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#1 (permalink) |
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dis iratis natus
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Hi,
mein Großvater ist heute nacht gestorben. Es war zwar abzusehen, kam aber trotzdem unerwartet. Mein Sohn ist 6 und kam noch nie mit dem Tod in Berührung. Er weiß zwar, dass es einen Gott gibt, und dass jemand der gestorben ist in den Himmel kommt, wirklich greifbar ist das für ihn aber nicht. Ich selbst bin auch als Kind nie mit dem Tod konfrontiert worden. Habe also wenig Ahnung davon wie ein Kind sowas verkraftet bzw. damit umgehen kann. Natürlich sagt man sich im ersten Moment: Klar, der Kleine kommt mit zur Beerdigung. Denkt man aber drüber nach, kommen da schon einige Fragen auf. Ist es für ein 6-jähriges Kind überhaupt als solches, also eine letzte Verabschiedung und 'Ehre erweisen, fassbar? Alle seine Bezugspersonen sind traurig und weinen, eine Kiste wird in die Erde gelassen...kann doch sehr verstörend sein, denke ich. Wenn er es gar nicht greifen kann, muss ich es ihm antun? Oder muss ein Kind da einfach durch? Könnt ihr mir irgendwelche Anregungen geben oder von eigenen Erfahrungen berichten? Danke |
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#2 (permalink) |
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Lidl lohnt sich!
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Hi
mein herzliches Beileid zum Tod deines Opas. Letztes Jahr ist meine Urgroßmutter gestorben. Wir hatten leider nicht so viel Kontakt zu Ihr die letzten Jahre aber trotzdem war klar dass ich mit auf die Beerdigung gehe. Meine Tochter war da auch fast 6 und sie ist mitgekommen. Ich habe sie vorher darauf vorbereitet wie es auf einer Beerdigung vorgeht und wie man sich verhält und warum. Sie hat das gut begriffen und sich auch gut verhalten. Man muss es dem Kind halt ordentlich erklären. Die Zeit während der Beerdigung schaffen es Kinder auch ruhig zu bleiben. Danach darf man es ihnen nicht übelnehmen wenn sie wieder toben und lachen und spielen. ciao Sonnenschein Sonnenschein - Klamm-ID 22572
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#3 (permalink) |
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Ein Teilzeitelf
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Hallo,
mein Großvater ist gestorben als ich 8 war. Ich war schon traurig damals, aber auch bei mir war es damals absehbar gewesen das er sterben würde. (Eben auch wegen langer Krankheit -> Krebs) Ich hatte ihn seit über einem Jahr nicht mehr gesehen weil er die meißte Zeit im KRankenhaus war, bzw. meine Eltern wollten mir wohl auch den Kontakt ersparen. So war die Todesnachricht zwar unangenehm aber innerlich hatte ich wohl schon begriffen das ich ihn nicht mehr sehen würde und so war das Abschied nehmen nicht so schlimm. Auf der Beerdigung war ich jedoch auch nicht dabei. Wir waren ein paar Tage später auf dem Friedhof. Ich an deiner Stelle würde deinen Sohn nicht mit zur Beerdigung nehmen. Eben die Tatsache das alle herum traurig sind kann doch sehr erschreckend sein. Ich würde lieber vorher oder nachher im engsten Familienkreis abschied nehmen. Gruß TZE
www.heldenbund.de Spielersuche und Gruppen-Tools für DSA Spieler.
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#4 (permalink) | |
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Der Schweizer
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Zitat:
Ich kann meist nicht verstehen, dass verstorbene welche ihr ganzes Leben lang Spass verbreitet haben, tolle Geschichten erzählten etc es sich wünschen würden in einer schwarzgekleideten Gesellschaft welche am rumheulen sind und man kaum einen Mux machen darf davon ziehen möchten ... geschweige denn das Kinder nicht spielen dürften. Klar, in unseren Gegenden muss man sich halt "anpassen" und sonst gehörts ja nicht zum guten Ton ... und klar ist auch dass eine gewisse Trauer dazugehört aber doch nicht um jeden Preis? Auf jeden mein herzliches Beileid zum Verlust, und wenn du denkst dein Sohn ist reif genug dabei zu sein seh ich da absolut kein Bedenken ... und falls er doch lieber dann spielen will ... lass ihn, er weiss besser was für ihn gut ist als wenn du ihn zwingen willst dabei zu bleiben ... dann kriegt er erst recht nen knax mfg |
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#5 (permalink) |
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dis iratis natus
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Erstmal Danke für eure Beträge.
