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#1 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
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hey zusammen,
komm gerade von meiner Freundin und bin etwas überrumpelt. Meine Mutter hat scheinbar diese Woche n Gespräch mit ihrer Chefin gehabt und gemeint sie könnte nich weiterarbeiten, weil dies und das... ich natürlich jetzt etwas geschockt, dass die da schon Initiative ergriffen hat. Hintergedanken dazu bestanden schon, wir hatten das auch schonmal besprochen, aber das waren m.E. nur Ideen und Vorschläge und noch nix spruchreifes... Die Sachlage ist folgende: meine Mutter ist 1990 nach Deutschland eingewandert, war davor Lehrerin, das Diplom wurde hier niemals anerkannt, daher war sie im Prinzip hier seit 21Jahren ganz normale Arbeiterin (mehr oder weniger am Fließband). In ihrer Firma läufts seit Monaten total scheisse...alle "anständigen" Mitarbeiter haben bereits gekündigt. Es wird ständig mit Leihkräften aufgefüllt. Es wird immer stressiger und die schlechten Zustände in der Firma sind hier schon überregional bekannt. Meine Mum ist in den letzten Wochen auch ständig krank, hat chronische Bronchitis (in der Firma werden Luftfilter produziert u.a. auch mit Materialien, die sich in der Lunge festsetzen...Atemschutz trägt da natürlich keiner )und da stellen sich mir einige Fragen, macht es Sinn dann einfach da hinzugehen und zu kündigen? oder gibts da keine besseren Möglichkeiten? dass sie nicht mehr kann und will, kann ich absolut nachvollziehen. Sie hat kein Auto zur Verfügung und mit dem Bus sind die Verbindungen da hin ziemlich beschissen (sind 4km eine Strecke). In letzter Zeit ist sie die immer gelaufen, aber auf Dauer ist das nix und im Winter wirds wieder kacke. Ich bin jetzt noch bis März/April daheim. Mein Bruder ist bei der Bundeswehr, auf den kann sie sich also nicht stützen. Bei mir ists halt auch sone Sache mit Uni und Praktikum/Arbeit. Ich kann auch nich immer Chauffeur für meine Mutter spielen. Jedenfalls hat sie nächsten Montag schon n Gespräch mit ihrer Chefin. Keine Ahnung, wie die so doof sein kann und in meiner Abwesenheit (ich war ne Woche bei meiner Freundin) einfach schon alle Hebel in Gang gesetzt hat. Sie meinte zu ihrer Chefin sie möchte kündigen und dann auswandern... zu wem geh ich denn jetzt am besten? Anwalt für Arbeitsrecht? Finanzberater? oder zu beiden? wo kann ich mich denn beraten lassen? Die Frau versteht, obwohl sie schon solange hier ist, gerade mal die Hälfte, von dem, was man ihr erklärt.... Und ich sitz jetzt da, hab mein Studium noch nicht beendet. Noch keinen festen Job und wir sitzen hier auf nem Reihenhaus, das noch nicht bezahlt ist... Das einzig Positive ist, dass ich noch Halbwaisenrente bekomme und meine Mum ihre Witwenrente. Damit könnte man zumindest die laufenden Kosten fürs nächste Jahr locker bezahlen...aber wie's danach weitergehen soll, kein blassen Schimmer |
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#2 (permalink) | ||
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R1150 GS Fahrer
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Zitat:
Jedem steht es frei, seine Angestelltenverhältnis zu beenden, so fern die einschlägigen Fristen eingehalten werden. Es sollte nur folgendes klar sein: Kündigt Deine Mutter, ist locker ne dreimonatige Sperre des Arbeitslosengeldes drin, also drei Monate 0 € Einnahmen. Trotzdem wird Deine Mutter von der AA "genötigt" sich zu bewerben und zumutbare Jobs anzunehmen. Im schlimmsten Fall wird Deine Mutter zu ner Zeitarbeitsfirma geschickt, die sie dann an die alte Firma verleihen will. Macht sie da nicht mit, weitere Sperre des ALG I. Was die Finanzierung des Hauses angeht, das ist ja noch ein ganz anderes Thema. Von daher, erstmal Deine Mutter vom Kündigung unterschreiben abhalten, die Chefin wird es wohl nicht tun. Um die Situation zu entschärfen, würde ich dann zusehen, dass sie Urlaub kriegt, evtl. ne Kur, damit die Situation entspannt wird. Und dann das Thema in Ruhe angehen. gruss kelle! Zitat:
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#3 (permalink) | |
