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Alt 02.01.2018, 13:29:48   #5461 (permalink)
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Zitat:
Zitat von maxator Beitrag anzeigen
Und warum stellst du immer alles als einen Kampf zwischen Gut (Hilfeempfänger) und Böse (Amt) dar?
Das erreicht ja fast kriegsähnliche Züge.

Wenn man sich aktiv um einen Job bemüht, kann es mitunter schon mal entscheidend sein, dass man blitzschnell auf offene Stellen reagiert. Da ist die telefonische Erreichbarkeit doch eher Vor- als Nachteil. Zumal man ja auch einfach nicht ans Telefon gehen muss, wenn es dazu (siehe Link einen Beitrag vor dir) keine Pflicht gibt.
Wenn eine Stromsperre droht und man vom Amt telefonisch gesagt bekommt, dass man das selbst bezahlen muss, dann ist es ein Nachteil, nicht nur weil man eben Anspruch auf einen schriftlichen Bescheid hat.
Und wenn du ansonsten in der Beratung immer die gleichen Fehler erlebst, dann weißt du, es geht nicht um Vermittlung von Arbeit, sondern tatsächlich um andere alte "Werte", die für unsere Vorfahren sinnvoll waren, aber nicht mehr heute
 
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Alt 02.01.2018, 18:45:55   #5462 (permalink)
Pastafari
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Zitat:
Zitat von naturschonen Beitrag anzeigen
Wenn du die Nachzahlung nicht für Heizung oder Nebenkosten hast, sondern einfach weil du den Kühlschrank als Licht benutzt (...)
Unterstellst du etwa gerade ausufernden Verbrauch? Dachte sowas gibts nicht.
 
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Alt 02.01.2018, 22:11:26   #5463 (permalink)
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Zitat:
Zitat von aessitt Beitrag anzeigen
Unterstellst du etwa gerade ausufernden Verbrauch? Dachte sowas gibts nicht.
Ich unterstelle einfach nur, dass es Eigenverbrauch ist, der nicht zu Kosten der Unterkunft zählt und deshalb selbst bezahlt werden muss oder eben wegen medizinischen Kosten aus anderem Topf kommt, natürlich heizt niemand mit dem offenen Kühlschrank, sollte ein Scherz werden oder Übertreibung

manchmal bin ich auch die Einzige, die lacht
 
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Alt 03.01.2018, 08:06:05   #5464 (permalink)
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HaHa - aus Solidarität ! Aber als "Mitleser" Bleibt weiter sachlich, ich finde es teilweise interessant hier und hoffe, dass es nicht in persönliche Beleidigungen abrutscht.
naturschonen gefällt das.
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Alt 03.01.2018, 17:44:41   #5465 (permalink)
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Ich hatte gerade zum Jahreswechsel so ein Gespräch mit jemandem, der Hartz IV bekommt und in eigenem Haus wohnt. Deshalb will ich das nochmal kurz aufgreifen.

Für mich stellt ein Eigenheim einen Luxus dar. Ein Haus kostet immer und fortlaufend Geld. Natürlich kostet es mehr, wenn man notwendige Reparaturen, Sanierungen, Modernisierungen und Renovierungen von Firmen ausführen lässt statt es durch eigene Arbeit zu erledigen. Aber selbst dann - alles darf man gar nicht selbst machen (Gas, Elektrizität, ...) oder muss es mindestens von irgendwem abnehmen lassen. Damit es also wertstabil bleibt, muss auch regelmäßig investiert werden, was einer Miete gleich kommt. Aktuell verzeichnen wir auch eine Immobilienblase, in der inzwischen Mondpreise für halbwegs attraktive Grundstücke gezahlt werden. Günstiger Zeitpunkt also um zu verkaufen.

Dass ich allgemein Hartz IV für eine maßlose Sauerei halte, dürfte ja klar sein. Nur wenn es trotz aller Sauerei gerecht zugehen soll, dann verstehe ich nicht, warum der Besitzer des Hauses selbiges nicht verkaufen und in eine angemessene Mietwohnung umziehen muss. Das Argument der Altersvorsorge kann hier nicht gelten, da andere Formen der Altersvorsorge (Aktien, Fonds, Bargeld, Edelmetalle und -steine, Oldtimer, Kunstwerke, ..., ja sogar Lebensversicherungen) versilbert werden müssen. Wenn man sich entscheidet, das Haus zu verkaufen, wird auch dieses Geld angerechnet. Warum also nicht das im Haus und Grundstück gebundene Geld auch?