Ich habe eigentlich keine Bedenken, dass mein Sohnemann sich nicht 'benehmen' würde. Er ist eins von den Kindern, die man praktisch überall mit hinnehmen kann, der weiß sich ganz gut zu beschäftigen und zu benehmen. Mich beschäftigt eher die Frage, inwiefern es meinem Sohn etwas bringt zur Beerdigung zu gehen, wenn er den Sinn dahinter noch nicht verstehen kann (Kann man das mit knapp 6?). Ich möchte nicht, dass er die Veranstaltung einfach nur als todtraurig empfindet und gar nicht begreift was eigentlich abläuft. Oder, dass er mir mit 16 vorwirft ich hätte ihn nicht mitgenommen, er wäre gerne dabeigewesen??? Ich werde mal sehen wie er heute reagiert, wenn ich es ihm heute nachmittag erzähle. Dann werde ich vielleicht eher abschätzen können, ob die Beerdigung mit ihm oder ohne ihn stattfindet. |
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#6 (permalink) | |
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Lidl lohnt sich!
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Zitat:
Sonnenschein - Klamm-ID 22572
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#7 (permalink) |
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Mausi´s "Zicke"
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Auch von mir mein Beileid zum Verlust deines Opa´s.
Als mein 1. Opa damals gestorben war, war ich auch noch relativ klein (8 Jahre oder so). Meine Eltern hatten mich damals zwar mit an den Freidhof genommen, aber direkt mit auf der Trauerfeier und am Grab war ich nicht. Ich hatte damals irgendwie vor dem Friedhof gewartet und bin anschließend mit meinen Eltern nochmal alleine an´s Grab. Persönlich würde ich auch sagen, dass man ein 6-jähriges Kind nicht unbedingt mit zur Trauerfeier/an´s Grab nehmen muss. Allerdings sollte man ihnen schon erklären, was passiert ist und warum sein Uropa jetzt nicht mehr da ist. Einen Tag später oder so, würde ich dann aber schon mit dem Kind alleine und in Ruhe auf den Friedhof gehen. Nur meine persönliche Meinung! Janz wichtig - Fresse halten angesagt! Will der spielen? Nein, der beißt nur.
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#8 (permalink) |
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blauer Frust :(
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erstmal mein herzliches Beileid, auch wenn dir das nicht weiterhelfen wird
Wie ein Kind in dem Alter auf eine Beerdigung reagiert, kann keiner genau voraussagen. Meine Tochter war bei ihrer ersten Beerdigung fast 6 und hat das "locker weggesteckt". Mein Sohn hat das alles überhaupt nicht verstanden und der war sieben damals. Wenn er für sein Alter normal reagiert, dann kannst du ihn mitnehmen. Allerdings würde ich vorher doch ein Gespräch mit ihm führen, was genau da passiert und warum. Genauso sollte man ihm zugestehen, wie Sonnenschein schon schrieb, dass er nach der Beerdigung wieder ein fröhliches Kind sein darf, auch wenn alle drumherum traurig sind. Was häufig für die Kinder verstörender ist als die Beerdigung selbst ist die Kaffeetafel, die es meist hinterher gibt. Auf der Beerdigung sind alle total betrübt und ne halbe Stunde später bei Kaffee und Kuchen wird schon wieder gelacht und gescherzt. Auch wenn Kinder schon wissen, was Tod und Beerdigung sind, ist das Ganze doch etwas abstrakt für sie. Der (vielleicht) geliebte Urgroßvater kommt nie mehr vorbei und spielt mit einem. Das muss das Kind erstmal begreifen. Oft denken Kinder, sie haben was böses gemacht und der Verstorbene kommt deswegen nicht mehr. Und warum stehen die alle vor (auf gut deutsch gesagt) dieser Kiste und heulen? Vor allem, wenn du weinen solltest. Kinder verstehen oft noch nicht, dass man nicht nur wegen körperlichen Schmerzen weint, sondern auch weil "das Herz wehtut". wenn alle hier das täten, was sie mich könnten - dann hätte ich die sauberste Rosette bei Klamm sis jusä is temporällie not äweilibel, plies lief hör äh mässäsch