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Moderator
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Zitat:
Du hast mit der Kündigung deiner Mutter erstmal recht wenig zu tun... Aber wenn sie da nicht mehr arbeiten kann/will bleibt ihr nur wenig anderes übrig als zu kündigen. Evtl. wäre es sinnvoll, vorher mal mit einem Arzt geredet zu haben. wenn sie nachweisen kann, daß sie den Job aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter ausüben kann, kommt sie evtl. um die Sperre beim ALG rum. Aber so wirklich kann ich keine Frage aus deinem Post rauslesen... ![]() Evtl. solltest du das mal etwas präzisieren. Gruß Aru You're wondering now, what to do, now you know this is the end
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#4 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
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@Kelle: danke! das waren auch meine Vermutungen...notfalls kündigen lassen, da kann man vllt arbeitsrechtlich was tun und Entschädigung einklagen...wozu bezahlen wir sonst seit Jahren unsere Rechtschutzversicherung... O.o
@Aru: ich hab mit der Sache sehr wohl zu tun, weil wir in der Familie nen guten Zusammenhalt haben. Und ich regel daheim unsere ganzen finanziellen und sonstigen Angelegenheiten, seitdem mein Vater tot ist. Direkte Fragen hab ich keine, aber eure Bemerkungen bzgl ALG-Sperre haben mir schon weitergeholfen, weil es also schon nen Unterschied macht, ob man gekündigt wird oder selbst kündigt. Und aus welchen Gründen natürlich. Mich interessiert natürlich, was wir tun können, damit uns nicht irgendwelche Hilfen entgehen. Wir haben uns die 21 Jahre seitdem wir hier sind immer selbst zurechtgefunden, aber wenn man ständig von anderen hört, die irgendwelche staatlichen Hilfen in ANspruch nehmen. Und das sind Familien, denen es finanziell immer besser ging, dann hab ich als "Familienoberhaupt" gewissermaßen eine Verantwortung. Aber wenn es einfacher wird, hier zu antworten: Was können wir tun, damit uns keine finanziellen Nachteile entstehen? Wir sind keine Sozialhilfeschmarotzer oder so, aber wenn es Mittel gibt, die wir in Anspruch nehmen können, bis ich mein eigenes Geld verdien (was frühestens im April nächsten Jahres der Fall sein wird), dann würde ich das schon gerne nutzen. Vor allem, da ich das Reihenhaus hier nicht gleich wieder verkaufen möchte... in Zeiten wie diesen ist ne Immobilie wohl die beste Geldanlage Wäre es sinnvoller sich arbeitsunfähig schreiben zu lassen? Wo muss ich damit hin? der Hausarzt kann das ja nicht so einfach oder etwa doch? Wen müssten wir da noch ins Boot holen? |
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#5 (permalink) | |
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zeitw. Abwesend
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Zitat:
Auf die Gesundheitsbendenklichen Arbeitsschutzmassnahmen hinweisen -> Kur Reha in betracht ziehen -> ist ja möglich das deine Mutter nicht mehr Arbeitsfähig wird... -> eventuell Rente. |
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#6 (permalink) | |||
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Moderator
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Zitat:
Zitat:
Ansonsten wird es zwangsläufig zu finanziellen Nachteilen kommen. ALG I errechnet sich aus dem durchschnittlichen Einkommen der letzten 12 Monate und beträgt afaik etwa 60-70% vom Netto. Zitat:
Gruß Aru You're wondering now, what to do, now you know this is the end
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#9 (permalink) | |
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Moderator
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Zitat:
Nur halt nicht wegen der Krankschreibung. Wirklich toll finde ich den Vorschlag aber auch nicht, zumal das meistens eh nicht funktioniert Gruß Aru You're wondering now, what to do, now you know this is the end
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#10 (permalink) | |
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zeitw. Abwesend
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Zitat:
