Blog von spreepirat
 
Eintrag #366, 27.10.2010, 10:38 Uhr

zum thema "fachkräftemangel"

Leserzuschrift - "Fachkräftemangel" Deutschland:

ich arbeite als externer Ingenieur bei einem grossen deutschen Technologiekonzern. Am hiesigen Standort besteht die R&D Belegschaft zu ca. 40% aus externen Mitarbeitern verschiedener kleinerer Firmen. Seit Jahren ist der Trend zu beobachten immer mehr von den Externen hinauszuwerfen und zu ersetzen durch Leute aus Indien, China, Russland und aus allen möglichen osteuropäischen Ländern - neuerdings vorzugsweise von einer primär ungarischen Leiharbeitsfirma an der man beteiligt ist. Die Firmen bei denen die bisherigen externen Mitarbeiter angestellt sind, geraten dabei mehr und mehr in Schwierigkeiten. Es ist dazu noch zu erwähnen, dass externe Mitarbeiter immer nur quartalsweise "bestellt" werden und bei Nichtbedarf innerhalb von wenigen Wochen raus müssen.
Trotz 15 Jahren im Beruf habe ich über Bekannte immer noch etwas Kontakt zur studentischen Szene. Man hört, dass die Einstiegsgehälter für z.B. FH Ingenieure auf einen erschreckenden Durchschnittswert gesunken sind, kaum oder nicht höher als Facharbeitergehälter. Trotz alledem kenne ich in meinem weiteren Umfeld beängstigend viele Akademiker, die nach ihrem Studienabschluss einfach kein Bein in den Arbeitsmarkt bekommen und bis auf Hartz IV absinken bzw. niedrigst qualifizierte Arbeiten annehmen (müssen). Und damit meine ich nicht etwa Soziologen und sonstige -logen sondern Chemieingenieure, promovierte Werkstofftechniker, Maschinenbauer etc.
Leute es gibt keinen "Fachkräftemangel" in Deutschland. Das ganze Getöse dient nur dazu, gut ausgebildete billige Arbeiter zu bekommen um die Löhne weiter drücken zu können. Man will Ingenieure mit Berufserfahrung, die alles können und quasi für ein Butterbrot zu arbeiten bereit sind. Idealerweise von einer Leiharbeitsfirma damit man sie nach Projektende sofort wieder feuern kann. So und nicht anders sieht es aus.

Leserzuschrift - Also bei uns in der Firma (Standort München) ist ein Fachkräftemangel - laut Geschäftsführung:

Ich kann das nicht glauben. Als Kleinunternehmen (Startup) hieß es zu Beginn, no Beginners/keine Absolventen. Dann hat der Chef eine Ausnahem gemacht. Es wurde ein Italiener eingestellt, der kein Wort Deutsch konnte. Also muss nun alles in Englisch laufen. Die Verlustleistung aufgrund der englischen Sprache im Gesamtunternehmen 20%. Später wurde noch ein weiterer Italiener eingestellt. Beide wurden in ein Bür gesetzt mit einem Deutschen. Die Italiener unterhielten sich auf Italienisch. Das hat nicht gerade die Kollegialität gefördert. Kann man sich so vorstellen, als wenn ein Deutscher (nicht des Italienisch mächtig) in Italien arbeitet - ausgegrenzt wird. Nun will man einen weiteren Italiener einstellen (Absolvent).
Und so geht die Firma den Bach runter. Die Italiener dokumentiren ihre Arbeit in Italienisch. Der Chef weiß nichts davon. Sobald die Italiener die Firma verlassen werden, wird es interessant. Dann muss nänmlich eine Übergabe der Unterlagen und Projekte erfolgen.
Interessant ist auch, dass ein Kollege bereits vor Monaten davor gewarnt hat, Ausländer einzustellen, die kein Deutsch können. Der Chef hat es offenbar ignoriert. Im übrigen habe ich die italienische Kollegen darauf hingewiesen, Deutsch oder Englisch zu sprechen. Die Antwort war, sie würde weder Englisch noch Deutsch so sprechen, dass es für die Arbeit reiche.
Nun sprechen sie nicht nur im eigenen Bür Italienisch, sondern auch in der Küche und im Flur.
Es wird interessant sein zu sehen, wie der Rest der Belegschaft darauf reagiert.
Man muss sich das vorstellen. Ein 10 Mann-Unternehmen hat bereits 50% Ausländeranteil.
Man muss sich auch nichts vormachen. Man beherrscht seine Muttersprache besser als jede Fremdpsrache. Insofern bevorzuge ich Kollegen die Deutsch sprechen.

quelle: hartgeld.com
 

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