Im Falle von meinem Gesprächspartner liegt der Fall noch ein wenig speziell. Da würde das Haus nämlich trotz Immobilienblase nur mit horrenden Verlusten verkauft werden können. Grund ist hier, dass genau gegenüber auf der anderen Straßenseite ein Asylheim (erweitert durch Container) errichtet wurde. Für das gesamte Haus und Grundstück (ursprünglicher Kaufpreis 230.000 Euro) war das höchste Gebot knapp 50.000 Euro vor gut einem Jahr. Klar, dass es da nicht in den Fingern juckt, zu verkaufen. Zum Glück dürfen sie das Haus auch behalten, weil sie selbst drin wohnen mit 3 Kindern und eine entsprechend große 4- oder 5-Zimmer-Wohnung augenblicklich nicht im Landkreis zur Verfügung steht (und die Mieten das regelmäßige Wohngeld auch bei weitem übersteigen würde).

Trotzdem bleibt da ein gewisses Unverständnis. Hätten sie jetzt nicht das Pech mit dem Asylheim, würde aufgrund der Immobilienblase der Grundstückswert sogar noch steigen und inzwischen mehr wert sein als der ursprüngliche Kaufpreis. Das könnte man mit einer Rendite bei Aktien vergleichen. Wenn der Immobilienwert nur so viel steigen würde, dass er die Kosten der Instandhaltung wieder aufwiegt, dann wäre es zumindest mit einer Goldanlage vergleichbar. Selbst wenn der Preis nicht oder nur sehr langsam steigen würde, dann könnte man es noch vage mit einer Bargeldreserve vergleichen, die langsam von der Inflation aufgefressen wird (die wir ja jetzt seit Jahren nicht mehr verzeichnen).

Das Amt zahlt dann also die Fixkosten (Müllabfuhr, Abwasser, ...). Obwohl sie Hartz IV empfangen, sitzen sie auf einem Haufen totem Kapital, von dem sie spielend ein paar Jahre leben könnten. Aber andere, die andere Formen der Altersabsicherung gewählt haben, müssen ihr Geld aufbrauchen, Luxusgegenstände verkaufen und sogar Verträge kündigen, bevor sie wieder Zuwendungen vom Staat erhalten. Wieso also die Ausnahme bei Hausbesitzern?
Alte Edda, Havamal (Des Hohen Lied)
21 Der Armselige, Übelgesinnte hohnlacht über alles
Und weiß doch selbst nicht was er wißen sollte, daß er nicht fehlerfrei ist.
38 Nie fand ich so milden und kostfreien Mann, der nicht gern Gab' empfing.
Mit seinem Gute so freigebig Keinen, dem Lohn wär' leid gewesen.
134 Laster und Tugenden liegen den Menschen In der Brust beieinander.
Kein Mensch ist so gut, daß nichts ihm mangle, Noch so böse, daß er zu nichts nützt.
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Alt 03.01.2018, 18:06:08   #5466 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Photon Beitrag anzeigen
Wieso also die Ausnahme bei Hausbesitzern?
Diese gibt es nicht.

Entscheidend ist imho nicht der Wert der Immobilie, sondern ob die Größe zur Anzahl der Bewohner passt.

Wenn da aktuell fünf Personen drin wohnen und die Größe angemessen ist, ist alles okay.
Ziehen die Kinder aus, ist die Bude weg.

gruss kelle!
Ihr wollte die Straße zurück?!
Sollt ihr haben, Stück für Stück!
Sie wird dann die Eure sein,
wir geben sie Euch Stein für Stein!

Nazi sein heißt Probleme kriegen!
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Alt 03.01.2018, 18:21:28   #5467 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Photon Beitrag anzeigen
Ich hatte gerade zum Jahreswechsel so ein Gespräch mit jemandem, der Hartz IV bekommt und in eigenem Haus wohnt. Deshalb will ich das nochmal kurz aufgreifen.