Allerdings gibt es nach 6 Wochen eh Krangengeld, wie Arusiek schon geschrieben hat. Nur ist es noch nicht deutlich geworden, ob die Mutter bisher nur mit der Chefin gesprochen oder schon gekündigt hat. |
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#11 (permalink) | ||
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R1150 GS Fahrer
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Zitat:
Wenn nämlich die Kündigung betriebsbedingt ist, muss der Arbeitgeber gewisse Regeln einhalten, die verhindern sollen, dass ältere Arbeitnehmer einfach so abgeschoben werden können. Da muss dann das Alter, die Betriebszugehörigkeit etc. beachtet werden. Das ganze hat meine Mutter auch durch, weil auch kein Bock mehr auf Arbeit, aber kein Bock auf drei Monate Sperre. Eine weitere Möglichkeit das zu entzerren wäre, nach Teilzeit zu fragen, so ne drei tage Woche kann auch schon viel bringen. Klar, bleibt dann das finanzielle Problem, schließlich gibts dann auch nur anteilig Kohle, aber der Stress dürfte deutlich geringer sein. Die anderen Tipps a la krankschreiben, arbeitsunfähig etc. würde ich erstmal außen vor lassen. Wenn die Cheffin weiß, dass Deine Mutter kündigen will, dann aber auf krank macht, dann könnte das hässlich werden. gruss kelle! Zitat:
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#12 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
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Das Problem hat sich heut mit dem Gespräch bei ihrer Vorgesetzten schon erledigt. Die meinte, dass sie da leider nix für sie machen kann.
Meiner Mum wars egal. Die nimmt auch ihre 3 Monate Sperre hin. Zum Arzt will sie nicht, meinte nur lapidar, dass sie doch eh keiner krankschreibt... D.h. die meints wirklich ernst und hat jetzt die Kündigungspapiere angefordert... ![]() Das einzige was jetzt noch bleibt, ist wohl dass sie sich bei der AA melden muss. (Wenn sie denn überhaupt mal was bekommen will.) So wie's im Moment aussieht, ist ihr das Geld eh wurst. Wären im Prinzip knapp 360€ monatlich... Naja, damit hat sich das Ganze für mich wohl auch erledigt. Danke an alle, die hier geantwortet haben. |
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#13 (permalink) | |
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Catch-22
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Zitat:
Sie soll ja nicht um eine Krankschreibung betteln, sondern abchecken dass sie sich bei ihrem bisherigen Arbeitgeber keine bleibenden Schäden (Atemwege) geholt hat. Sofern der Hausarzt etwas Initiative zeigt und nicht nur noch seine Zeit bis zum Ruhestand absitzt, sollter der sich schon sein eigenes Bild machen. (Also als Rückendeckung für die Kündigung?) |
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#14 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
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Ich zieh mal wieder hoch...
waren gestern bei der Arge und haben jetzt n Haufen Formulare hier. Hab jetzt natürlich noch einige Fragen mehr... Was, wenn meine Mutter nicht mehr arbeiten will? Sie wird nächstes Jahr 57. Wie siehts aus mit Rentenansprüchen? Soweit ich weiss, kann sie schon mit 60 in Rente gehen, natürlich mit Kürzungen, aber das is ihr ziemlich wurscht. Was meint ihr sollte sie die 3 Jahre dazwischen tun? Arbeitslos melden und das Geld kassieren fällt irgendwie raus, weil sie zurück will nach Rumänien. Zumindest immer ein paar MOnate lang. Gibts irgendwas, was ihr dennoch zusteht in der Zeit? Außer der Witwenrente? (von der geht übrigens auch immer ein Teil an Sozial,Renten und KV ab. Reicht das schon?) Oder ist das dann einfach die bittere Pille, die sie schlucken muss, wenn sie 3 Jahre nicht arbeiten will, dass sie dann 3 Jahre nix mehr bekommt? |
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#15 (permalink) | |
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Moderator
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Zitat:
Afaik kann sie ab 55 unter bestimmten Umständen in den Vorruhestand gehen. Das ist aber wohl nicht mehr so einfach... Wobei ich da auch die aktuelle Gesetzlage nicht genau kenne. Gruß Aru You're wondering now, what to do, now you know this is the end
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