Blog von tomheine
 
Eintrag #2, 13.02.2005, 04:01 Uhr

Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten

Zugegeben, ich bin kein Fußballfann und lasse mich von einer gewissen Begeisterung für diesen Sport nur bei Europa- oder Weltmeisterschaften anstecken.

Vielleicht verstehe ich deshalb auch nicht, weshalb alle auf diesen Schiedsrichter Hoyzer herumhacken. Was hat er denn getan? Spielergebnisse manipuliert? Und? Aber wie kommt man darauf, daß dies Betrug sei? Wer wurde betrogen? Worauf ich hinausmöchte, ist der Umstand, daß auch die von ihm manipulierten Spiele neunzig Minuten dauerten, sich dort tatsächlich Fußballspieler auf dem Platz befanden,  der Ball rund war und tatsächlich gelegentlich im Eckigen landete.

Was unterschieden also diese Spiele von allen anderen Spielen? Daß das Ergebnis nicht stimmte? Wie kann ein Ergebnis nicht stimmen? Mit dem Schlußpfiff ist ein Spiel vorbei und das Ergebnis ist dann der Endstand. Aber das Ergebnis hat doch nichts mit der zu erbringenden Leistung zu tun und die ist nun einmal ein paarundzwanzig Mann über einen gewissen Zeitraum über einen Rasen stolpern zu lassen, die dabei auf eine mit Luft gefüllte Kugel treten. Zuschauer wurden ja auch nicht betrogen, denn sie haben ja dafür bezahlt eben diese Leistung zu sehen - oder bekommt man etwa als Zuschauer sein Geld zurück, wenn die Mannschaft, welche man gewinnen sehen möchte, eben nicht gewinnt?

Bei einer Weltmeisterschaft, ich glaube 1982, traten in der Erstrunde Deutschland und Österreich gegeneinander an. Das Besondere an diesem Spiel war, daß beide Mannschaften nur dann die nächste Runde erreichten, wenn das Spiel 2:1 für die deutsche Nationalmannschaft ausging, bei jeder anderen Konstallation wäre einer der beiden Mannschaften nicht weitergekommen. Und, welch ein Wunder, das Spiel ging 2:1 aus. Gut, bei den darauf folgenden Weltmeisterschaften (und ich glaube auch Europameisterschaften) hat man dann eingeführt, daß die letzten Spiele der Vorrunden immer gleichzeitig stattfinden, um so etwas zukünftig zu vermeiden, aber nach diesem Spiel hat man weder den damaligen Trainer "Jungs, ich bin der Jupp" Derwall, noch sein österreichisches Pendant verhaftet. Hey, hier wurde immerhin die Welt "betrogen" und dennoch hat niemand Panzer gegen Deutschland geschickt (schon damals war der Spritpreis ziemlich hoch) - und jetzt verhaftet man einen armen Studenten, der sein Bafög ein bißchen aufgebessert hat.

Nur so eine Idee: vielleicht könnte man auch generell einführen, daß das Ergebnis bereits vor dem Spiel feststeht - man muß das "Ergebnis" ja den Zuschauern nicht mitteilen, um die "Spannung" zu erhalten. Aber dies hätte doch ziemliche Vorteile: Interviews einzelner Spieler zum Spielgeschehen könnten bereits vorher abgehalten werden, ebenso die Pressekonferenzen, womit dann eine Menge Streß und Hektik bei allen Beteiligten auf ein Minimum reduziert würde. Die Polizei wüßte dann auch schon vorher, auf welche Fangruppen sie ein besonderes Augenmerk zu richten hätten. Während des Spieles würde kein unfähiger Kameramann eine Torszene verschlafen, da er dann nach Drehbuch arbeiten kann und die Fanshops könnten direkt nach dem Spiel bereits Wochen vorher gefertigte Medaillen den Zuschauern feilbieten ("Bayern München - FSV Mainz 05 1:3 - ich war dabei!").

Fußball kann doch so schön sein - und Hoyzer weist uns den Weg.
 

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