Für mich stellt ein Eigenheim einen Luxus dar. Ein Haus kostet immer und fortlaufend Geld. Natürlich kostet es mehr, wenn man notwendige Reparaturen, Sanierungen, Modernisierungen und Renovierungen von Firmen ausführen lässt statt es durch eigene Arbeit zu erledigen. Aber selbst dann - alles darf man gar nicht selbst machen (Gas, Elektrizität, ...) oder muss es mindestens von irgendwem abnehmen lassen. Damit es also wertstabil bleibt, muss auch regelmäßig investiert werden, was einer Miete gleich kommt. Aktuell verzeichnen wir auch eine Immobilienblase, in der inzwischen Mondpreise für halbwegs attraktive Grundstücke gezahlt werden. Günstiger Zeitpunkt also um zu verkaufen.

Dass ich allgemein Hartz IV für eine maßlose Sauerei halte, dürfte ja klar sein. Nur wenn es trotz aller Sauerei gerecht zugehen soll, dann verstehe ich nicht, warum der Besitzer des Hauses selbiges nicht verkaufen und in eine angemessene Mietwohnung umziehen muss. Das Argument der Altersvorsorge kann hier nicht gelten, da andere Formen der Altersvorsorge (Aktien, Fonds, Bargeld, Edelmetalle und -steine, Oldtimer, Kunstwerke, ..., ja sogar Lebensversicherungen) versilbert werden müssen. Wenn man sich entscheidet, das Haus zu verkaufen, wird auch dieses Geld angerechnet. Warum also nicht das im Haus und Grundstück gebundene Geld auch?

Im Falle von meinem Gesprächspartner liegt der Fall noch ein wenig speziell. Da würde das Haus nämlich trotz Immobilienblase nur mit horrenden Verlusten verkauft werden können. Grund ist hier, dass genau gegenüber auf der anderen Straßenseite ein Asylheim (erweitert durch Container) errichtet wurde. Für das gesamte Haus und Grundstück (ursprünglicher Kaufpreis 230.000 Euro) war das höchste Gebot knapp 50.000 Euro vor gut einem Jahr. Klar, dass es da nicht in den Fingern juckt, zu verkaufen. Zum Glück dürfen sie das Haus auch behalten, weil sie selbst drin wohnen mit 3 Kindern und eine entsprechend große 4- oder 5-Zimmer-Wohnung augenblicklich nicht im Landkreis zur Verfügung steht (und die Mieten das regelmäßige Wohngeld auch bei weitem übersteigen würde).

Trotzdem bleibt da ein gewisses Unverständnis. Hätten sie jetzt nicht das Pech mit dem Asylheim, würde aufgrund der Immobilienblase der Grundstückswert sogar noch steigen und inzwischen mehr wert sein als der ursprüngliche Kaufpreis. Das könnte man mit einer Rendite bei Aktien vergleichen. Wenn der Immobilienwert nur so viel steigen würde, dass er die Kosten der Instandhaltung wieder aufwiegt, dann wäre es zumindest mit einer Goldanlage vergleichbar. Selbst wenn der Preis nicht oder nur sehr langsam steigen würde, dann könnte man es noch vage mit einer Bargeldreserve vergleichen, die langsam von der Inflation aufgefressen wird (die wir ja jetzt seit Jahren nicht mehr verzeichnen).