fighting for peace is like fucking for virginity |
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#9 (permalink) |
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Bibliomanin
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Hi Sarah,
Für Kinder ist die erste Berührung mit der Thematik ein sehr wichtiges Ereignis. Kinder sollten mit diesen Erfahrungen nie allein gelassen werden, sonst entwickeln sich völlig falsche Vorstellungen, die Kinder verunsichern, verängstigen und in falsche Richtungen weisen. Viele Eltern sind selbst unsicher, wenn es um den Tod geht und wollen alles, was damit zusammenhängt, so weit wie möglich von ihren Kindern fernhalten. Das ist aber nicht möglich, schließlich begegnen schon kleine Kinder überall dem Tod... angefangen von der Vergänglichkeit der Jahreszeiten, abgestorbene Pflanzen, sie finden tote Tiere oder verlieren ein geliebtes Haustier. Solche Ereignisse sollte man man aufgreifen, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre Gedanken auszudrücken, sich zu informieren, ihnen beistehen, ihre Sorgen ernst nehmen und ihre Fragen beantworten. Bei dir ist es natürlich jetzt schon einen Schritt weiter... es geht nicht mehr "nur" um ein Haustier oder einen Nachbarn vom Ende der Straße, sondern um einen nahestehenden und geliebten Menschen. Umso wichtiger ist es, dass du dir die Zeit für den Kleinen nimmst und ihm die Möglichkeit gibst, über den Tod zu reden. Wenn es dir schwerfällt oder du nicht weißt, wie du anfangen sollst, geben Kinderbücher wirklich gute Gesprächsanlässe... sie regen zum gemeinsamen Nachdenken an und vereinfachen den Gesprächseinstieg... sie werfen Fragen auf, geben Möglichkeiten Worte zu finden. Gerade weil es bei euch der (Ur-)Großvater ist, der gestorben ist, würde ich dir das Buch "Warum hat Opa einen Anzug an?" von Amelie Fried empfehlen. Das Buch ist wirklich wunderschön... aber auch sehr ernst und wirkt auch den ersten Blick vielleicht etwas düster (gedeckte Farben). Aber es greift die Fragen der Kinder auf, bietet Anlass zur Auseinandersetzung. Wenn du das Buch mit deinem Sohn angeschaut hast, werdet ihr automatisch auf die Beerdigung zu sprechen kommen... redet darüber, was dort passiert, wie es im Buch war und wie es bei euch sein wird. Frag deinen Sohn, ob er mit möchte... erkläre ihm, dass dort auch Erwachsene weinen, warum man Erde auf den Sarg wirft usw. Dann könnt ihr im Anschluss gemeinsam entscheiden, ob er mitmöchte (freiwillig, auf keinen Fall zwingen!) oder ob er lieber zuhause bleibt. Wichtig ist, dass ihr auch hinterher immer wieder das Thema aufgreift, wenn sich die Gelegenheit bietet (in passenden Momenten) und das Kind merkt, dass der Uropa nicht vergessen ist. Ich hab über die Thematik Umgang mit Tod und Trauer im Kindesalter meine Zulassungsarbeit geschrieben und könnte deshalb hier Seiten damit füllen. Falls du also noch Fragen hast, andere Kinderbücher oder auch Erwachsenenliteratur suchst, melde dich einfach bei mir. Es ist ein schweres Thema und es wird dir bestimmt nicht leicht fallen mit ihm darüber zu sprechen. Aber ich bin mir sicher, dass du das schaffst. Denk immer daran, dass der Tod zum Leben dazugehört und wenn Kinder sanft an das Thema herangeführt werden, ihnen der Umgang damit viel leichter fallen wird. LG, Ambro |
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#10 (permalink) |
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dis iratis natus
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Vielen Dank euch allen.
