Blog von Leon03
 
Eintrag #9, 26.02.2005, 17:26 Uhr

Hirnmüll

Philosophie kann wirklich sehr verwirrend sein. Auch heute fällt es mir schwer, interessante Sachen zum Erzählen zu erfinden. Aber gut, gehen wir's an!
Die Überschrift rührt daher, dass ich für das Fach Religion ein Referat über Freiheitsbegriffe machen muss. Klingt recht simpel, doch wenn man sich mit der Materie etwas auseinandersetzt, raucht ziemlich schnell der Kopf. Was es da alles gibt, unglaublich! Ich bin ja schlau, weshalb ich erst mal meinen Philosophielehrer Dr. phil. Volker Kemlein fragte, wo ich denn etwas über Freiheit finden könnte. Nun, ihm fiel ein Buch aus seiner Privatbibliothek ein, welches ich mir prompt für den heutigen Nachmittag auslieh und mal ein wenig stöberte.
Bevor ich weitermache- ja, ich war bei Kemlein zu Hause und ja, der Typ hat 'ne geile Bude (die perfekte Mischung aus Bildungsbürger- und Bauernwohnung), ja, privat ist er auch so nett und, nun ja, 'ne gutaussehende Tochter hat er auch.
Aber nein- sein Buch -"Historisches Wörterbuch der Philosophie"- hat mir nicht wirklich viel gebracht. Da gab es zwar gut 25 Seiten zum Thema Freiheit zu lesen (und ich hatte nur den Band D-F, der schon armdick war), wovon ich mir aber nur plumpe drei kopiert habe, weil dieses Buch wirklich ALLES abdeckte. Von den ersten griechischen Philosophen, über irgendwelche Mittelalter-Noname-Hobbyphilosophen bis Kant und co. war alles dabei, was irgendwie mit Freiheit zu tun hatte. Viel zu viel für mein kleines Hirn. Und dann auch noch griechische (in griechischer Schrift!) und lateinische Ausdrücke mitten drin.
Hilfe, ich mutiere noch zum geläuterten Philosophen! Um Gottes Willen, ich glaube lieber nicht. Ich kann mich leider ja nicht mal so toll ausdrücken wie Herr Kant oder Nietzschy-Boy, außerdem verstehe ich sie nicht immer und drittens führt das nur dazu, dass ich immer pessimistischer und fieser werde.
Bleiben wir also lieber bei einfachen Binsenweisheiten einer Kommerzband (Hilfe, der Kapitalismus ist auch mit viel zu vielen Makeln behaftet!): "Denn weil Wissen nur belastet, wollen wir nicht Mitwisser sein" Wenn das nicht konsequent von mir umgesetzt wird, werde ich bald blöder als jemand, der sich lachend in den Konsumsumpf stürzt.
Aber trotzdem: Es ärgert mich immer mehr, dass es fast nichts Wahres in dieser Welt gibt. Wo ich hinschaue sehe ich Makel, besonders im Spiegel (nein, nicht die Zeitung, Dussel!). Nichts kann Orientierung geben, weil alles, jede Idee, jedes Dogma, letztendlich von Menschen erdacht und deswegen lückenhaft ist. Selbst menschliche Werte und Moral verlieren angesichts dessen ihre Bedeutung. Selig ist erst der, der hier glücklich wird und die Umstände für sich selbst überwinden kann.
Kein Universalprinzip gibt es, nichts ist perfekt, und das Schlimmste ist, dass man als beschränkter Mensch diese Welt und ihre Auswüchse nicht einmal erfassen oder mit einem Sinn versehen kann...
Mist, ich drehe mich schon wieder im Kreis! Fu**! Äh, egal, ist halt wie der Tinnitus, den man immer hört. Der Patient muss lernen, mit dem Geräusch leben zu lernen, weil es immer da sein wird, selbst wenn er sich seinen Hörnerv durchschneidet...
Meine Güte habe ich hier eben Müll aus meinem Hirn abgelassen... Und das nur wegen diesem bekloppten Referat!
Na egal, habt ein schönes Wochenende!
 

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