Das Amt zahlt dann also die Fixkosten (Müllabfuhr, Abwasser, ...). Obwohl sie Hartz IV empfangen, sitzen sie auf einem Haufen totem Kapital, von dem sie spielend ein paar Jahre leben könnten. Aber andere, die andere Formen der Altersabsicherung gewählt haben, müssen ihr Geld aufbrauchen, Luxusgegenstände verkaufen und sogar Verträge kündigen, bevor sie wieder Zuwendungen vom Staat erhalten. Wieso also die Ausnahme bei Hausbesitzern?
Spannende Fragen, die du da stellst, aber so einfach ist es nicht, wie es für dich aussieht.
Auch bei einer Mietwohnung werden die Nebenkosten, wie Müllabfuhr und so, übernommen.
Aber was macht denn die Bank, wenn du deine Zinsen bezahlst, aber keine Tilgung des Kredits?
Diese Kosten übernimmt das Amt nämlich nicht. Es muss also eine abbezahlte Immobilie sein, wo ab und zu Renovierung übernommen wird - wie bei Miete auch - die in der Größe passt - sonst muss untervermietet werden - und der Verkauf muss unzumutbar sein.
Eine Lebensversicherung muss selten aufgelöst werden, denn auch hier gibt es Verluste, erhebliche sogar oder sie dient der Haustilgung, dann ist sie nicht verwertbar, wie auch andere Formen der Altersvorsorge auf die man erst ab 60 Zugriff hat.
Dass ein Oldtimer verkauft werden muss ist logisch für mich, auch Aktien und Fonds, wenn sie Freibeträge überschreiten oder Bargeld. Aber woher weiß das Amt denn von Edelmetallen, Steinen oder Kunstwerken? Kommt da jemand ins Haus und schaut nach? Wäre mir unbekannt, aber man weiß ja nie :-)
Für mich ist eigentlich schon lange fraglich, wieso selbst genutzte Immobilien nicht besser gefördert werden, wie in anderen Ländern, dann fällt im Alter ein Großteil an Mieten für den Staat weg
 
naturschonen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.01.2018, 20:24:42   #5468 (permalink)
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Zitat:
Zitat von (Bier)Kelle Beitrag anzeigen
Entscheidend ist imho nicht der Wert der Immobilie, sondern ob die Größe zur Anzahl der Bewohner passt.

Wenn da aktuell fünf Personen drin wohnen und die Größe angemessen ist, ist alles okay.
Ziehen die Kinder aus, ist die Bude weg.
Wenn dann aber keine adäquate Wohnung zur Verfügung steht, können sie bleiben, nicht wahr? Oder in welchem Umkreis müssen sie dann suchen? Ich meine, in einem anderen Ort, Stadt, Landkreis oder gar Bundesland wird es sicher eine Wohnung geben.

Falls sie dann raus müssen: Warum dann und nicht jetzt? Es bleibt ja dabei, dass die selbst genutzte Immobilie eben totes Kapital ist, und eben nicht gerade wenig davon. Es ging doch bei Hartz IV eben darum, Bedürftigen zu helfen. Diese Leute wären aber gar nicht bedürftig, wenn sie ihr Haus verkaufen würden.

Wie gesagt: Rein aus der Überlegung. Richtig fände ich es nicht. Aber ich finde es auch nicht richtig, dass jeder andere alles versilbern muss.

Zitat:
Zitat von naturschonen Beitrag anzeigen
Auch bei einer Mietwohnung werden die Nebenkosten, wie Müllabfuhr und so, übernommen. Aber was macht denn die Bank, wenn du deine Zinsen bezahlst, aber keine Tilgung des Kredits?
Dann bist Du der beste Kunde der Bank. Mehr kann eine Bank nicht wollen. Ewig Zinsen in gleicher Höhe (weil keine Tilgung) kassieren, als Sicherheit die Immobilie zu haben und gleichzeitig eine hohe Chance, dass Du doch irgendwann wieder tilgst. Du solltest bei jedem Besuch Deiner Bank einen Kaffee und einen Keks bekommen nebst Nackenmassage.

Zitat:
Zitat von naturschonen Beitrag anzeigen
und der Verkauf muss unzumutbar sein.
Das lese ich aber im Gesetz nicht heraus. Dort steht was, dass ein Haus in "angemessener Größe" als "Schonvermögen" zu betrachten ist. Ziehen die Kinder aus oder ändern sich die Lebensverhältnisse irgendwie, muss es verkauft werden, wie Kelle schon sagte.

Nur stört mich halt gedanklich dieses "Schonvermögen". Es ist doch ein erheblicher Unterschied, ob ich ein eigenes Haus bewohne oder eine Wohnung in einer Mietkaserne. Gleiches gilt natürlich auch für eine Eigentumswohnung. Größe hin oder her - für mich klingt das so, als würde der eine sein goldenes Bett behalten dürfen, weil er nur in Gold richtig gut schlafen kann, während ein anderer eine Campingliege hat, weil die gerade noch angemessen ist und er sich nie im Leben ein goldenes Bett gekauft hat.

