Blog von Porki
 
Eintrag #1, 04.02.2005, 20:21 Uhr

An Tagen wie diesen...

An Tagen wie diesen, möchte man lieber da bleiben wo man ist und sich nicht aus seinem Bett holen lassen. An Tagen wie diesen möchte man einfach mal nicht gestört werden, wie sonst jeden Tag. An Tagen wie diesen fühlt sich sogar der Regen härter an als an anderen Tagen, an denen leider auch der Kaffee mit zu viel Milch kalt geworden ist, so kalt wie man draußen vor der Türe mit schlechtem Wetter begrüßt wird und sich fragt warum heute? Warum heute? Heute war also einer diesen besagten Tage, denen man lieber aus den Weg gehen würde, es meistens jedoch unvermeindlich ist und man sich wohl oder übel seinem Schicksal hingeben muss. Also machte ich mich auf den Weg, durch den Regen, der immernoch gleichmäßig stark vom Himmel fiel, zur nächsten Bushaltestelle um wenigstens etwas meinen langen Weg zu verkürzen. Ich schlenderte wie immer an den drei Hochhäusern vorbei, die immernoch leer standen und mit Graffities vollgeschmiert waren. Man mag sagen was man will doch einige schienen mehr Sinn zu haben als andere. Das eigentliche Gekrakel gelangweilter Jugendlicher, die Sprache in der sie sich ausdrücken konnten, erschien mir jedoch unverständlich. Ich ging weiter und traf auf einige ältere Leute die grade ihre Hunde Gassi führten, mit einer grießgrämigen Miene, als wollten sie sagen: "Es regnet, also sieh mich nicht so an ich kann auch nichts dafür." Welch miese Laune kann es Menschen doch geben, wenn schlechtes Wetter draußen herrscht. Als ich immer weiterging kam ich an den üblichen Läden vorbei, zog am Supermarkt und am Blumenladen vorbei, welcher wohl grade neue Blumen angeliefert bekam und ich bildete mir ein einen schönen Geruch von Blüten in der Nase zu haben und auf einmal für einen Augenblick fühlte ich mich als wenn es wieder Frühling wäre und ich wieder draußen durch die Gegend schlendern könnte, ohne dicke Sachen und prasselndem Regen auf meinem Kopf. Doch ich wurde schnell wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt denn ich versperrte einer Frau, der es wohl im Regen nicht schnell genug gehen konnte, den Weg. Als sie endlich an mir vorbeigehetzt war stöhnte sie und schüttelte den Kopf, ich konnte sie verstehen, nur ein Tagträumer wie ich läuft bei Regen so durch die Gegend, doch was sollte ich machen? Ich hatte mich fürs aufstehen entschieden und was sollte ich mir nun noch mehr die Laune verderben lassen, wie schon genug durch das schlechte Wetter und das Hämmern und Klopfen in meinem Haus. Man kann die Dinge leider nicht ändern und wenn man es könnte wäre es ja auch nicht mehr dazu da, um die Welt zu verbessern, sondern um seinen eigenen Wünschen näher zu kommen. Ich kam also nach der ganzen Schlenderei an meine Bushaltestelle an, an der nun dick eingewickelte und mit Regenschirmen bekleidete Leute standen, bis auf zwei Leute waren alle still. Die beiden Gesprächigen erzählten über ihre letzte Feier und wie viel Spaß sie doch gehabt hätten. Es war richtig merkwürdig zwischen der bedrückten Stimmung der Menschen solch ein fröhliches erzählen zu hören. Als der Bus kam verflog jedoch die Stimmung, alle stiegen ein und es wurde ruhig, nur noch die Busgeräusche waren zu hören und eine lautaufgedrehte Musik eines Mitfahres von mir Gegenüber der Gedankenversunken in einer Zeitung las. Ich hielt mich mit Blicken aus der veregneten Scheibe auf und sah draußen Autos welche versuchten den Dreck, den der Bus auf ihre Fenster wirbelte abzubekommen. Die Busfahrt war ein ruhiges schweigen und ich dachte manchmal daran, das es vielleicht so sein muss, wenn die ganze Stadt ihren Atem verloren hat oder um jemand wichtiges trauert den sie verloren hat. Wir zogen an kahlen Bäumen und an vollgelaufenen Gullis vorbei, der Bus hatte schließlich ein Ziel, fragt sich nur wie viele von den Leuten ein selbiges haben. Mit dieser Frage zogen wir weiter durch den Regen hinweg. Und es regnete und mir kam wieder die Frage von heut morgen in den Sinn: Warum an Tagen wie diesen?
 

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