Blog von Balrog
 
Eintrag #13, 24.02.2005, 19:19 Uhr

durch die Hölle und zurück!

die letzten tage waren der reine Horror. so viele verschiedene gefühlszustände habe ich schon seit ewigen zeiten nicht mehr erlebt. und das nur wegen diesem brief. und heute war es soweit. ich habe mich soeben mit bettina getroffen. den ganzen tag über war ich schon aufgewühlt und angespannt. voller erwartung und doch voller angst. was würde sie mir wohl sagen wollen. ich ging also in der unibib in die cafeteria. schließlich wollten wir uns da ja treffen. zuerst habe ich mir einen sitzplatz ausgesucht. kurz darauf fing ich an mit meinen beinen zu wackeln und nervös mit meinen fingern auf dem tisch rumzuklopfen. immer wieder sah ich auf die uhr. 10 minuten vor 6. da kann ich mir genauso gut auch nen kaffee aus dem automat lassen. gesagt getan. kaum war der kaffee fertig hab ich mich wieder hingesetzt. immer wieder an dem becher geschlürft. leerer blick aus dem fenster. erwartung. hoffnung. angst. ich fing an zu zittern. ein blick auf die uhr. noch 7 minuten. wieder der leere blick aus dem fenster. ich vergaß alles um mich herum. in gedanken versunken. mir wurde heiß und kalt zu gleich. ich erwachte aus dieser starre. sah auf den tisch. hey ich hab nen kaffee. wo kommt der denn her. und wieder schlürfte ich ein wenig an meinem kaffee. ich sah auf die uhr. noch 2 minuten. blick zur tür. es kam jemand rein. sie war es nicht. ich atmete fast erleichtert aus. und trank noch einen schluck von dem kaffee. ich vernahm wieder das geräusch der tür. meine geistige abwesenheit war nun anspannung gewichen. adrenalin. der stoff der das überleben sichert. mein herz raste. ich dachte es springt mir jeden moment aus der brust. ich hatte mich diesmal nicht zur tür umgedreht. die nächsten paar sekunden kamen mir vor wie stunden. ich wusste nich ob sie gerade hereinkam oder jemand ging. ein luftzug strich mir über den nacken und ich spürte wie sich meine nackenhaare aufrichteten. plötzlich tippte mir jemand auf die schulter. ein zucken durchfuhr meinen ganzen körper. ich spürte wie mein herz für einen moment aussetzte. da war sie nun endlich. der moment der wahrheit, der offenbahrung, war gekommen. wir begrüßten uns kurz. sie setzte sich mir gegenüber. sie lächelte mich an. ich mochte dieses lächeln schon immer. sie setzte an etwas zu sagen. unbewusst veränderten sich meine gesichtszüge und ich zeigte ihr den erwartungsvollsten blick zu dem ich wohl im stande bin. sie sagte es täte ihr leid. damals in der zwölften klasse. sie hätte mit mir gespielt.nicht in böser absicht, sondern dieses spiel was nunmal mädchen mit jungs spielen. sie wolle sich entschuldigen dafür, denn sie hätte schuldgefühle. schuldgefühle mit mir gespielt zu haben, so wie eine katze mit einer maus, einem wohlknäuel oder einem ball spielt. schuldgefühle, meine gefühle verletzt zu haben. mein erwartungsvoller blick wich. meine kinnlade klappte sprichwörtlich herunter. ich war sprachlos. ich hab mich die letzten tage dermaßen verrückt gemacht. mir gedanken gemacht, was sie mir wohl sagen wollte. und dann sowas. sie erzählte mir, dass jedes mal wenn wir aneinander vorbei gingen, jedes mal wenn wir uns sahen und sie mir zulächelte, dass sie damals tatsächlich meinte nur mit mir zu spielen und sie deswegen schuldgefühle habe. und sie das endlich aus der welt schaffen wolle, weil ihr die freundschaft zu mir wichtiger sei, die schuldgefühle sie aber immer noch plagten. zurückblickend auf die zeit damals musste ich lächeln. ich dachte früher sie lächelte mich einfach nur an weil sie mich mochte. wieder erschien dieser blick vor meinem geistigen auge. meine erste assoziation: schüchternheit. mein lächeln verwandelte sich in ein grinsen. sie fragte was los sei. ich erklärte ihr, dass ich die ganze geschichte nicht wirklich als verletzend ansehe. sie sah mich verwirrt an und fragte ob ich ihre entschuldigung annehmen würde. ich erwiderte mit einem nicken und sagte ich würde die entschuldigung annehmen. ich erklärte ihr dass das unsere freundschaft in keinster weise beeinflussen würde und dass sie sich um mich keine sorgen deswegen machen müsste. das war es nun. mein puls normalisierte sich wieder, das zittern ließ nach. ein stein viel mir vom herzen. ich offenbarte ihr wie sehr mich der brief verwirrt hat, was ich mir für situationen ausgemalt habe, mit vorgestellt habe, was sie mir wohl sagen wolle und dass ich froh bin, dass es nun so gekommen ist. ich habe sie dann noch auf einen kaffee eingeladen. wir haben uns ein wenig über dies und das unterhalten. über die gute alte zeit, damals in der schule und darüber wie es nun wohl weitergehen mag. nachdem wir ausgetrunken hatten, haben wir uns auf den heimweg gemacht. erleichterung. ich muss zugeben ich finde das richtig süß von ihr. ich denke ich werde sie in den nächsten tagen nochmal anrufen. nur um ihr das zu sagen. die letzten tage fühlten sich für mich an wie die hölle. aber nun fühl ich mich als hätte ich mich vom teufel mit einem arschtritt verabschiedet.

fin
 

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