Zitat:
Zitat von naturschonen Beitrag anzeigen
Eine Lebensversicherung muss selten aufgelöst werden, denn auch hier gibt es Verluste [...]
Ja, habe ich auch gelesen. Aber der Rahmen ist schon eng gesteckt. Ist sie jederzeit kündbar, fällt sie voll ins Schonvermögen. Und das sind ja nur 150 Euro je Lebensjahr. Nur wenn sie mit sehr herben Verlusten (10% gegenüber des eingezahlten Betrages) oder wenn schriftlich die Vertragsklausel besteht, dass man erst mit 65 ausgezahlt wird und andere Formen der Auflösung ausgeschlossen sind, gelten wohl zusätzlich 750 Euro pro Lebensjahr.

Keine Ahnung, ob man so einen Versicherungsvertrag nachträglich so ändern kann, dass er Hartz IV-konform wird. Aber man hat ja von einigen Fällen gehört, wo die Lebensversicherung aufgelöst werden musste. Inzwischen mögen die Standardverträge angepasst worden sein, aber in diesen Tagen schließt ja eigentlich auch niemand mehr eine Lebensversicherung neu ab.

Zitat:
Zitat von naturschonen Beitrag anzeigen
Aber woher weiß das Amt denn von Edelmetallen, Steinen oder Kunstwerken? Kommt da jemand ins Haus und schaut nach? Wäre mir unbekannt, aber man weiß ja nie :-)
Ok, zu lügen und zu betrügen geht natürlich immer. In Berlin ist es zumindest durchaus üblich, dass wenn man sich Geld für die "Erstausstattung" holt, auch mal jemand vorbei kommt und schaut, ob das Geld nicht versoffen oder verzockt worden ist und die Dinge gekauft wurden, die beantragt wurden.

Ich gehe allerdings davon aus, dass der Mitarbeiter der ARGE/Sozialamt kein Kunstverständiger ist. Man wird also ruhig den VanGogh hängen lassen und behaupten können, dass das die Tochter im Kindergarten gemalt hat. Und vermutlich wird es auch keine Hausdurchsuchung geben, wo man nach irgendwelchen Edelmetallen oder -steinen sucht. Hat man allerdings sein Gold bei einer Bank im Depot (nicht Schließfach, also "Papiergold"), dann ist es weg.

Wenn man also von Hartz IV bedroht ist, muss man sich rechtzeitig darum kümmern, sein Vermögen in Sicherheit zu bringen? Schnell noch Gold gekauft in bar und egal zu welchem Preis? Oder noch schnell ein kleines Häuschen? Kunstwerke? Verträge zu Versicherungen etc schnell noch anpassen oder sofort auflösen?

Zitat:
Zitat von naturschonen Beitrag anzeigen
Für mich ist eigentlich schon lange fraglich, wieso selbst genutzte Immobilien nicht besser gefördert werden, wie in anderen Ländern, dann fällt im Alter ein Großteil an Mieten für den Staat weg
Naja, Vorsicht. Schau Dir mal in anderen Ländern die Bauvorschriften und Brandschutzverordnungen an und von wann die sind. In Deutschland kommt ja fast jedes Jahr was neues raus. Inzwischen ist es wohl nirgends in der Welt so teuer zu bauen wie in Deutschland.

Und gleichzeitig schau Dir mal so malerische kleine Dörfer in Italien an. Zum Teil denkst Du, Du wärst in Asien oder Kuba. Die Hälfte der Gebäude hätte in Deutschland schon längst die Baupolizei geschlossen. Entweder wegen Einsturzgefahr oder wegen Gesundheitsrisiko (Schimmel, Salpeter, ...). In Thailand leben selbst in Bangkok viele auf ihrem eigenen Grund und Boden - dann allerdings in einem Wellblechverschlag mit Wasser aus dem Brunnen und Strom von der Straßenlaterne. Jede Kuh in Deutschland lebt luxuriöser. Ich würde behaupten, dass es viel mehr Bauruinen gäbe, wenn mehr Häuser statt Mietwohnungen gebaut und gefördert würden. Aber das ist ein anderes Thema...
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Alt 03.01.2018, 21:11:41   #5469 (permalink)
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Zitat:
Aber woher weiß das Amt denn von Edelmetallen, Steinen oder Kunstwerken? Kommt da jemand ins Haus und schaut nach? Wäre mir unbekannt, aber man weiß ja nie :-)
Wo man wieder beim Kleinkrieg gegen das Amt wäre. Strafbar ist es bestimmt ebenso den Besitz zu verheimlichen.

