Blog von DaPhreak
 
Eintrag #2, 19.01.2005, 17:40 Uhr

Überstanden! Und doch nicht happy?

So, nu isses endlich geschafft. Hatte vor ca. 3 Stunden die Verteidigung meines Hauptseminars! Endlich überstanden!
War übrigens n ganz tolles Thema: "Rückwärtsadaptive Quantisierung mit konstanter Datenrate zur effizienten Repräsentation von Daten mit veränderlicher oder unbekannter Varianz". Habsch mir selber aus gedacht, toll oder?

Also bis letzte Woche den schriftlichen Teil abgegeben und heute verteidigt. Insgesamt liefen 3 Verteidigungen hintereinander, jeweils 30 Minuten. 20 Minuten habe ich, nicht länger, so hieß es. Leider war die Arbeit so dermaßen umfangreich, dass es höllisch schwer war, das alles auf 20 Minuten runterzubringen. Aber ich hab's geschafft. Ok, ich hab  schnell geredet. Sehr schnell. Aber verständlich. Hieß es.

Ansich sollte ich doch jetz total happy und erleichtert sein, ne? Bin ich irgendwie auch aber irgendwie auch nicht. Was mich frustet? Hm, die Bewertung. Wenn ich jetz schreibe, dass ich ne 1,7 bekommen habe, werdet ihr sicher sagen: Na das is doch ne prima Note! Und ja, ihr habt recht. Das ist es eigentlich auch. Warum bin ich denn dann gefrustet? Ich glaube, weil ich nicht weiß warum.

Ohne mich selbst zu sehr loben zu wollen, kann ich doch behaupten, dass die Arbeit ist von vorne bis hinten hochgradig mathematisch exakt ist. Es gibt ne clevere mathematische Modellierung, ne Zusammenstellung von bisherigen Ergebnissen, es gibt wirklich neuartige Vorschläge, es gibt Beispiele, es gibt Simulationsergebnisse, alles was das Ingenieursherz begeht. Man könnte wahrscheinlich sogar ein Paper draus machen und veröffentlichen. Das jedenfalls meinte Dr. Shirani, ein durchaus bekannter Name auf dem Gebiet von einer durchaus renommierten Uni in Kanada. Mein Betreuer hat auch keine inhaltlichen Fehler in der Arbeit gefunden. Mein Betreuer kann nicht mal gut genug Englisch. Extra für Ihn musste ich den ganzen Mist nach Deutsch übersetzen.
Na wie auch immer, daran kann's eigentlich nicht liegen.

Am Vortrag vielleicht? Ok, ich hab zu schnell geredet. Ich weiß. Aber sonst? Mein Auditorium stellte kluge Fragen, hat also das Gesagte offenbar verstanden. Der Vortragsstil war wie üblich nach allen Regeln der Kunst: strukturiert, prägnant, anschaulich.

Wieso bekomme ich trotzdem die gleiche Note, wie meine beiden Vorredner, bei denen es teils Kritik am Inhalt der Arbeit (also kleinere inhaltliche Fehler), sowie Kritik am Vortragsstil gab?

Nur auf der anderen Seite, ne 1,7 is halt ne gute Note. Eben genau so eine Note wo man sich nicht beschweren kann. Gehe ich dahin mach ich mich doch total zum Ei. Bei ner 2,0 hätt ich gemeckert. Mit ner 1,3 wäre ich rundum zufrieden. Das is genau dazwischen. Der worst case.

Trotzdem: Es ist 'ne gute Note, also sollte ich zufrieden sein damit.

Eigentlich ärgert mich nicht mal die Note. Die passt schon. Was mich eigentlich ärgert ist, dass meines Erachtens nach die Relation nicht stimmt (und es wird nächste Woche bestimmt noch schlechtere Vorträge mit der Note geben...).
Wobei, auch damit kann ich leben.

Was mich richtig richtig richtig ärgert, ist dass ich mir schon wieder so verdammt viel Stress gemacht habe. Mehrere Nächte in Folge nur 3 Stunden geschlafen habe. Meine Arbeit im Fachgebiet habe ruhen lassen auf Kosten dieses Hauptseminars, was bedeutet, dass ich den Rest des Monats jetzt damit Stress habe.

Und dabei geht die Note nicht mal irgendwo ein...

Da sollte ich wohl an mir arbeiten, für unwichtigen Scheiß nicht immer so verdammt überehrgeizig zu sein.


Ok, jetzt geht's mir besser.
Noch ne Runde UT oder so, dann bin ich wieder in Ordnung und hab den Mist vergessen. Manchmal ist das Leben doch ganz einfach.
 

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