Blog von Minensie
 
Eintrag #24, 19.07.2005, 15:45 Uhr

Herbstlaune

In meinem Wohnzimmer ist gerade Herbst. Mein kleines Bäumchen hat all seine Blätter fallen lassen. Ganz kahl steht es jetzt auf dem Schreibtisch, nur an den obersten Astspitzen neue, saftig grüne Blätter. Wenn ich das Bäumchen so betrachte, muss ich feststellen, dass es doch ein kleines Spiegelbild ist. Gut, Mensch neigt ja dazu, in alles etwas zu interpretieren. Das ist jetzt doch mal ganz nebensächlich. Meine Gedanken, meine Fantasie - ich darf das, wie jeder andere auch.

Irgendwie stirbt alles "alte" um mich herum ab. Besser gesagt, alles was alt und vergangen ist, verblasst in der Erinnerung. Ich trauer kaum noch den Jahren mit unserem Trupp nach. Ich wünsch mir auch nicht mehr diese oder jene Zeit zurück. Ich möchte auch gar nicht, dass Dinchen wieder so da ist, wie früher. Oder das P. anruft, um mir mitzuteilen, dass es zwischen 30 Minuten und 4 Stunden dauern kann, bis er bei mir ist (es lebe das trampen... *hmpf*). Es ist ok, das sovieles einfach vorbei ist. Ich möchte auch gewisse Freundschaften nicht wieder haben. Es ist gut so, dass es heute anders ist, als noch vor knapp 1,5 Jahren. Ich vermisse keine Spielabende, ich vermisse keine tiefgründigen Gespräche. Es ist vorbei. Punkt.

Wenn ich zurückdenke, habe ich generell wenig Gefühl übrig. Ich wechsle die Perspektive, stehe neben mir selbst. Keine Reue und keine Wehmut. Selbst U. habe ich mittlerweile verstanden. Bzw seinen Wunsch von damals akzeptiert. Verstanden habe ich ihn ja von Anfang an. Nur das mit der Akzeptanz hat ein bisschen gedauert. Ich glaube mittlerweile auch, dass es besser war, ihn nicht noch einmal zu sehen, zu besuchen als er es nicht wollte. Das haette es mir nur noch schwerer gemacht.
Ich glaube auch, es war das Beste, die "gestorbene" Freundschaft von den Zwei einfach hinzunehmen. Nicht noch mehr zu investieren. Ich glaube, diese Art, wie meine Erinnerungen kälter werden und teilweise auch sterben, diese Art ist gut so, wie sie ist. Bereit für Neues war ich schon immer. Doch heute viel mehr ohne Trauer um das was war. Vielleicht weil mein Leben vor der Haustür genug zu bieten hat, als das damalige dahinter.
Vielleicht, weil es jetzt wirklich meine Haustür ist, vor der ich kehren kann wie ich will.

Neue Asttriebe - neuer Mut?

Minensie
 

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