Zum Haus: Man sollte der Familie pro Monat den Betrag "abziehen", den das Haus bei Vermietung abzüglich Kosten einbringen würde. Summiert sich dieser Beitrag bis auf den Wert des Hauses an, gehört es dem Staat und die Familie darf weiter in ihm wohnen bleiben.
Bezieht die Familie kein Hartz 4 mehr, sollte sie natürlich die angehäuften "Abzüge" abzahlen können, um ebenso weiter in ihrem Haus zu verbleiben.

Was passiert in dem Beispiel, wenn die Familie nach 10 Jahren kein Hartz 4 mehr benötigt? Ist alles wieder so wie vor dem Bezug der Hilfsleistungen? Das würde in der Tat nicht gerade fair gegenüber der Familie mit 3 Autos und Aktienvermögen im gleichen Wert sein.
 
maxator ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.01.2018, 21:12:42   #5470 (permalink)
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Also zwangsverkaufen muss keiner, wenn es weit unter Wert ist, zumal es ja in der Regel sowieso mehr der Bank gehört als dem Bewohner,
da muss -wenn die Kinder aus dem Haus sind- eben untervermietet werden.

Und Lebensversicherungen haben inzwischen kaum noch garantierte Rendite, dafür große Kosten,
so dass erst in den allerletzten Jahren Gewinne erwartet werden können. Also muss die niemand auflösen und wenn ein Amt das verlangt muss man sich wehren, auch wenn es schwer fällt.

Was diese Wertanlagen angeht, man geht nicht zum Amt, wenn man noch Goldbarren liegen hat,
abgesehen davon kostet das Hinterlegen bei der Bank einen guten Teil der Gewinne, würde ich also nicht tun. Die Ringe am Finger und die Bilder an der Wand hat noch nie ein Beamter hinterfragt, abgesehen davon sind solche Sachen immer abhängig vom aktuellen Markt, genau wie bei Porzellan, Pelzen und und,
es gibt kaum noch Sammler, also hat man einfach nur noch schöne Sachen und das Gefühl von Werten - bis man sie schätzen läßt - da lassen die Behörden dann vielleicht doch lieber die Illusion, ganz offiziell
und bewilligen Schränke, Gardinen, Geräte und was man sonst so braucht...
 
naturschonen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.01.2018, 21:20:08   #5471 (permalink)
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Zitat:
Zitat von maxator Beitrag anzeigen
Wo man wieder beim Kleinkrieg gegen das Amt wäre. Strafbar ist es bestimmt ebenso den Besitz zu verheimlichen.

Zum Haus: Man sollte der Familie pro Monat den Betrag "abziehen", den das Haus bei Vermietung abzüglich Kosten einbringen würde. Summiert sich dieser Beitrag bis auf den Wert des Hauses an, gehört es dem Staat und die Familie darf weiter in ihm wohnen bleiben.
Bezieht die Familie kein Hartz 4 mehr, sollte sie natürlich die angehäuften "Abzüge" abzahlen können, um ebenso weiter in ihrem Haus zu verbleiben.

Was passiert in dem Beispiel, wenn die Familie nach 10 Jahren kein Hartz 4 mehr benötigt? Ist alles wieder so wie vor dem Bezug der Hilfsleistungen? Das würde in der Tat nicht gerade fair gegenüber der Familie mit 3 Autos und Aktienvermögen im gleichen Wert sein.
Bei der Logik braucht man der Familie doch nur eine Sozialwohnung zu geben, dann kann sie ihr Haus vermieten und bekommt "den Rest" aufgestockt hähähä besonders gegenüber dem Asylantenwohnheim werden die Mieter Schlange stehen

Und was dein Vorwurf der "Strafbarkeit" angeht, da hat sich schon mancher mit seinen Werten verschätzt, abgesehen davon hat man Freibeträge - 150 € pro Lebensjahr und Person - ganz legal!!!
 