Ich werde die Reaktion meines Sohnes gegebenenfalls hier nochmal posten, denke aber, wenn ich sehe wie er es aufnimmt, kann ich es eher einschätzen. Ich habe weniger die Angst gehabt, ihn mit irgendetwas allein zu lassen, oder das Thema gar zu verdrängen. Eher befürchte ich, ihn zu "überinformieren", und ihm Dinge zu erklären, die er noch gar nicht zu wissen braucht und die ihn womöglich erschrecken. Für mich ist die Situation echt blöde, nicht nur weil mein Opa gestorben ist, was mich sowieso schon mitnimmt, sondern auch, weil es das erste Mal ist, dass ich etwas nicht weiß, was die Erziehung meines Sohnes betrifft. Ich habe mich seit Beginn der Schwangerschaft informiert, gelesen, mir klare Grundsätze zurechtgelegt (die natürlich oft nicht funktionieren, aber das kennt man ja Plötzlich steht man dann aber da mit seiner Weisheit und hat keine Ahnung wie man seinem Kind einen Sachverhalt erklären soll. Aber ich denke, das kriege ich auch noch hin... |
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#11 (permalink) | |
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Bibliomanin
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Zitat:
Ich denke, in dieser Situation fühlt sich jeder etwas überfordert... egal wieviel man vorher darüber gelesen oder erfahren hat. Ich hab zwar meine gesamte Zulassungsarbeit über das Thema geschrieben... und trotzdem würde ich mich selbst in der Situation immernoch etwas unsicher und nervös fühlen. Ist ja auch normal, schließlich erlebt man selbst ja auch heftige Emotionen und muss diese verarbeiten. Dafür gibt es nunmal kein Patentrezept... am wichtigsten ist einfach die Bereitschaft, das Thema in Angriff zu nehmen und jede Menge Einfühlungsvermögen |
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#12 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
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Also ich bin der Meinung, dass der Tod ein (wenn auch letzter) Lebensabschnitt ist, der genauso "normal" ist wie eine Geburt, die Midlife-Crisis oder einfach nur der 29. Geburtstag.
Erst dadurch, dass man aus dem Tod an sich etwas Schlimmes macht, in dem man ihn verhüllt, tabuisiert, etc. kommt es zu Verstörungen (nicht nur bei Kindern). An deiner Stelle würde ich deinen Sohn - ähnlich wie bei Sexualerziehung - aufklären, dass das etwas Natürliches ist und niemand ewig lebt (kein Tier, kein Mensch, etc.) und dass eben sein Urgroßvater letzte Nacht gestorben ist. Du kannst ja dann positive Fantasien à la "Jetzt geht es ihm gut. Er hat keine Schmerzen mehr. In unserem Herzen ist er dennoch." hinzufügen. Wenn dein Sohn weinen sollte, ist das auch nur eine natürliche Reaktion, weil man trauert ja beim Tod eines Menschen. Solange du aber kein großes Drama machst (bezüglich des Todes an sich - es ist natürlich schlimm, wenn jemand stirbt, den man liebte), dann können Kinder auch in diesem Alter bereits damit umgehen - wichtig ist, ein offenes Ohr zu haben und den Kindern bei etwaigen Fragen dann aktiv zuzuhören. Liebe Grüße, Drrichardfahrer |
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#13 (permalink) |
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dis iratis natus
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Das mit der Beerdigung hat sich womöglich schon erledigt. Die Familie hat beschlossen sie am Freitag stattfinden zu lassen, da ist auch das Sommerfest meines Sohnes. Ich weiß, es hört sich blöde an ein Sommerfest der Beerdigung vorzuziehen, aber Tom freut sich seit Wochen wie ein Plätzchen auf das Fest und seinen Auftritt. Wenn ich ihm jetzt sage, dass sein Ur-Opa gestorben ist, und obendrauf noch das Sommerfest ins Wasser fällt....
Ich denke wir werden beide auf die Beerdigung verzichten, und dann mal alleine auf den Friedhof gehen. Mir persönlich sind Beerdigungen sowieso nicht sehr wichtig, ich benötige das nicht zur Trauerbewältigung. Mal schauen.... Ich weiß, für viele ist 'Nicht-auf-die-Beerdigung-gehen' ein Tabubruch, oder gehört sich einfach nicht. Ich sehe das für mich einfach anders. |
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#14 (permalink) |
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symbolträchtig
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Auch mein herzliches Beileid.
