blöd das der minister angst vorm image schaden hat. aber wenn es sich um piraten handelt. dürfte sich doch kein land der welt beschweren, da die ja alle im grunde genommen eine bedrohung für alle darstellen
It feels like a torture,when the summer leaves
And the winter Musik download seems to get closer and closer And as I fall asleep Im drowning deep... |
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#7 (permalink) | |||
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Erfahrener Benutzer
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P.s.: Übrigens hab ich grad mal gegoogelt und die Bundeswehr ist in einigen Regionen bereits aktiv: http://www.spiegel.de/panorama/justi...548801,00.html http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A...ml?rss_politik |
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#8 (permalink) | |||
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Makkabi
Reg: 28.04.2006
Beiträge: 2.433
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#9 (permalink) |
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Lautrer
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Das Ganze ist einfach ein sehr heikles bzw. schweres Thema das hier garnicht umfassend diskutiert werden kann. Natürlich löst man mit Waffengewalt keine Probleme, denn um die Piraterie zu stoppen müsste man den Menschen dort eine andere Perspektive bieten, denn natürlich sind die nicht Piraten weil sie Fluch der Karibik so toll fanden, sondern weil sie vielleicht einfach keine andere Möglichkeit sehen zu überleben. Trotzdem müsste man diese kurzfristigen Auswirkungen ersteinmal bekämpfen und da bin ich schon der Ansciht, daß die Bundeswehr wenn sie denn vor Ort ist auch von der Waffe Gebrauch machen sollte. Tut sie dies nicht kann sie genauso gut auch "zuhause bleiben", denn vom Zuschauen lassen sich die Piraten sicher kaum beeindrucken.
Wenn man jetzt aber schon gewaltsam gegen die Piraterie vorgeht, dann müsste man auch langfristig daran arbeiten dem Land eine Zukunft zu geben, doch genau da beginnen die Probleme. Ohne diskriminierend sein zu wollen, aber Afrika ist ein heilloses Durcheinander von Clans, Stämmen und Kulturen die in ihrem Gebaren teilweise noch wie vor 1000 Jahren leben nur mit dem Unterschied, daß sie moderne Technologie (und vor Allem Waffen) in ihren Händen halten. Was von den europäischen Kolonialmächten dort angerichtet wurde kann in absehbarer Zeit nicht behoben werden und selbst der Versuch ein einzelnes Land wie Somalia wieder auf den richtigen Weg zu bringen würde Unsummen kosten die kein westliches Land zu zahlen bereit ist. Was bleibt ist die Frage "was tun?" Ganz raushalten kann und will man sich nicht, die Probleme nachhaltig lösen scheint aber genauso unmöglich zu sein. Der Mittelweg "ein bisschen Helfen" ist der der meistens eingeschlagen wird, Erfolge bringt er aber offensichtlich ebenfalls Keine... |
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#10 (permalink) | |||
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Erfahrener Benutzer
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Das Problem wird also eher sein in diese Regionen Ruhe und Frieden reinzubekommen und ein Demokratie aufzubauen, die es allen Einwohnern ermöglicht zu überleben. Und das wird sehr kritisch - was die Sache zusätzlich erschwert ist, dass diese Regionen keinerlei Ressourcen haben wie Erdöl, wodurch sie für die westliche Welt uninteressant sind. War im Kongo ja vor einigen Monate die selbe Geschichte - kein Land will sein Herr in ein Land entsenden, wo es nichts von hat. (Frankreich schickt jetzt glaub ich die Legion hin - aber auch nur, weil der Kongo mal franz. Kolonie war) |
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#11 (permalink) |
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Mitglied
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An wenn es den Ländern in dieser Region (z.b. Somalia) nicht passt, sollten Nato-Schiffsverbände das ganze Gewässer dort kontrollieren, da die heimischen Behörden ja andscheinend nicht in der Lage sind, die Situation selbst unter Kontrolle zu bekommen, wozu sie verpflichtet sein sollten!
Die deutsche Mentalität in Sachen Militäreinsätzen im Ausland sollte sich mal stark ändern! Entweder man greift richtig ein, oder man lässt es gleich bleiben und spart sich eine Bundeswehr in dieser Form. Ich persönlich bin für die erste Möglichkeit. |
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#12 (permalink) | |
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Makkabi
Reg: 28.04.2006
Beiträge: 2.433
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Zitat:
Und zu dem Argument, dass die Menschen durch Armut zur Piraterie getrieben werden: Es gibt sehr, sehr viele Menschen auf der Welt, die unendlich arm sind, sich jedoch lieber den Arm abhacken würden, als andere Menschen zu bestehlen. Ich finde es nicht ok, wenn so getan wird, als sei Kriminalität eine geradezu logische Konsequenz von Armut. Dass ein Zusammenhang besteht und dass man Kriminalität durch die Bekämpfung von Armut bis zu einem gewissen Grad eindämmen kann, steht außer Frage. Mehr aber auch nicht. Das ist auch so ein Standardspruch, der mich zunehmend ärgert. Jeder Staat vertritt wirtschaftliche Interessen, überall. Trotzdem werden Blauhelm-Missionen und Schutztruppen für quasi jeden Einsatz weltweit größtenteils vom Westen bezahlt, und das hängt sicherlich nicht immer mit Öl oder Ressourcen zusammen. |
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#13 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
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Eure Diskussion hin oder her, aber die Bundeswehr is ganz sicher nicht der private Sicherheitsdienst irgendwelcher Kreuzfahrt-/Exporteurs-/Sonstwasfirmen oder von Privatleuten.
Wer sich in gefährliche Gewässer begibt, muss doch damit rechnen... oder nicht? ![]() Ich seh doch nicht ein Steuern zu zahlen dafür, dass irgendein millionenschwerer Kreuzfahrtboss oder Exporteur mit meinen Steuergeldern beschützt wird. Und schon gar kein dicker Bonze, der aus Langeweile und Dekadenz mit seiner Yacht auf den 7 Weltmeeren umhersegelt. |
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#14 (permalink) |
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mostly harmless
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Sehe ich auch so. Wer Hilfe braucht - akut - der soll sie bekommen. Das sieht ja das Seerecht auch so vor: Auf See muss jeder Helfen, der in der Lage dazu ist. Das gilt für Überfälle ebenso wie für Unfälle oder Havarien.
Nur: aktiv nach Piraten SUCHEN kann und sollte sie nicht in meinen Augen. Mag auch dem einen oder anderen Offizier der Finger am Abzug jucken. |Meine Bücherkiste|Willi an der Macht?|asoziales Netz?|Mehr Signatur|Hörbuch gefällig?"Wir spielen jetzt Krieg!" "Warum spielen wir nicht Frieden?" "Zu wenig Rollenmuster!!!" (aus Calvin & Hobbes) Sammelartikel, Bücher, Geschirr & mehr! |
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#15 (permalink) |
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Makkabi
Reg: 28.04.2006
Beiträge: 2.433
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Nochmal, die Marine ist dort nicht auf Kaffeefahrt oder aus Spaß, sondern im Zusammenhang mit der Operation Enduring Freedom. Man kann ja meinetwegen davon halten, was man will, aber wenn unsere Marine einen Auftrag zur Bekämpfung destruktiver Elemente an der Küste eines krisengeschüttelten Staates übernimmt, dann muss man sich doch bitte auch mit dem Gedanken anfreunden, dass man Verbrecher nicht durch Zuschauen an ihren Taten hindert oder etwa nicht?
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| dpa, piraten, somalia, überfälle |
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