naturschonen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.01.2018, 21:22:51   #5472 (permalink)
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Das lese ich aber im Gesetz nicht heraus.
https://www.arbeitsagentur.de/veroef...#1478796811847
§12
 
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Alt 03.01.2018, 21:25:34   #5473 (permalink)
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Zitat:
Zitat von naturschonen Beitrag anzeigen
Bei der Logik braucht man der Familie doch nur eine Sozialwohnung zu geben, dann kann sie ihr Haus vermieten und bekommt "den Rest" aufgestockt hähähä besonders gegenüber dem Asylantenwohnheim werden die Mieter Schlange stehen
Geht es nicht eher darum, dass die Familie in ihrem bekannten Umfeld bleiben möchte/kann?


Zitat:
Und was dein Vorwurf der "Strafbarkeit" angeht, da hat sich schon mancher mit seinen Werten verschätzt, abgesehen davon hat man Freibeträge - 150 € pro Lebensjahr und Person - ganz legal!!!
Sicher, genau so hast du das gemeint...
 
maxator ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.01.2018, 21:55:47   #5474 (permalink)
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Zitat:
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Geht es nicht eher darum, dass die Familie in ihrem bekannten Umfeld bleiben möchte/kann?
Es geht eher darum mal nachzudenken, dass eine solche Rechnung nicht aufgeht, sonst wäre das Amt schon drauf gekommen, aber es gibt keine Sozialwohnungen und die Vermietung ist auch nicht immer möglich, also kann man kein fiktives Einkommen anrechnen (§ 11 SGB II), sondern man darf nur zur Verfügung stehendes Einkommen anrechnen

Zitat:
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Sicher, genau so hast du das gemeint...
Was sonst? Glaubt hier wirklich einer man bezieht ALG II - was bestimmt kein angenehmer Zustand ist - und hat noch Millionen im Keller???
 
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Alt 04.01.2018, 12:12:19   #5475 (permalink)
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Zum Haus: Man sollte der Familie pro Monat den Betrag "abziehen", den das Haus bei Vermietung abzüglich Kosten einbringen würde. Summiert sich dieser Beitrag bis auf den Wert des Hauses an, gehört es dem Staat und die Familie darf weiter in ihm wohnen bleiben.
Bezieht die Familie kein Hartz 4 mehr, sollte sie natürlich die angehäuften "Abzüge" abzahlen können, um ebenso weiter in ihrem Haus zu verbleiben.
Interessanter Gedanke. Aber um es mal ganz nüchtern zu betrachten: Das Haus bleibt da und erhält erst mal den Wert - vorausgesetzt, dass Hartz IV nicht über Jahre oder Jahrzehnte gezahlt wird. Während eben derjenige, der anderes Vermögen hat, bereits zum Eintritt in Hartz IV verkaufen muss, was über sein Schonvermögen geht. Und wer sein Leben lang gearbeitet hat und ein klein wenig sparsam war, der wird relativ leicht über den Satz des Schonvermögens kommen.

Zitat:
Zitat von naturschonen Beitrag anzeigen
Was diese Wertanlagen angeht, man geht nicht zum Amt, wenn man noch Goldbarren liegen hat, [...]
Ja, nun ist der Mensch aber so veranlagt, dass er den Hals niemals voll bekommt. Ich würde immer unterstellen, dass auch jemand, der den Hals voll hat, sich beim Amt hin setzt. Mag Ausnahmen geben, aber grundsätzlich ist mir im Leben relativ selten Bescheidenheit begegnet. Wesentlich häufiger findet man doch Gier und Maßlosigkeit.

Und eigentlich bin ich auch dafür, dass eben nur denjenigen Hartz IV gewährt wird, die bedürftig sind. Insofern ist es schon ok, dass das Vermögen heran gezogen werden kann und wird. Aber vielleicht sollte man die Höhe des Schonvermögens mal grundsätzlich überdenken. Dass man kurz vor der Rente nochmal auf Hartz IV angewiesen ist, ist schon schlimm genug. Aber dieser Unglücksfall sollte meiner Ansicht nach nicht das gesamte Lebenswerk zerstören und automatisch in die Altersarmut führen.
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