Blog von Marhyn
 
Eintrag #4, 08.02.2005, 05:52 Uhr

Gestrandete Raumfahrer

Gezwungenermaßen wieder eine neue Sternzeit: 20050207

Ist es einem einfachen Sternenstreuner im Dienste der Wissenschaft nicht erlaubt, sich einfach ungestört seinen Forschungen hinzugeben?

Offenbar nicht, schon sitzt mir mein Vorgesetzter im Nacken, meinen täglichen Bericht abzuliefern - am besten für die letzten Tage noch rückwirkend. Als würde dieser Job hier nicht schon mehr als genug an meinen Nerven zehren.

Nun, was gibt es zu berichten? Erneut bin ich dabei, die kartoffelartigen Nahrungsmittel zu mir zu nehmen. Heute sind sie neonorange... zumindest scheinen sie aber für unseren Metabolismus gut bekömmlich zu sein. Anders als etwa die unregelmäßig geformten Teigstückchen, welche uns heute abend zubereitet wurden. Ich werde wohl niemals begreifen, wie man Süßspeisen salzen kann...

Vor drei Tagen nahm ich zum ersten Mal Kontakt mit den hier gestrandeten Raumfahrern auf, welche uns beim Aufbau der Forschungsstation behilflich waren. Sehr nette Leute, wennauchgleich sie sich etwas zu gut an die einheimische Kultur angepaßt haben...

Nun, zumindest wurde unser Gaumen bei diesem ersten Treffen mit gegrillten Tieren verwöhnt, welche wohl noch am ehesten mit Hühnchen verglichen werden könnten. Allerdings scheinen diese Tiere trotz ihrer leicht gesteigerten Größe ungemein kleine Eier zu legen. Zumindest würde man die hiesigen XL Eier in meiner Heimat als S einstufen.

Am vorgestrigen Tage wurden wir von den Gestrandeten und ihren einheimischen Lebensgefährten eingeladen, an einer urtümlichen Zeremonie teilzunehmen. Bei diesem Ritual, welche die Bewohner von FL33771 als "Suhpa Boll" bezeichneten, spalten sich die Männchen von den Weibchen ab und es werden fest vorgeschriebene Gesellschaftsaktivitäten ausgeführt.

Die Männchen setzen sich hierzu mit rituellen Trinkgefäßen vor eine Box, in welcher etwa fingergroße Wesen in einer Art Arena kämpfen. Diese Kämpfe scheinen überaus gewalttätiger Natur zu sein, denn nach Ablauf der ersten Hälfte dieser Zeremonie werden traditionelle Totengesänge angestimmt.

Die weiblichen Vertreter dieser Spezies hingegen nehmen eine wesentlich aktivere Rolle im Verlauf dieses Rituals ein. Paarweise finden sie sich zusammen und versuchen die restlichen Beteiligten in durchaus komplizierten Spielen mit Runensteinen zu besiegen. Zwischendurch kommt es zu rituellen Speisungen - unter anderem erneut jene spezielle Hühnchenart - und am Ende der Zeremonie werden die übriggebliebenen Fleischstückchen an die Teilnehmer verteilt, um die Festlichkeiten bis zum nächsten Tage andauern zu lassen.

Heute versuchten wir auf dem einheimischen Markt eine Reitlizenz für die bemerkenswerten Reittiere der Ureinwohner zu ergattern. Uns wurde zwar gestattet, anfänglich unser beim Bau der Kollonie erworbenes Tier - ein sogenannter "Bju'ik" mit fünf Reitsatteln, einer Transporttasche und einer Tragevorrichtung auf dem Rücken - auch ohne Lizenz zu reiten, doch ist dies lediglich eine Übergangslösung.

Im Moment stellt sich jedoch noch das Problem, daß unser Shuttlepilot zwar gut mit diesen Tieren umgehen kann, jedoch beim theoretischen Teil der rituellen Tests ein kleines Sprachenproblem hat. Wie gesagt, ich bin von Dilletanten umgeben.

Ich werde mich nun jedoch wieder zurückziehen, um jene uralten Schriftrollen zu studieren, welche wir auf der Suche nach Hilfe heute in einem der Hügelgräber entdeckt haben.
 

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