Ich finde es gut, dass du mit deinem Sohn darüber sprichst. Ich war noch nicht ganz 7, als ich meine (überallesgeliebte) Oma verloren habe, und wenn ich mich so zurückerinnere, war das total mies. Ich wußte, sie ist tot, und kommt nie weider. Aber warum und was denn nun mit ihr passiert, das hat mir keiner erklärt. Es kamen dann diese üblichen Phrasen: Sitzt auf einer Wolke und guckt dir zu, sitzt da neben Gott und so. Mich hat das nicht befriedigt, schon als Kind nicht, und ich hab damals begonnen, nach etwas für mich richtigen zu suchen. Gott war für mich ab da kein Thema mehr, ich habe mich verweigert zu beten. Denn wenn er so ein toller Typ sei, warum hat er mir dann den Menschen genommen, den ich am meisten geliebt habe? Zur Beerdigung war ich nicht mit, und als dann 7 Jahre später mein Opa starb, war es meine erste Beerdigung, und ich war froh, damals nicht mit gewesen zu sein bei meiner Oma. Mein Cousin, auch die erste Beerdigung und damals 10, war total traumatisiert. Ich denke, ich würde meinen Sohn ( Ich hab mich zB geweigert, wenn wir ans Grab meiner Oma gingen, dunkle Sachen zu tragen, sondern habe DAS angezogen, was Oma am Liebsten hatte. Und das würde ich meinem Sohn auch zugestehen. Allerdings muß ich auch sagen, dass wir mit Gott nichts zu tun haben, nicht so bibeltechnisch, sondern mein Sohn wächst mit dem Thema Reinkarnation auf, also auch, dass man als alles, was eine Seele hat (und alles was lebt hat eine), wieder kommen kann, und jede Inkarnation hat seinen Grund, weil man etwas bestimmtes erfahren soll. Ich hab mir diese Erklärung (diesen Glauben, wenn du so willst), selbst "erarbeitet", also ich hab lange nach dem Tod meiner Oma gesucht, das mir mehr Trost bietet, als das Loch im Friedhofsboden und dem Gott auf einer Wolke neben meiner Oma. Allerdings finde ich es okay, wenn das für andere Menschen DIE Lebenssache/Glaubenssache ist. Vorallem: Laß deinen Sohn sehen, dass er richtig ist zu trauern und das es soviele Arten der Trauer gibt, wie es Menschen gibt. Egal wie du dich entscheidest, es deinem Sohn zu erklären und ob du ihn mitnimmst, oder nicht, so wie ich dich kenne, wirst du den für dich und deinen Sohn richtigen Weg nehmen. Du machst das schon! Alles Liebe Linda
mein eigenes ebook: emotionica http://www.tredition.de:80/books/ID726
Als der Himmel einstürzte, begrub er das Lachen unter sich. |
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#15 (permalink) | |
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nicht mehr nett
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Mein herzliches Beileid
Zitat:
Meine tocher war 12 als ihre Oma gestorben ist bzw. wir wußten alle, dass sie die Nacht nicht mehr überleben wird udn lag im Koma auf der Intensivstation. Meine Oma war nicht wieder zu erkennen, aber mein Kind wollte unbedingt Abschied nehmen, persönlich. Ich war fix und fertig, ich dachte sie wäre zu jung etc. Aber ich kenne mein Kind, im Bauch, im Herzen fühlte ich es, dass sie bereit war, das es für mein Kind wichtig ist und deshalb habe ich - trotz Bedenken anderer und der Ärzte - es zugelassen, dass sie Abschied nimmt. Und auch als bei meinem Mann voriges Jahr die Geräte abgestellt wurden, war sie dabei. Sie wird es nie vergessen, dieses Erlebnis brennt sich ein, aber für das Leben, für ihr Leben war es wichtig, dabei zu sein. Was ich dir damit sagen will ist - du kennst deinen Sohn am Besten. Es geht nicht um Etiquette oder sonst was, du fühlst, was richtig ist und wenn du meinst, er schafft das und er möchte es auch, dann lass es zu und nimm ihn mit, andersrum lass es lieber und gehe ein paar Tage später mit ihm allein zum Grab. Wie auch immer deine Entscheidung ausfällt ich wünsche dir viel Kraft. *drück* wie Sumo schon sagte, der Tod gehört zu unserem Leben, das sollte uns klar sein und es ist nichts verwerfliches daran auch zu sagen, es ist besser so für denjenigen und ggf. auch besser für die Familie in bestimmten Situationen. Und auch mit Kindern kann man und sollte man auch darüber reden. ![]() In Gedenken an Maja und Jack. Wir werden euch nie vergessen. |
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